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Fenja Lukas begeistert als Adele in "Der Fledermaus" am Musiktheater Linz

Von Karin Schütze, 17. November 2023, 14:12 Uhr
Die Münchnerin ist seit 2015 festes Mitglied im Opernensemble am Landestheater Linz. Bild: Foto: Stefan Weiss

Der Reinerlös der Vorstellung von Johann Strauss Operette am25. November geht an dasOÖN-Christkindl.

"Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht", ist Fenja Lukas im OÖN-Gespräch selbst überrascht. Vor genau zehn Jahren stand die Sopranistin erstmals im Linzer Musiktheater auf der Bühne, als "arabische Prinzessin" Amirah. Seit 2015 ist die gebürtige Münchnerin festes Mitglied im Opernensemble und derzeit als – hochgelobte – "Adele" in "Der Fledermaus" und als Ännchen im "Freischütz" zu erleben.

Das Musiktheater ist mittlerweile "zu meiner zweiten Heimat geworden. Von Anfang an mit Hauptrollen betraut zu werden, ist schon etwas besonderes. Dadurch habe ich auch ein sehr umfangreiches Repertoire aufbauen können."

Maske, Einsingen, Auftritt

Was sie heute der blutjungen Sängerin von einst, mitten aus dem Bachelor-Studium an der Linzer Bruckneruni herausengagiert, mit auf den Weg geben würde? Sie denkt kurz nach: "Sich nicht zu sehr ablenken zu lassen von dem, was andere Menschen denken. Man darf nicht unterschätzen, wie viel man, trotz der ganzen Schminke und dem Kostüm, von seinem Innersten preisgibt. Man muss die Rolle gänzlich erfassen, musikalisch wie dramaturgisch, damit man dann komplett hinter dem stehen kann, was später auf die Bühne kommt. Wenn Unsicherheiten übrig bleiben, treffen einen Kritiken immer viel mehr. Das würde ich meinem jüngeren Ich mitgeben."

Die Tage der Sängerin sind lang und haben längst begonnen, bevor sich um 19.30 Uhr der Bühnenvorhang hebt. "Unsere früheste Maskenzeit ist um 18 Uhr. Beim ,Freischütz‘ bin ich eine komplette Stunde in der Maske, weil der ganze Oberkörper, die Arme und das Gesicht weiß geschminkt werden. Danach schaue ich, dass der Körper warm wird und ich Energie sammle. Manche singen sich schon vor der Maske ein, ich gehe lieber etwas früher in die Maske zu meiner lieben Gerlinde" (Maskenleiterin Gerlinde Matousch, Anm.), schildert sie einen normalen Vorstellungstag. "Manche Rollen sind ein echtes Work-Out", scherzt Fenja Lukas, "als Stubenmädchen Adele in der ‚Fledermaus’ wird neben anspruchsvollen Arien auch einiges körperlich abverlangt. Die Treppe, die ich während meiner zweiten Arie hoch und runter stolpere, ist eine echte Herausforderung. Das Kleid, das doppelt so breit ist wie die Treppe selbst, verhängt sich in den Stäben, man muss aufpassen, dass man nicht auf den Saum tritt, das ist echte Arbeit — aber auch lustig, weil sie ulkig sein darf. Adele hatte ja in ihrem Leben noch nie so ein Kleid an. Das darf schon unbeholfen ausschauen, wenn sie ihren gut zehn Kilo üppigen Rock um ihre Hüften schwingt."

Ganz anders gestrickt ist hingegen ihre Interpretation des Ännchen im "Freischütz", eine tragische Rolle, "in der ich viel ausprobieren konnte. Es ist nicht diese typische Ännchenrolle. Da auszubrechen und gemeinsam mit Hermann Schneider etwas Neues zu schaffen, machte mir unendlichen Spass. Mir gefällt das Resultat sehr und auch die extreme Inszenierung." Ob es für sie einen Unterschied macht, wenn der Hausherr höchstpersönlich Regie führt? "In gewisser Weise ist man natürlich ein bisschen aufgeregter, aber während der Rollenerarbeitung verfliegt das. Am Schluss stehen Kunstschaffende auf einer Bühne und ziehen gemeinsam an einem Strang. Aber unterbewusst nimmt man schon mit, dass da der Chef sitzt", obendrein mit dem "GMD" Generalmusikdirektor Markus Poschner am Pult, "die doppelte Ladung", sie lacht. Ungleich schwerer wiegt dafür auch beider Lob. "Man kann es vielleicht anders machen, aber sicherlich nicht besser", verneigte sich etwa der Bruckner Orchester-Chefdirigent vor ihrer Susanna in "Le nozze di Figaro" im Vorjahr.

Auch Zerlina im "Don Giovanni", die Musetta in "La Bohème" oder Almira in "Rinaldo" zählen zu ihrem vielfältigen, immer umfangreicheren Repertoire. Ob sie sich manchmal Aufnahmen ihrer Kolleginnen anhört? "Ja schon. Einfach auch, um mir Ideen zu holen beim Einstudieren. Aber ab einem gewissen Punkt muss man sagen: Das vergesse ich wieder und gehe meinen eigenen Weg", um den sie für ihre nächste Rolle nicht umhin kommt: Ab April ist sie – nach "Unter dem Gletscher" von Michael Obst im Vorjahr – abermals in einer zeitgenössischen Oper zu erleben: "Benjamin Button", ein Auftragswerk des Landestheaters an den Deutschen Reinhard Febel.

"Das ist auch etwas unheimlich Spannendes: Man sitzt vor diesem neu komponierten Werk und hat vom Komponisten die Angaben und Tempi. Aber wie das dann am Ende alles klingt, weiß man ja noch gar nicht. Das ist total faszinierend." Und ein Abenteuer: "Man weiß nie, was auf einen zukommt."

Ob es die Noten schon gibt? "Ja, aber meine liegen momentan noch bei unserer verlässlichen Veronika (Archivarin Veronika Retschitskaja, Anm.). Nachdem ich jetzt Fitzgeralds Originalroman und das Libretto durchgearbeitet habe, mache ich mich an die Noten und die Partitur ran, vertiefe mich in die Musik, bis sie ein Teil von mir ist."

Dann wird sie am Klavier sitzend ihre Melodien kennenlernen, die sie fleißig einstudieren wird, "bis wir alle wieder im Theater zusammentreffen und mit den Proben beginnen." Auch welche musikalischen, szenischen oder schauspielerischen Herausforderungen diesmal auf sie warten, bleibt spannend. Oper ist ein Abenteuer. Vor allem ein beglückendes.

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Autorin
Karin Schütze
Redakteurin Kultur
Karin Schütze
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