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Tagespost

Das erste Hallenbad im Land

Von Erhard Gstöttner   08. April 2015

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Bild 1/10 Bildergalerie: Das Linzer Parkbad

Das Linzer Parkbad: Vor 85 Jahren ging das erste österreichische Hallenbad außerhalb von Wien in Betrieb – Heute ist das Parkbad an der Linzer Donaulände ein Zentrum für Schwimmen, Schwitzen und Eissport.

  • Das Linzer Parkbad: Vor 85 Jahren ging das erste österreichische Hallenbad außerhalb von Wien in Betrieb – Heute ist das Parkbad an der Linzer Donaulände ein Zentrum für Schwimmen, Schwitzen und Eissport

Das Parkbad

Als Bub aus Urfahr, der erst später nach Linz übersiedelte, war das Parkbad das Baderevier meiner ersten Lebensjahre. Diese Verlockung war mit einer Mutprobe verbunden, dem Militärbecken. „Da hat das Wasser 14 Grad“, behauptete mein Vater.

Seit 1973 gibt es das Militärbecken nicht mehr, es musste dem Bau des Tourotels (jetzt Arcotel) des Wienerwald-Gründers Friedrich Jahn weichen. Manche meinen, es sei nicht bloß Zufall gewesen, dass Jahn und der damalige Linzer Bürgermeister Franz Hillinger (SP) ein gutes Verhältnis zueinander hatten.

Anfang der Achtzigerjahre bestand die Gefahr, dass das am 30. April 1930 eröffnete Hallenbad verschwindet. Das von Stadtbaudirektor Curt Kühne geplante Bad war das erste Hallenbad Österreichs außerhalb von Wien. Bauten von Kühne prägen heute noch das Linzer Stadtbild, von der Siedlung Scharlinz (Haydn-, Schwind-, Spaunstraße) über die Volksküche (heute Architekturforum), die Diesterwegschule, zahlreiche Wohnbauten bis hin zum Parkbad.

Erhaltung erkämpft

In den Siebzigerjahren entsprach der 1930 eröffnete Bau nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Also weg damit. So hieß es zunächst. Doch hinter den Kulissen der Stadtregierung gab es unterschiedliche Meinungen. Der Stadtrat und spätere Bürgermeister Hugo Schanovsky erreichte, dass der westliche Trakt des ursprünglichen Parkbads stehen blieb. Neu gebaut wurde nach Plänen der Linzer Architekten Team M die Sauna und die Schwimmhalle. 1984 wurde dieser Neubau eröffnet.

Linz hatte als erste Stadt außerhalb von Wien ein Hallenbad. Doch es dauerte lange, bis Linz eine Eishalle bekam. 1958 wurde im Parkbad-Areal die Kunsteisbahn eröffnet. Doch erst 1985 entstand die (ebenfalls vom Team M geplante) Eishalle, die heutige Keine-Sorgen-Arena der Black Wings. 2008 kamen eine zweite Eishalle sowie der neue Saunatrakt dazu. Dem Badevergnügen diente der Parkbadbereich schon im 19. Jahrhundert. Begüterte Linzer vergnügten sich damals in der „Privaten Zivil-Schwimmschule“ am so genannten Auspitz. Doch das Unternehmen ging 1876 pleite.

Strikte Geschlechtertrennung

Die Stadt übernahm den Betrieb, Linz hatte so das erste öffentliche Freibad seiner Geschichte. Männer und Frauen waren voneinander strikt getrennt. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war das Damenbecken vom übrigen Parkbadgeschehen streng abgeschirmt.

Interview

Thomas Lettner, Linz AG

Nachgefragt bei Thomas Lettner, Chef der Bäder der Linz AG

  1. Wie viele Menschen besuchen pro Jahr das vor 85 Jahren gegründete Linzer Parkbad?

    Thomas Lettner: Insgesamt sind das pro Jahr rund 360.000. Die besuchen das Freibad, das Hallenbad, die Sauna, den Eislaufplatz, die Eishalle (ohne die Veranstaltungen der Black Wings und andere Events) sowie das Wannen- und Brausebad.
  2. Es gibt tatsächlich noch ein Wannen- und Brausebad? Wer benutzt das?


    Es gibt jedenfalls eine Nachfrage nach dieser Einrichtung mit zehn Wannen und zehn Brausen. Die Einrichtung wird auch bei Sportveranstaltungen wie dem Linz-Marathon benutzt. Pro Jahr kommen 3700 Menschen ins Wannen- und Brausebad.
  3. Wie viele Gäste besuchen die anderen Einrichtungen?


    Ins Freibad kommen im Durchschnitt 148.000 Besucher, in die Sauna 90.000, ins Hallenbad 47.000. 70.000 kommen zum Eislaufen in die neue Eishalle und auf die Freieisfläche.
  4. Gibt es weitere Ausbaupläne für den 56.000 Quadratmeter großen Parkbad-Komplex?

    Mit dem Bau der neuen Eishalle und der Sauna im Jahr 2008 ist der Aus- und Umbau auf absehbare Zeit abgeschlossen. Zum Glück konnten wir die Anlagen auf den neuesten Stand der Technik bringen. Auch der Ausbau der Keine-Sorgen-Arena, der Spielstätte der Black Wings, ist abgeschlossen. Dort haben jetzt 4865 Menschen Platz.

 

 

Das Jahr 1930

Das Jahr 1930

12. Juni: Max Schmeling wird Box-Weltmeister.

14. September: Bei der Reichstagswahl in Deutschland wird die NSDAP zweitstärkste Partei.

2. Oktober: Henry Ford legt in Köln den Grundstein für ein Autowerk.

13. Oktober: Erstflug der Ju 52

2. November: Haile Selassie wird zum Kaiser von Äthiopien gekrönt.

9. November: Bei der Nationalratswahl in Österreich wird die Sozialdemokratische Arbeiterpartei stärkste Kraft.

10. Dezember: Über Luis Buñuels Film „Das goldene Zeitalter“ wird in Frankreich ein Aufführungsverbot verhängt. Erst 1981 wird das Verbot aufgehoben.

14. Dezember: Dem Physiker Manfred von Ardenne gelingt im Labor die weltweit erste vollelektronische Fernsehübertragung.
 

 

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