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Wirtschaftsraum OÖ

Oberösterreichische Gaskraftwerke schreiben derzeit rote Zahlen

Von Dietmar Mascher   26. Juni 2012 00:04 Uhr

Oberösterreichische Gaskraftwerke schreiben derzeit rote Zahlen
Das Gaskraftwerk in Timelkam ist derzeit jährlich 2500 Stunden in Betrieb, geplant waren 6000 Stunden.

LINZ. Oberösterreichs Gaskraftwerke stehen derzeit die meiste Zeit still. Ihre Betreiber, die Stromkonzerne Energie AG und Linz AG, leiden darunter, dass sie damit Strom nicht kostendeckend produzieren können.

Der Preis für eine Megawattstunde Strom beläuft sich in Europa derzeit auf rund 50 Euro. Die Kosten, Strom aus Gas zu erzeugen, lägen aber bei mehr als 80 Euro, sagt Werner Steinecker, im Energie-AG-Vorstand für Kraftwerke zuständig. „Wir befinden uns damit in bester Gesellschaft mit anderen Erzeugern in ganz Europa.“

Das Gaskraftwerk in Timelkam, das für 6000 Betriebsstunden im Jahr angelegt war, kommt derzeit nur auf 2500 Stunden.

Ähnlich ergeht es der Linz AG, die mit dem Kraftwerk Linz-Mitte und dem Kraftwerk Linz-Süd zwei Gaskraftwerke in Linz betreibt. „Es gibt einen enormen Ergebnisdruck bei den Kraftwerken“, sagt der zuständige Vorstandsdirektor Wolfgang Dopf. Derzeit würden diese Verluste schreiben. Im Fall der Linz AG seien dies derzeit sechs bis sieben Millionen Euro im Jahr. Vor allem das neue Kraftwerk Linz-Mitte bereitet Kopfzerbrechen.

Auch der größte Anbieter, der Verbund, musste jüngst mit Eröffnung des neuen Gaskraftwerks in Mellach aus diesem Grund mehr als 100 Millionen wertberichtigen. Der Handlungsspielraum ist begrenzt. Die Strompreise weisen auf dem Großhandelsmarkt keine Tendenz nach oben aus. Die Gaslieferverträge sind meist sehr langfristig vereinbart. Die Linz AG wird zwar im August noch einmal mit ihrem Lieferanten E.On Austria nachverhandeln. Ob das die großen Nachlässe bringt, ist allerdings noch nicht absehbar. „Wir rechnen damit, dass sich die gesamte Situation bis 2015 nicht wesentlich verändert“, sagt Dopf. Technisch werde versucht, die Anlagen schneller hoch- und niederfahren zu können, um in günstigen Phasen gewinnbringend Strom erzeugen zu können.

Energie-AG-Manager Steinecker sieht die Ursache für die unerfreuliche Situation in den hohen Förderungen für Alternativenergie. „Vor allem Offshore-Windenergie (Anlagen auf dem Meer; Anm.) liefern viel Strom. Und ständig werden mehr gebaut“, sagt Steinecker.

Dabei habe sich die Situation seit 2008, als die Nachfrage massiv eingebrochen war, noch immer nicht erholt. Damals hatte sich die Branche noch gefragt, wie sie jemals die enorme Nachfrage befriedigen könne. Jetzt sei das Angebot wesentlich höher als die Nachfrage.

In Deutschland gibt es konkrete Ansätze, dass nun auch Gaskraftwerke gefördert werden. In Österreich wird darüber nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen.

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