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Unter Strom

Als aus Unsicherheit plötzlich Spaß wurde: Es lebe die Rekuperation!

Von Gerhild Niedoba  04. November 2021 10:41 Uhr

Entspanntes Ankommen nach einer neuen Herausforderung
Entspanntes Ankommen nach einer neuen Herausforderung

LINZ. Seit mehr als vier Wochen fahre ich probeweise elektrisch. Mittlerweile ist die anfängliche Unsicherheit einem neuen Gefühl gewichen: Es macht mir zunehmend Spaß. Auch, weil ich immer wieder neue Stromspar-Quellen ausfindig mache.

Wie treue Leser dieses Blogs (und alle anderen haben jetzt Zeit, dies hier nachzuholen) bereits wissen, stellte mich die erste Zeit mit dem E-Auto so vor einige Herausforderungen: Ich musste mich mit Stromfressern herumschlagen, durfte mich über plötzliche, neue Bekanntschaften freuen und mir durch eine Wien-Fahrt meine Nerven stärken lassen.  

Inzwischen habe ich aber auch dazu gewonnen, nämlich in erster Linie Vertrauen in das Gefährt. Langsam aber sicher weiß ich, wie es tickt (und wie es am besten und am längsten fährt), sodass ich mich auf eine neue Herausforderung einlassen konnte: Dem Wiederherstellen von Energie.

Man(n) sagt Frau ja nach, dass sie viel zu zögerlich Auto fährt. Auch, weil sie angeblich viel zu oft auf das Brems- anstatt das Gaspedal steigt. Nachdem mir derartige Vorurteile gelinde gesagt völlig wurscht sind, habe ich genau dies getan - und dabei ein kleines Wunder erlebt sowie eine neue Erkenntnis gewonnen: Eine E-Fahrerin, die öfters einmal bremst, ist eine gute, weil sie der Batterie damit wieder ein klein wenig mehr an Energie zurückgibt. Und dafür braucht es nicht nur eine Vollbremsung, sondern es reichen schon ein paar kurze Tipper auf das Bremspedal aus - und schon färbt sich die Energieverbrauchsanzeige blau ein, was bedeutet, dass der Akku aufgeladen wird.

Noch viel eindrucksvoller habe ich dieses Phänomen kürzlich bei unserer Fahrt vom Attersee ins steirische Hohentauern erlebt, dem Ausgangspunkt unseres Wanderwochenendes. Auch diesmal waren wir gut vorbereitet (Batterie voll aufgeladen, Ladestation am Zielort gecheckt sowie sämtliches Gepäck im Kofferraum verstaut) und frohen Mutes, dass die zu fahrenden Kilometer tatsächlich auch mit der Energiereserve harmonieren. Die Zeichen standen dafür gut: Laut Google Maps war das Ziel 127 Kilometer entfernt, während die volle Batterie bekanntlich eine Reichweite von rund 310 Kilometern aufweist. Nachdem wir uns diesmal - im Gegensatz zu der Wien-Fahrt - für die Route über die Bundesstraße entschieden hatten, war die Fahrt entspannter: Schließlich ist der Energieverbrauch bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 bis 90 km/h am geringsten. 

Jetzt werde ich mutig 

Nach 41 Kilometern erreichten wir schließlich den Pötschenpass an der oberösterreichisch-steirischen Grenze. Während das Hinaufschlängeln der Passstraße deutlich den Verbrauch steigerte und dementsprechend die Reichweite schmälerte, freuten wir uns oben auf 993 Metern Höhe angekommen über die schöne Aussicht - aber noch viel mehr auf das Hinunterfahren. Denn diesmal wollte ich endlich den "Brake-Modus" ausprobieren, mit Hilfe dessen angeblich einiges an Energie zurückgewonnen werden kann. Nachdem ich am ebenen Land wohne, hatte ich bisher noch nicht die Möglichkeit, dies auszuprobieren. Und ehrlich gesagt, riss ich mich bisher auch nicht darum. Schließlich muss zur Einstellung des Modus der Gangwahlhebel nach hinten gedrückt werden (Einstellung "B") - wohlgemerkt während der Fahrt. Das fühlt sich irgendwie komisch und widerrechtlich an...

Nach wenigen Metern Abfahrt passierte es dann: Ich traute mich, legte den Schalter zurück und ließ zeitgleich das Gaspedal los. Aufgrund des Gefälles rollten wir in einer angenehmen Geschwindigkeit bergab. Noch viel erfreulicher war dann aber der Blick auf das Display: Die Reichweitenangabe füllte sich im Minutentakt. Was für eine Freude! Wie genau dieser Vorgang der Rekuperation funktioniert, las ich später nach: Der Elektromotor fungiert hier als Generator, wodurch das Auto regenerativ verlangsamt (und das ohne aktiv zu bremsen!) und die Batterie dadurch wieder aufgeladen wird. 

Davon derart begeistert, versuchte ich diesen Modus auch später auf der Bundesstraße bei der Abfahrt kleinerer Anhöhen einzusetzen. Dies allerdings mit mäßigem Erfolg. Außer, dass wir extrem langsam dahintuckerten, stellte sich kein nennenswerter Gewinn ein. Weder der Spaß-, noch der Rekuperationsfaktor. Was mir aber nicht viel ausmachte, denn: Ich bremse ja eh gerne...

Artikel von

Gerhild Niedoba

Redakteurin Land und Leute

Gerhild Niedoba
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