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Kultur

Frequency-Festival abgesagt "Die Wut ist sehr, sehr groß"

Von Lukas Luger  17. Juli 2021 03:30 Uhr

Frequency-Festival abgesagt "Die Wut ist sehr, sehr groß"
Bis zu 50.000 Besucher pro Tag waren für das heurige Frequency-Festival erwartet worden.

Die 20. Ausgabe des Musikfestivals in St. Pölten wurde von den Behörden aus Angst vor der Delta-Variante verhindert

Das von 19. bis 22. August angesetzte Frequency-Festival wird doch nicht stattfinden. Die Stadt St. Pölten hat als zuständige Behörde die Entscheidung getroffen, die 20. Ausgabe des Festivals mit Acts wie Bilderbuch, RAF Camora oder AnnenMayKantereit nicht zu genehmigen. Als Begründung wurden seitens des Rathauses vor allem Bedenken wegen der Delta-Variante des Coronavirus genannt. "Die Gesundheit von Besuchern und Bevölkerung geht vor", so ein Sprecher.

Verärgert reagierte Festivalveranstalter Ewald Tatar auf OÖN-Anfrage. "Die Wut ist sehr, sehr groß", so der Barracuda-Music-Geschäftsführer. "Wir haben die vergangenen Wochen und Tage wie die Löwen für dieses Festival gekämpft. Es hat geheißen: Jetzt sind die Jungen dran. Offenbar sind sie das nicht." Die steigenden Infektionszahlen in Österreich sowie der Umstand, dass sich bei einem Musikfestival in Utrecht kürzlich rund 1000 Besucher mit dem Coronavirus infiziert haben, seien "sicher nicht unbedingt förderlich gewesen".

Frequency-Festival abgesagt "Die Wut ist sehr, sehr groß"
Ewald Tatar, Frequency-Veranstalter

Kapazität auf 3000 begrenzt

Rechtlich fußt die Absage auf einer Verordnung der Stadt, die am 28. Juli in Kraft tritt. Diese sieht bei mehr als einen Tag dauernden Outdoor-Veranstaltungen eine Kapazitätsbegrenzung von 3000 Personen vor. Festgehalten wurde von den Behörden explizit, dass das seitens der Veranstalter vorgelegte Sicherheitskonzept "ausgezeichnet" gewesen sei. Geholfen hat dies schlussendlich nichts. Fühlt Tatar sich "gepflanzt"? "Ob ich mich persönlich gepflanzt fühle, ist nebensächlich. Wir haben mit guten Argumenten und fundierten Zahlen gekämpft. Dass es nicht gereicht hat, ist traurig." Die Zukunft des Frequency-Standorts in St. Pölten stelle die Absage nicht infrage. Es sei nicht angedacht, eine neue Location zu suchen: "Kein Thema."

Zu den finanziellen Folgen des Frequency-Aus wollte der 56-Jährige keine Auskunft geben. "Dazu kann ich im Moment leider echt noch nichts sagen." Man habe das Festival aber natürlich beim "Veranstalterschutzschirm" der Bundesregierung eingereicht. Erst vor wenigen Tagen wurde dieser reformiert und die Fördersumme pro Veranstalter von zwei auf zehn Millionen Euro erhöht.

"Ein Schlag ins Gesicht"

Ab sofort will sich Tatar auf das "Nova Rock Encore" am 11. September in Wiener Neustadt konzentrieren. Er sei zuversichtlich, dass dieses Konzert stattfinden wird, ebenso wie alle anderen geplanten Veranstaltungen. Die jetzige Absage sei zwar ein "Schlag ins Gesicht", man sei aber für die kommenden Monate sehr gut aufgestellt. Denn: "Es gibt eine gültige Verordnung, wie solche Events gespielt werden können. Diese Verordnung hätten wir erfüllt. Jetzt hat eben eine lokale Behörde entschieden, dieses eine Festival nicht zu genehmigen. Das eine hat mit dem anderen aber im Prinzip nichts zu tun."

Keine Shows wird es mit Sicherheit heuer auf Burg Clam, die ebenfalls von Barracuda Music bespielt wird, geben. Tatar: "Kurz stand zur Debatte, das eine oder andere Konzert im kleinen Rahmen zu spielen. Wir haben es aber sein lassen, weil die geplanten Acts doch nicht wollten oder konnten. Wir konzentrieren uns auf den Clam-Sommer 2022."

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Lukas Luger

Redakteur Kultur

Lukas Luger
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