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Sirte trotz Ultimatums der Rebellen kampfbereit

Libyen: Gaddafi gibt nicht auf

Bild: Reuters

Stammesälteste versuchten, die Gaddafi-Truppen wenigstens davon zu überzeugen, dass im Fall eines Kampfes Frauen und Kinder zuvor die Stadt verlassen könnten. Nach Rebellenangaben kamen seit Beginn des Aufstandes gegen Gaddafis Regime vor sechs Monaten mindestens 50.000 Menschen ums Leben. Unabhängige Schätzungen lagen im Detail nicht vor.

Auch die in der Wüste gelegene Garnisonsstadt Sebha (Sabha) hat bisher das Ultimatum der Rebellen nicht akzeptiert. Die neuen Machthaber fordern, dass die letzten Gaddafi-Getreuen ihre Waffen bis zur Nacht vom Freitag auf Samstag strecken.

In Brüssel hieß es, Voraussetzung für eine Fortsetzung des NATO-Einsatzes sei, dass die künftige libysche Regierung dies wünsche. Der Vorschlag Frankreichs, eine Beobachtermission mit deutscher Beteiligung nach Libyen zu schicken, hat wohl wenig Chancen auf Verwirklichung. "In unseren Gesprächen mit dem NTC (Übergangsrat) wird ganz deutlich, dass die Libyer jede Art eines militärischen Einsatzes durch die UN oder andere verhindern möchten", sagte der Libyen-Sondergesandte Ian Martin in New York.

Gaddafi verliert Unterstützung engster Vertrauter

Eine Woche nach dem Fall der Hauptstadt Tripolis wollen nach Angaben der Aufständischen immer mehr Mitglieder aus dem inneren Zirkel Gaddafis aufgeben. Zu ihnen soll auch Gaddafis Sohn Al-Saadi gehören. Der für Tripolis zuständige Rebellenkommandant Abdelhakim Belhaj sagte Al-Jazeera: "Er (Al-Saadi) hat darum gebeten, Teil der Revolution zu werden. Der bat um Garantien, damit er zu seinen Leuten in die Hauptstadt Tripolis zurückkehren kann. Er deutete an, wo er sich versteckt hält."

Die Rebellen haben nach den Worten von Belhaj auch "unbestätigte Berichte, wo sich Gaddafi aufhält". Arabische Medien spekulierten, dass der 69-Jährige in Bani Walid südlich von Tripolis untergetaucht sei. Die Stadt stehe unter dem Schutz der Warfalla, des größten libyschen Stammes, berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Arabiya. Dagegen behauptete ein ehemaliger Leibwächter von Gaddafis Sohn Khamis, dass sich der Ex-Diktator in die 770 Kilometer südlich von Tripolis gelegene Garnisonsstadt Sebha abgesetzt habe.

Eine Woche nach der Befreiung von Tripolis durch die Aufständischen bleibt die humanitäre Lage in der libyschen Hauptstadt kritisch. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon bat in New York die internationale Gemeinschaft um schnelle Hilfe. Nach letzten Schätzungen seien 60 Prozent der Einwohner in der Hauptstadt Tripolis ohne Wasser- und Abwasserversorgung.

73 der 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben den Übergangsrat als rechtmäßigen Vertreter des libyschen Volkes anerkannt. China gehört nicht dazu. Allerdings will China einen offiziellen Beobachter zur internationalen Libyenkonferenz an diesem Donnerstag in Paris schicken.

Italien gibt 500 Millionen Euro eingefrorene Gaddafi-Gelder frei
Italien stockt die von ihr für die Aufständischen in Libyen zugesagten Gelder aus eingefrorenem Vermögen der Gaddafi-Regierung von 350 Millionen auf 500 Millionen Euro auf. Außenminister Franco Frattini sagte während eines Besuchs am Mittwoch in Ungarn nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur ANSA: "Heute ist die endgültige Entscheidung gefallen, 500 Millionen Euro freizugeben, um unsere libyschen Freunde zusätzlich zu unterstützen."

Rom. Als Folge der Sanktionen gegen Libyen sind bei italienischen Banken Milliarden Euro Guthaben des langjährigen libyschen Machthabers Muammar Gaddafi gesperrt. Vergangene Woche hatte die italienische Regierung erklärt, von den eingefrorenen Geldern würden 350 Millionen Euro für den Nationalen Übergangsrat der Rebellen freigegeben.

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Artikel 31. August 2011 - 16:00 Uhr
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