Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Weinlese: Was es mit "Rage against the machine" auf sich hat …

Von Hans Stoll, 27. Oktober 2023, 13:20 Uhr

Fährt man um diese Jahreszeit kreuz und quer durch die Weinlandschaft, so werden zwei Arten der Weinlese erkennbar: Lese mit der Schere oder Ernte mit der Maschine.

Man sieht sie noch, die Lesehelfer! Leider werden es immer weniger die sich diesen Knochenjob, speziell auf Steilterrassen, antun. Aber: Lese bedeutet halt nun mal, dass der Lesehelfer am Zustand der Traube "lesen" kann, ob die nun voll Reif vom Stock geschnitten werden kann oder ob selbige sich noch in einem zu unreifen Zustand befindet. Aber das alleine ist noch lange nicht alles. Der bemühte Leser wird sich die gesamte Traube nochmals vor Augen führen und genau prüfen, ob auch alle Beeren würdig sind im Kübel zu landen. Beim sogenannten Ausputzen zupft man gekonnt Beeren heraus, die evtl. mittels Insektenstich einen Essigstich aufweisen oder durch Trockenschaden oder gar Fäulnis nicht unbedingt in die Presse sollten. Andererseits dürfen geschrumpfte Beeren (kurz bevor sie zur Rosine werden) gerne in den Kübel, die enthalten bekanntlich sehr viel Zucker und sind begehrt.

Dem gegenüber steht die Hightech Maschine – der Vollernter! Das was Lesehelfer in mühsamer Handarbeit tagelang erarbeiten, erledigt das Monster auf vier Rädern in wenigen Stunden. Optimal eingestellt werden die Trauben von den Stöcken gerupft, leicht vorgequetscht, mit etwas Schwefel vor Oxidation geschützt, kommt das Lesegut rasch zur weiteren Verarbeitung in den  Winzerhof. Klar, in flachen Gebieten ist diese Art der Ernte wirtschaftlich optimal und bei Großbetrieben nachvollziehbar, aber polarisierend allemal. Denn keines dieser Geräte kann die oben beschriebenen Beeren, die nicht wirklich in die Presse sollen, herauszupfen. Der beeinträchtigter Saft dieser Beeren kann Fehltöne und dergleichen im Wein verursachen, die dann mittels verschiedenen Kellertechnischen "Tricks" und  Helferleins aus der Welt geschafft werden.

Biowinzer, Biodynamische Winzer und alle die nachhaltig naturnahe Arbeiten sehen diese industrielle Methode allerdings mit sehr kritischen Argusaugen. Bei diesen Winzern wandert keine einzige Beere ungesehen in die Presse. Und sollte man neuerdings vermehrt Weinleser mit T-Shirts sehen, welche das "Rage against the machine" Logo  mit integrierter Traubenschere tragen, hat man die Gewissheit: Da wird qualitativ hochwertig mit Hand gelesen und das ist gut so!

Rage against the machine bei der Weinlese
T-Shirts mit diesem Aufdruck weisen auf echte Handarbeit hin. Bild: privat
mehr aus Wein-Blog

4 Winzer - 4 Gebiete - 1 Idee

Lukas Schiefermair – ein oberösterreichischer Winzer mit Leib und Seele

Langenloiser Weinchampions 2024

Gross & Gross: 2 Schwestern, 2 Brüder, 2 Ehepaare – 1 gemeinsames Weingut

Autor
Hans Stoll
Hans Stoll
Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

0  Kommentare
0  Kommentare
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
Aktuelle Meldungen