Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Studie räumt mit Mythen auf: Warum wirklich weniger Babys geboren werden

Von OÖN, 15. Jänner 2013, 00:05 Uhr
Baby
(Symbolfoto) Bild: colourbox.com

WIEN. Österreichischer Grund für die niedrige Geburtenrate: Rückgang der Mehrkindfamilien.

Rund um das Thema sinkende Fruchtbarkeit und Geburtenraten kursieren viele Vorurteile und Mythen – etwa, dass die Kinderlosigkeit heute so hoch wie nie zuvor sei oder niedrige Geburtenraten eine Folge der Berufstätigkeit der Frauen seien. Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland und der Schweiz räumen in ihrer aktuellen Studie „Zukunft mit Kindern“ mit all diesen Mythen auf.

Mythos 1: Tatsächlich gibt es in den deutschsprachigen Ländern eine vergleichsweise niedrige Geburtenrate von 1,4 Kindern pro Frau. In Österreich sei der Grund dafür ganz eindeutig. Ehepaare wünschen sich ein oder zwei Kinder – mehr Kinder seien meist nicht geplant, sagt Studien-Mitautorin Alexia Fürnkranz-Prskawetz vom Institut für Demografie.

Mythos 2: Falsch sei auch das pauschale Argument, die niedrige Fertilität (Fruchtbarkeit) sei durch die erhöhte Erwerbstätigkeit von Frauen begründet. In Skandinavien und Frankreich gebe es die höchste Erwerbstätigkeit von Frauen, aber auch die höchsten Geburtenraten.

Mythos 3: Die Kinderlosigkeit ist heutzutage nicht höher als jemals zuvor. Zwar sei jede fünfte Frau, die um 1965 geboren wurde, kinderlos geblieben – zu Beginn des 20. Jahrhunderts hätten aber sogar 25 Prozent der Frauen keine Kinder bekommen.

Mythos 4: Nicht richtig sei auch die weit verbreitete Annahme, dass Frauen durch die gestiegene Lebenserwartung länger Kinder bekommen könnten. „Die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden, sinkt weiterhin mit zunehmendem Alter. Das durchschnittliche Alter für die Menopause liegt seit Jahren konstant bei 51 Jahren“, sagt Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Bonn. Wahr ist allerdings, dass in den 1970er- und 1980er-Jahren das durchschnittliche Alter einer Frau beim ersten Kind bei rund 25 Jahren lag. Derzeit ist das Durchschnittsalter 30. Zudem sei 1981 nur bei jeder 16. Geburt die Mutter über 35 Jahre alt gewesen, derzeit ist dies bereits bei jeder vierten Geburt der Fall.

Mythos 5: Es gebe keinen wissenschaftlichen Hinweis dafür, dass sich die Spermienqualität, etwa durch Umweltbedingungen, wie man oft höre, verschlechtert habe, sagt Holzgreve.

Mythos 6: Die Studie zeigt auch, dass das Ausmaß der Kinderlosigkeit hochgebildeter Frauen in der Vergangenheit aufgrund fehlender Daten als zu hoch eingeschätzt wurde (in Deutschland 28 Prozent der um 1965 geborenen Akademikerinnen).

Mythos 7: Die Pauschalaussage, Immigrantinnen hätten viel höhere Fertilität als einheimische Frauen, stimme nicht, es gebe eine große Variation der Geburtenrate. In Österreich liegt die zusammengefasste Geburtenziffer für alle Immigrantinnengruppen bei 1,9 mit einem schwachen Rückgang über die Zeit.

„Kinderwunsch ist durchaus da“

Man wolle mit der Studie und den Empfehlungen der Experten „nicht die Fertilität erhöhen“, betonte Alexia Fürnkranz-Prskawetz. Es gehe vielmehr darum, zu verstehen, warum die Fertilität im deutschsprachigen Raum auf so niedrigem Niveau sei. „Denn der Kinderwunsch ist durchaus gegeben und liegt im Schnitt bei rund zwei Kindern“, sagt die Wissenschafterin.

Die Studienautoren gehen davon aus, dass veränderte Rahmenbedingungen durchaus dazu führen könnten, dass wieder mehr Kinder geboren würden.

 

Download zum Artikel

Entwicklung der Geburtenrate

PDF-Datei vom 14.01.2013 (1.027,13 KB)

PDF öffnen

 

Empfehlungen der Wissenschaftler

Rechtlicher Anspruch auf Familienzeit: Der derzeit stark auf die ersten Lebensjahre des Kindes fokussierte Karenzanspruch soll durch flexible Zeitmodelle abgelöst werden. (Auch bei Schul- und Wohnungswechsel oder längeren Krankheitsphasen sollte genügend Zeit für Fürsorge bleiben.)

Temporäre Teilzeit: Möglich sein sollte ein zeitweiliger Berufsausstieg als auch Teilzeitmodelle, und zwar für beide Elternteile. Für die Forscher wäre das ein Weg zu größerer sozialer Gleichheit und Gerechtigkeit.

Infos im Online-Portal www.zukunft-mit-kindern.eu

mehr aus Familie

Vier Lamas, zwei Esel, 15 Kinder und jede Menge Spaß auf der Weide

Kolumne

Wer liebt wen – und warum? Das Geheimnis der Partnerwahl

Lama- und Eselhof in Pichling

Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

15  Kommentare
15  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
( Kommentare)
am 25.02.2015 12:32

Ich bin der Ansicht, dass sinkende Geburtenraten kein Problem sind auf einem überbevölkerten Planeten.

lädt ...
melden
antworten
( Kommentare)
am 25.03.2013 00:25

Meiner Erfahrung nach hängt die Kinderzahl vor allem von der Einstellung ab.
Wer in Österreich viele Kinder haben will, kann das heutzutage wahrscheinlich besser als früher, so er den passenden Partner findet.
Wir kennen einige Beispiele von kinderreichen Familien.
Im allgemeinen geht es ihnen und vor allem den Kindern gut.
Eine Kindheit in einer kinderreichen Familie ist meistens ein Vorteil für das ganze Leben. Das sollte sich mehr herumsprechen.
In unserem kleinen Ort hat sich das herumgesprochen. Es gibt 3 Familien (junge Familien) mit 8, 3 mit 6 Kindern, etliche mit 5 oder 4 Kindern.
Beispiele aus OÖ sind z.B. hier zu finden:
http://schreibfreiheit.eu/2011/12/16/verband-kinderreicher-familien-in-deutschland-gegrundet/

lädt ...
melden
antworten
observer (22.195 Kommentare)
am 15.01.2013 17:01

Kinder als Hemmnis zur sogenannten Selbstverwirklichung und Selbstentfaltung. Mit Kindern ist man in deren Verständnis einfach nicht so frei als ohne. Ausserdem nehmen kurzzeitige, wechselnde Sexualkontakte (die früher nicht so leicht ausserhalb der Ehe erreichbar waren) zu), in solchen Kontakten sind Kinder sowieso unerwünscht. Und die "passierten" Kinder nehmen ab, weil eben die Aufklärung zugenommen hat und die Verhütungsmittel für alle erreichbar sind. Und der Einfluss der röm.katholischen Kirche, die lange Zeit Sexualkontakte nur als Mittel der Kindererzeugung als zulässig gesehen hat, der schwindet auch immer mehr, selbst in ländlichen Kreisen. Der Stellenwert von Kindern in unserer Gesellschaft ist ausserdem wesentlich geringer geworden. Das lässt sich durch finanzielle und andere Anreize nicht verändern. Die, die sowieso Kinder kriegen würden, die kriegen dann halt einfach mehr Geld, was deren Kinderanzahl weiter in die Höhe treiben mag - villeicht auch nicht immer gut.

lädt ...
melden
antworten
puschl40 (3.116 Kommentare)
am 15.01.2013 12:36

viel zu niedrig sind!!

Heute kann man mit dem Lohn des Mannes alleine keine Familie mehr erhalten!! Die Frau muss mitverdienen und hat daher eine enorme Doppelbelastung!!! Mehrere Kinder bringen die Familie in die Armut!!

Alle Studien sind dummes Geschwätz!!! zwinkern

lädt ...
melden
antworten
gerne_linzer (301 Kommentare)
am 15.01.2013 18:51

ob das ein ironischer Kommentar oder trauriger Ernst ist?

lädt ...
melden
antworten
Kopfnuss (9.761 Kommentare)
am 15.01.2013 19:29

ohne Arbeit auf etwa 2.000 EUR Nettoeinkommen.
Nicht gerade schlecht, oder?

Familien, die arbeiten, haben oft auch nicht mehr.
Würde man die Arbeitsfaulen nicht so sehr füttern,
hätten die Arbeitenden ein paar Hunderter mehr im Säckel.

lädt ...
melden
antworten
suzieQ (5.403 Kommentare)
am 15.01.2013 09:37

Ist eine Fertilitätsrate wie im Jemen oder in Somalia erstrebenswert?
Das ist eher ein Beweis dass Österreicher ihr Hirn einschalten bevor sie ...

lädt ...
melden
antworten
alf_38 (10.950 Kommentare)
am 15.01.2013 09:47

die Leute müssen immer mehr werden -> dann beuten sie alle Ressourcen aus, bis nichts mehr geht.
Leider ist unsere Gesellschaft auf Wachstum aufgebaut und es
wird immer so weitergehen bis unser Planet kolabiert, dann fangen wir wieder bei Null an grinsen

lädt ...
melden
antworten
Ameise (45.683 Kommentare)
am 15.01.2013 07:55

das sei ein"Mythos"-mich begeistern Studien immer wieder-sie sind so lebensecht...

lädt ...
melden
antworten
Toast (448 Kommentare)
am 15.01.2013 11:09

Mythos doch wahr ist: Der Storch bringt die Kinder. Wo sonst sollen die 60%+ an Kindern mit Migrationshintergrund in unseren Schulen sonst herkommen?

lädt ...
melden
antworten
picknick (500 Kommentare)
am 15.01.2013 11:58

dass sie 1,9 kinder im schnitt haben

lädt ...
melden
antworten
( Kommentare)
am 15.01.2013 05:53

ist eine sehr relative aussage.

immerhin gibt es in Ö mittlerweile viele kids die NICHT hier geboren sind und trotzdem da leben - (bitte 3 x raten wie das geht) !

es stimmt, der gelernte Öer kann sich mehr kinder nicht leisten, da er arbeiten MUSS um sein leben finanzieren zu können und es zumeist nicht an seinem wesen liegt, nur am sozialtopf-tropf zu hängen.

fazit: das ist KEIN mythos...

lädt ...
melden
antworten
( Kommentare)
am 15.01.2013 07:52

Richtig kombiniert, dem ist nichts hinzuzufügen !

lädt ...
melden
antworten
boehmerwaldhex (817 Kommentare)
am 15.01.2013 12:29

trifft es schon eher. Dafür Urlaub, großes Auto, ein Haus mit 10 Zimmern, ein Garten mit Pool usw. Die, die es sich wirklich nicht leisten können, die haben meist eh mehrere Kinder.

lädt ...
melden
antworten
Ameise (45.683 Kommentare)
am 15.01.2013 13:21

Gut kombiniert...

lädt ...
melden
antworten
Aktuelle Meldungen