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Oscar-Aus für „Corsage“

Von Nora Bruckmüller, 24. Jänner 2023, 14:44 Uhr
Sieg für "Triangle of Sadness", Krieps beste Darstellerin
Beste Darstellerin: Vicky Krieps in "Corsage" von Marie Kreutzer Bild: Alamode

Seitdem öffentlich wurde, warum sich Florian Teichtmeister am 8. Februar vor Gericht verantworten muss, legten sich die Vorwürfe gegen den Schauspieler wie ein giftiger Schleier über das Oscar-Rennen der österreichischen Produktion. Seit heute ist sie offiziell nicht für den Academy Award als bester fremdsprachiger Film nominiert.

Marie Kreutzers Drama "Corsage" über Kaiserin Elisabeth (Vicky Krieps) hat es nicht auf die Liste der finalen fünf Werke im Rennen um den Auslandsoscar 2023 geschafft. Bei der Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen in Los Angeles blieb dem Österreichbeitrag der Erfolg verwehrt. Florian Teichtmeister spielt in "Corsage" Kaiser Franz Joseph und muss sich Anfang Februar wegen Besitz von Bilddateien, die im Zusammenhang mit sexueller Gewalt an Kindern stehen, vor Gericht verantworten.

So enttäuschend dieses Aus für Regie (Marie Kreutzer), Produktion, Ensemble und Filmcrew sein muss (weil man nie genau wissen wird, ob es allein an der künstlerischen Leistung lag), so erleichternd ist es für die öffentliche Debatte.

Zur „Causa Teichmeister“ gestaltete sie sich als permanente Themenüberlagerung (Verdachtsmomente, Probleme in der Filmbranche, Opfer-Täter-Fragen, Feminismus), die einen Schleier über den ursprünglichen Missstand legten, der für die Elektrisierung in diesem Fall der Grund war: sexuelle Gewalt an Kindern, die sexuelle Neigung der Täter, die Weise, wie darüber kommuniziert wird: zu wenig, emotionalisiert, bezogen auf Anlässe, für die es einen Skandal braucht, zu dem es von vornherein nicht kommen hätte sollen.

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Mit dem Aus für „Corsage“ verstummt die Oscar-PR-Maschinerie. Es öffnet sich ein Zeitfenster, um laut und deutlich über tabuisierte Fragen zu sprechen: Sie betreffen Aufklärung, Schutz, Täterarbeit, Prävention und später die Kontrolle, ob man politische Absichtserklärungen bei solchen Fällen überhaupt beim Wort nehmen kann.

Oscar-Ehren in Aussicht hat hingegen bei der Hollywoodgala am 12. März die deutsche Produktion "Im Westen nichts Neues" mit dem Wiener Schauspieler Felix Kammerer in der Hauptrolle. Daneben schafften es u.a. auch "Argentina, 1985" (Argentinien) und "EO" (Polen) in die Endrunde für den Auslandsoscar.

In den Fokus rückt eine heimische Sensation abseits von „Corsage“: Schnittmeisterin Monika Willi ist für ihre Leistung in „Tár“ nominiert, ein Drama über Machtmissbrauch. Die Tirolerin (54) gilt als eine der Besten ihres Fachs und schnitt für Michael Haneke u. a. „Liebe“ und „Das weiße Band“ und für Josef Hader „Wilde Maus“.

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Autorin
Nora Bruckmüller
Redakteurin Kultur
Nora Bruckmüller
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24  Kommentare
24  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
DeaLi86 (1.735 Kommentare)
am 24.01.2023 18:13

Ist das jetzt auch gegessen, leider auf eine komplett andere Form. Egal, kann sowieso nur einer den Oskar bekommen.

Aber jetzt bitte nicht verstummen, vertuschen, oder aufgeben, wer denn die zweite Person des Filmes ist, die Dreck am stecken hat (sexuelle Belästigung), ist nämlich genau so relevant für die Öffentlichkeit.
Und es ist ebenso wichtig, dass man sieht, dass man als Opfer ernster genommen wird.

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klettermaxl (6.830 Kommentare)
am 24.01.2023 17:08

Ist "Corsage" ein strukturell pädophiler Film? Natürlich nicht. Somit ist sein Boykott entweder Ausdruck geistigen Unfugs oder wirtschaftlicher Eigeninteressen.

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supercat (5.297 Kommentare)
am 24.01.2023 18:38

aber in diesem Film wirkt ein Mann mit, der einem an die Gewalt und das Leid missbrauchter Kinder und sogar Babys erinnert und diese widerliche Vorstellung haftet diesem Film nun an, sobald dieser Schauspieler ins Bild kommt.

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klettermaxl (6.830 Kommentare)
am 24.01.2023 18:55

Dieser Film, seine Herstellung, seine Botschaft oder auch Intention, und auch keiner der anderen Filmmitarbeiter hat mit Pädophilie auch nur ansatzweise etwas zu tun. Nicht der leiseste Hauch davon ist vorhanden. Die Fehlhandlungen hat der Täter geheim und unerkannt gesetzt, die Wahrheit ist erst jetzt bekannt. Kausal hat das mit dem Film überhaupt nichts zu tun.

Es sollte nicht das, was sich die Leute (oder manche) vielleicht vorstellen, für zukünftiges Verhalten ausschlaggeben sein, sondern das, was wirklich ist. Und da war nichts.

Für mich sind die Reaktionen völlig überschießend. Man müsste alles abschaffen, wo irgendwie irgendwann einmal ein Straftäter (welcher Art auch immer) involviert war, obwohl es mit dem Wesen seiner Taten nichts Wesentliches oder eben gar nichts zu tun hat.

Unabhängig gehört natürlich gegen Pädophilie vorgegangen. Aber indem man die Täter straft bzw. ihre Möglichkeiten einschränkt, also zielgerichtet.

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ECHOLOT (8.804 Kommentare)
am 24.01.2023 17:06

Einzig richtige Entscheidung!!

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JosefBroz (4.497 Kommentare)
am 24.01.2023 16:56

Hollywood, für nicht wenige ein Synonym für strukturellen Machtmissbrauch und abgrundtiefe Verlogenheit, spielt sich zum Richter über Missbrauch von Menschen auf, was Frauen wohl dazu sagen? Einfalt, Verlogenheit oder gar Vertuschung? Oder von allem was?

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tim29tim (3.239 Kommentare)
am 24.01.2023 16:54

So eine internationale Blamage für Österreich!
Und diese Leute stellen im öffentlichen Lesungen Menschen wegen schlechten Tonfalls in privaten Chats an den Pranger.

Wann es stimmt das die rote First Lady im Aufsichtsrat des Burgtheater sitzt und seit 2021 nichts dagegen unternommen hat, dann müßte der Satz "Wir sind noch viel Ärger" heißen.

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ECHOLOT (8.804 Kommentare)
am 24.01.2023 17:06

Die grüne First Lady!

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klettermaxl (6.830 Kommentare)
am 24.01.2023 17:10

Deine Rechtschreibung ist noch viel ärger. Und der Haß auf die Menschenrechte der ÖVP, wie er sich in der Hetze gegen das Grundrecht auf Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit immer wieder äußert, das geht schon seit dem Urvater Gleißner, dem Faschisten, so dahin.

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supercat (5.297 Kommentare)
am 24.01.2023 22:01

* Hass, = auch ihre Rechtschreibung scheint ausbaufähig

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lesemaus (1.701 Kommentare)
am 24.01.2023 16:48

Jeden Tag wird darüber diskutiert Wenn Opas Kleinkinder missbrauchen liest man eine kleine Spalte davon.Man kann den Namen Teuchtmeister nicht mehr hören..Warum soll dieser Film einen Oskar bekommen.Da ist immer dieser Kerl präsent und das Thema präsent.

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JosefBroz (4.497 Kommentare)
am 24.01.2023 17:02

Kopf in den Sand stecken bringt schon gar nichts. Am wenigsten den Opfern. Die wären an einer öffentlichen Aufarbeitung und Bewusstserweiterung, Abhilfe wohl sehr interessiert. Und das sollte auch die Gesellschaft sein.

Die feinen Leuten, die sich am Täter selbst überhöhen, für die sind die Opfer doch nur Spielfiguren.

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tulipa (3.261 Kommentare)
am 24.01.2023 16:12

War zu erwarten, niemand will mit einem Pädophilen zu tun haben.

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allesistmOOEglich (5.632 Kommentare)
am 24.01.2023 16:42

Es war zu erwarten, weil jene, die so was entscheiden, mehrheitlich dumm sind. Deswegen sind die Dummen aber hoffentlich nicht der Maßstab, selbst wenn sie Macht haben.

Natürlich will niemand mit einem Pädophilen etwas zu tun haben, außer er wäre sein Arzt, Richter, Gefängniswärter usw.

Aber was hat das mit dem Film zu tun? Ist der Film pädophil? Oder wurde er dadurch pädophil? Allenfalls auch nur zu einem signifikanten Anteil?

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tulipa (3.261 Kommentare)
am 24.01.2023 20:54

Der Film kann noch so gut sein, Pädophilie ist so tabu in unserer Gesellschaft, dass sich alle eventuelle Diskussionen einfach nicht antun werden,

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allesistmOOEglich (5.632 Kommentare)
am 25.01.2023 15:01

Tulipa, das mag so sein. Aber das ist aus meiner Sicht aus mehreren Gründen nicht nur keine gute, sondern eine bedenkliche gesellschaftliche Haltung.

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observer (22.199 Kommentare)
am 24.01.2023 16:08

Eine äusserst hinterfragbare Entscheidung. Ich finde sie nicht richtig.

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allesistmOOEglich (5.632 Kommentare)
am 24.01.2023 16:02

Die Grundfrage ist ja die: Können und sollen strafwürdige Fehlhandlungen eines einzigen Mitarbeiters ein ganzes Unternehmen in den Ruin treiben, das damit überhaupt nichts zu tun hat? Und/oder die Botschaft z. B. eines Films, die mit seinem Handeln überhaupt nichts zu tun hat - ganz im Gegenteil? Und wer beteiligt sich an den Sanktionen und warum?

Mir stößt die Geschichte sauer auf. Hoffentlich werden die Budgets zur Verhinderung von Kindesmissbrauch erhöht, das wäre ein ehrlicher Ansatz.

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allesistmOOEglich (5.632 Kommentare)
am 24.01.2023 16:46

Schmecken Gummibärchen schlechter, weil ein entlassener Mitarbeiter ein unerkannter Verbrecher war? Mir nicht.

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NichtVerfuegbar (211 Kommentare)
am 24.01.2023 17:06

Würden Ihnen die Gummibären munden wenn ein Foto eines Kindesmissbrauchers die Verpackung ziert? Also mir nicht, Ihr Argument geht völlig ins Leere, denn der Herr T. ist immerhin das Gesicht des Filmes

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allesistmOOEglich (5.632 Kommentare)
am 24.01.2023 17:20

Wenn mit Verbrechen geworben würde, nein. Eine Verpackung hätte in diesem Fall auch die Funktion von Werbung, Marketing. Das ist aber nicht der Fall. Teichmeister ist ein Mitarbeiter am Set von vielen, sein Handeln hat mit dem Film oder seiner Botschaft oder mit der Einstellung auch nur eines anderen Mitarbeiters bei diesem Film, oder jener, die ihn vertreiben, usw. überhaupt nichts gemein. Der Film ist auch jetzt keine Werbung für Pädophilie, und ich kann mir nicht vorstellen, dass ihn Pädophile besonders gerne ansehen, weil ein Pädophiler mitspielt, geschweige denn, dass der Film, würde er voll gespielt wie vorher, Menschen zu Pädophilen macht.

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Muenchner1972 (753 Kommentare)
am 24.01.2023 15:25

Die Amis wollen einen Film über den 2. Weltkrieg. Also gebt Ihnen "Der Fuchs"!

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gw20566 (838 Kommentare)
am 24.01.2023 15:42

den sehen sie so weit oben? respekt

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teja (5.847 Kommentare)
am 24.01.2023 15:15

Super.

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