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Gesundheit

Im Lockdown griffen mehr Oberösterreicher zu Alkohol

17. Mai 2021 16:54 Uhr

Sorgen um den Arbeitsplatz, Stress und Vereinsamung: Der Lockdown ließ manche zu tief ins Glas blicken. Foto: Colourbox

Stress, Einsamkeit: Laut einer Studie tranken 14 Prozent der Befragten im Lockdown mehr – danach sank die Zahl wieder

14 Prozent der Oberösterreicher haben während des ersten Lockdowns häufiger Alkohol konsumiert als in der Zeit davor. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Institut Suchtprävention der pro mente im Auftrag des Landes Oberösterreich auswertete. Die Zahlen stammen von einer österreichweiten Erhebung, bei der die Teilnehmer einmal während des Lockdowns im Frühsommer 2020 und einmal im Herbst danach befragt wurden. Details dazu im Video:

Mehr Alkoholkonsum im Lockdown

Seit Beginn der Pandemie haben viele Oberösterreicher versucht, die oftmals auch persönliche Krise mit Alkohol zu bewältigen. Eine aktuelle Studie zeigt, wie sich vor allem der erste Lockdown aufs Trinkverhalten ausgewirkt hat.

14 Prozent tranken weniger

Besonders sichtbar wird das Ausmaß, wenn man die Zahl jener betrachtet, die täglich oder fast täglich Alkohol trinken: Vor Corona lag sie bei 6,7 Prozent, während des Lockdowns stieg sie auf 13,2 Prozent. Danach sank die Zahl wieder ungefähr auf das Niveau von zuvor. „Das zeigt, dass manche die außergewöhnliche Situation nur mithilfe von Alkohol bewältigen konnten“, sagt Rainer Schmidbauer, Leiter des Instituts für Suchtprävention. „Als sich die Situation normalisierte, passte sich auch das Verhalten wieder an.“ Vor allem zwei Gründe gaben die Befragten für den gesteigerten Alkoholkonsum an: „Sie hatten zum einen mehr Zeit, zum anderen mehr Stress und Sorgen“, sagt Schmidbauer.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch Kurosch Yazdi. Er ist Vorstand der Klinik für Psychiatrie mit Schwerpunkt Suchtmedizin an der Kepler-Uni. „Faktoren wie die Sorge um den Arbeitsplatz, Stress und Vereinsamung belasteten die Seele“, sagt er. Bei manchen sei die Belastung so groß geworden, dass sie ihren Alkoholkonsum nur mehr mit medizinischer Hilfe in den Griff bekamen. Es hätten sich auch immer wieder Menschen an ihn gewandt, die jahrelang keine Probleme mehr hatten und nun plötzlich rückfällig wurden.

Obwohl die Studie nur den ersten Lockdown beleuchtet, geht Yazdi davon aus, dass das Verhalten im Lockdown zwei und drei ähnlich war: „Die belastenden Faktoren waren ja gleich“, sagt der Suchtexperte.

Die Studie zeigte aber auch einen Gegentrend: 14 Prozent der Befragten tranken im Lockdown weniger Alkohol. „Das lag vor allem daran, dass diese Menschen weniger Gelegenheit hatten, um zum Beispiel bei gesellschaftlichen Anlässen zu trinken.“

Dialogwoche Alkohol

Die Politik habe nun zwei Möglichkeiten, sagt die zuständige LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (VP). Zum einen müssten die Betroffenen und ihre Angehörigen so gut wie möglich beraten und versorgt werden. „Zum anderen legen wir viel Wert auf die Präventionsarbeit“, sagt Haberlander. „Wir wollen den Menschen helfen, die Lebenskompetenzen so zu stärken, dass sie kein Suchtverhalten entwickeln.“ Dazu soll auch die „Dialogwoche Alkohol“ mit einer breiten Palette an 70 Online-Veranstaltungen beitragen. Sie läuft noch bis kommenden Sonntag. (hes)

Infos zu den Online-Veranstaltungen: dialogwoche-alkohol.at

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