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Wie ein Linzer Start-up Arzttermine von der Couch aus ermöglicht

Von Elisabeth Prechtl, 08. Januar 2022, 00:04 Uhr
Wie ein Linzer Start-up Arzttermine von der Couch aus ermöglicht
Gründer Fabian Lichtenstein Bild: Dostal

LINZ. Mit der App Vivellio können Nutzer Gesundheitsdaten übersichtlich verwalten – Österreichs erste digitale Augenklinik gestartet.

Arztbesuche können in Zeiten der Pandemie zur Herausforderung werden. Das Linzer Start-up Blockhealth will diesem Problem begegnen und hat vor kurzem Österreichs erste "digitale Augenklinik" gestartet. Acht heimische Ärzte haben sich dafür zusammengeschlossen: Sie ermöglichen Patienten, sie nach Terminvereinbarung digital von zu Hause aus zu konsultieren. Unter ihnen ist auch Matthias Bolz, Leiter der Universitätsklinik für Augenheilkunde des KuK Linz und Mitgründer von Blockhealth. "Der Bedarf nach digitalen Besprechungen mit Ärzten steigt", sagt Geschäftsführer Fabian Lichtenstein: So könnten etwa Befunde von der Couch aus besprochen werden. Physische Untersuchungen könne man vorbesprechen.

Geplant ist für heuer zudem ein System, um Fragen im Corona-Fall digital zu klären: "Viele Patienten sind verunsichert und wissen nicht, ob sie einen Arzt aufsuchen sollen", sagt Lichtenstein. Die Hotline 1450 sei häufig überlastet. Der Arzt könne den Patienten nicht nur hören, sondern auch sehen. Basis für diese "digitalen Kliniken", die es bald für verschiedene Fachrichtungen geben soll, ist die von Blockhealth entwickelte App Vivellio: Diese ermöglicht es Nutzern, Befunde, Medikamente, Allergien, den Impfpass und Befunde digital abzuspeichern und bei Bedarf für den Arzt freizugeben. So will das Team von Blockhealth (mittlerweile acht Mitarbeiter) die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten verbessern. Ein Mediziner habe im Schnitt sieben Minuten je Patient Zeit, sagt Lichtenstein: Durch die übersichtliche Darstellung könne er sich vorbereiten und so wichtige Zeit sparen. Die Hoheit über die Daten liege beim Patienten: Er entscheide, was er teilen wolle und für wie lange. Die Daten seien mehrfach verschlüsselt.

Mehr als 100.000 Personen im deutschsprachigen Raum nutzen die kostenlose App mittlerweile. Seit Oktober gibt es auch eine entgeltliche Vivellio-Version für Ärzte: 15 Mediziner sind an Bord, 15 registrieren sich derzeit. Hierauf soll der Fokus liegen.

App auch für Physiotherapeuten

Ebenfalls für heuer geplant: Vivellio soll auch für das nicht-medizinische Gesundheitspersonal, also etwa für Physiotherapeuten, freigeschaltet werden: Dies kann hilfreich sein, etwa wenn Patienten die Befunde vergessen.

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Autor
Elisabeth Prechtl

Redakteurin Wirtschaft

Elisabeth Prechtl

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