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Kultur

"Solo": Der Teufelsgeiger Simon Frick geht seinen Weg allein

Von Franziska Zimmer   27. Februar 2015

Simon Frick experimentiert gerne mit seiner E-Geige.

WIEN/LINZ. Simon Frick ist Geigenspieler aus Leidenschaft. Nachdem sich der „Teufelsgeiger“ in zahlreichen Projekten vor allem in den Genres Jazz und Neue Musik ausgetobt hat, zeigt er mit seinem Solo-Erstlingswerk eindrucksvoll, dass sein Herz für die härteren Töne schlägt.

Langes, meist zu einem Pferdeschwanz gebundenes Haar, grimmiger Blick und volle Konzentration auf seine Geige, die nicht geschont wird - wer den charismatischen Vorarlberger Simon Frick auf der Bühne miterlebt hat, spürt schnell, dass er ein Ausnahmetalent vor sich hat. Bei Frick wird die Geige nicht nur gespielt, sie wird gezupft, geschlagen, gestrichen und gekrault. Der Musiker, Improvisator und Komponist liebt es, auf der Bühne zu stehen und sein Publikum immer wieder aufs Neue musikalisch zu überraschen. Von Jazz bis Gypsy, von Rock, Heavy Metal bis Klassik. Simon Frick geht in den verschiedensten Musikstilen bis an die Grenzen - und darüber hinaus.

Im Dezember 2014 hat der 31-Jährige, der an der Linzer Anton Bruckner Universität Klassik und Jazz studiert hat, sein erstes Soloalbum auf den Markt gebracht. Das durch Crowdfunding (Projekt wurde erst durch die finanzielle Unterstützung der Internet-Community möglich) zustande gekommene Album „Solo“ kann man nicht in ein Genre pressen. Rockige und wilde Töne wechseln sich mit leisen und fast lyrischen Passagen ab. Sowohl Eigenkompositionen als auch Coverversionen (unter anderem der Nirvana-Klassiker „Smells like Teen Spirit“) finden sich auf dem Erstlingswerk des Musikers. Mit harten Stakkato-Riffs lässt er Heavy Metal-Klassiker neu aufleben („In The Name Of God“/ Original von Dream Theatre, „ATWA“/ Original von System Of A Down). In den ruhigen Nummern („Internal Bleeding“, „Dazed“/ beides Eigenkompositionen) baut Frick hingegen eine zarte Atmosphäre auf. Zusammenfassend ist Simon Frick mit "Solo" ein vielseitiges und tiefgründiges Album gelungen.

"Musik ist Forschungsfeld und Lebensgefühl"

Der 31-jährige Frick hat im Interview mit nachrichten.at über seine Ziele, Lieblingsbands und die große Bedeutung von Musik in seinem Leben gesprochen.

Simon Frick

 

nachrichten.at: Was bedeutet Musik für Sie?

Simon Frick: Einerseits sehe ich Musik als Forschungsfeld, in dem ich Sachen ausprobiere und versuche meine Möglichkeiten zu erweitern. Andererseits ist meine eigene Musik aber auch ein Spiegel meines Lebensgefühles. Meine Eigenkompositionen sind oft durch persönliche Erlebnisse inspiriert.

Ein Leben ohne Musik - überhaupt vorstellbar?

Kaum. Alles wäre anders. In irgendeiner Form beschäftige ich mich die meiste Zeit mit Musik. Ich spiele selber, komponiere, unterrichte und höre auch in der Freizeit viel Musik. Ohne Musik würde ich mich wahrscheinlich intensiv mit etwas anderem beschäftigen.

Ihre Lieblingsbands und Interpreten?

Wo soll ich da anfangen, da gibt es so viele... Guns N' Roses, Led Zeppelin, Nirvana, Dream Theater, System of a Down, Disturbed, Metallica - das sind meine rockigeren Favoriten. Im Pop-Bereich mag ich Prince und D'Angelo. Jazz: Keith Jarrett, Brad Mehldau, Jan Garbarek, John Scofield, Brian Blade, um nur ein paar zu nennen. Gidon Kremer und Frank Peter Zimmermann sind meine Favoriten im Bereich Klassische Geige. Daneben gibt es auch noch viele jüngere und lokale Musiker und Bands, die ich sehr lässig finde.

Die erste CD, die Sie gekauft haben?

Guns N' Roses „Lies“.

Ihre musikalischen Ziele?

Ich möchte meinen musikalischen Weg weiter beschreiten wie bisher, mich dabei in die Musik vertiefen, lässige Projekte realisieren und Konzerte geben. Wo mich das dann noch hinführt, möchte ich gerne auf mich zukommen lassen. 

 

Weitere Infos

 

Simon Frick Solo

Die nächsten Live-Auftritte mit der Band "Gnigler"

  • Im Salzburger "Jazzit“ am 21. März

  • Im Wiener "Blue Tomato" am 24. März

  • Fricks Soloprojekt wird am 16. August im Linzer Musikpavillon vorgestellt.

 

Videos:

Trailer vor dem CD-Release

„Smells like Teen Spirit“

Das experimentelle Jazz-Duo Frick/Helbock beim Jazzfestival Santiago

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