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Großpleite der umstrittenen Linzer Imperial-Gruppe fordert Justiz

Von (dm/sib), 02. November 2017, 00:04 Uhr
Großpleite der umstrittenen Linzer Imperial-Gruppe fordert Justiz
In der Provinz Grosseto steht in einer riesigen Parkanlage das Cordial Hotel Toskana.

LINZ. Sechs Firmen inklusive der Cordial-Ferienhotels insolvent – Fast 22.000 Anleger betroffen.

Es ist eines der größten Insolvenzverfahren, die das Linzer Konkursgericht je zu bewältigen hatte: die Pleite der Firmengruppe Imperial inklusive der Cordial-Hotels. Dass dem so ist, ist dem Geschäftsmodell der Firmengruppe geschuldet: Es basiert darauf, dass private Geldgeber an den Verlustbeteiligungsmodellen teilnehmen. Bei Imperial sind es 15.300 Investoren, bei der Ferienhotel-Gruppe Cordial weitere 6300.

Um die vielen Einzelforderungen zu bündeln, hofft die Schuldnerseite auf den Verein für Konsumenteninformation, der im Gläubigerausschuss zusätzlich zu den Gläubigerschutzverbänden diesmal vertreten ist. "Man wird auf die Clubmitglieder zukommen und sie bei der Anmeldung ihrer Forderungen unterstützen", kündigt Rudolf Mitterlehner an.

Der renommierte Linzer Anwalt berät die sechs Schuldnerfirmen (mit etwa 120 Beschäftigten) bei der Abwicklung des Sanierungsverfahrens – und beim Verkauf von Objekten. Dieser wird nötig sein, um die angebotene Sanierungsquote von 20 Prozent zahlbar innerhalb von zwei Jahren zu stemmen, sagt Mitterlehner.

Verkaufsgespräche laufen

Der Anwalt sagt, es habe bereits Vorgespräche mit möglichen Käufern gegeben. Um welche und wie viele der 100 Objekte und acht Hotels es sich handelt, wollte Mitterlehner nicht sagen, weil jetzt die Sanierungsverwalter Gerhard Rothner und Peter Shamiyeh das Sagen hätten. Der Anwalt geht davon aus, dass die Immobilien über den Sanierungszeitraum verkauft werden: "Dann sind die Objekte auch werthaltig. Bei kurzfristigen Verkäufen wären die Preise nicht zu halten." Eine Zerschlagung sei nicht geplant, so Mitterlehner. Die Firmen würden geschrumpft.

Wie kam es überhaupt zur Insolvenz? Das Geschäftsmodell von Imperial war jahrzehntelang umstritten und Gegenstand mehrerer Gerichtsverfahren. Seit Anfang der 1990er Jahre wurde Imperial immer wieder vorgeworfen, die Wertpapiere, in denen die Rechte verbrieft waren, seien schwer handelbar. Erst 2015 wurde ein Verfahren wegen Anlegertäuschung und Veruntreuung eingestellt. Zudem ist das Firmengeflecht schwer zu durchschauen.

Jetzt hat allerdings der Oberste Gerichtshof (OGH) das grundlegende Geschäftsmodell gekippt. Die 58 Millionen Euro, die 15.300 atypische Gesellschafter allein bei Imperial einbezahlt haben, sind demnach kein Eigenkapital mehr, sondern Fremdkapital, weil mit der atypischen Beteiligung keine Mitsprache verbunden sei. Damit wich der OGH von seiner bisherigen Rechtsprechungslinie ab. In der Konsequenz können Gesellschafter ihr Kapital samt Vorwegbezügen und Zinsen abziehen. Das heißt, Imperial muss plötzlich viel Geld zur Verfügung stellen.

Die Schulden der sechs betroffenen Firmen belaufen sich laut Creditreform und KSV insgesamt auf mehr als 100 Millionen Euro.

Der Unternehmer Faramarz Ettehadieh hatte Imperial 1973 gegründet. Ziel war unter anderem die Errichtung von Immobilien in Österreich, Deutschland, Ungarn und Italien, die Beteiligung an Filmprojekten ("Georg Elser" mit Klaus Maria Brandauer), aber auch die Mitgründung des Wirtschaftsblatts 1995. Die Imperial Kapitalbeteiligung GmbH & Co KG weist 68,9 Millionen Euro an Verbindlichkeiten auf. Der Cordial Ferienclub kommt auf 36,8 Millionen, drei weitere Gesellschaften auf sechs Millionen Euro. 

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11  Kommentare
11  Kommentare
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( Kommentare)
am 02.11.2017 15:02

Ich möchte nicht wissen, wieviele hier privat ihr häuflein Schwarzgeld angelegt haben. Wenn das jetzt alles gerichtlich aufgearbeitet wird, kann es für manche brenzlich werden. Institutionelle Anleger spielen nicht mit solchen Anlageformen. Das ist gegen deren Vorschriften.

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hanix (670 Kommentare)
am 02.11.2017 12:02

Der private Anleger konnte steuerlich von diesem Verlustmodell Vorteile erlangen. Das dicke Ende mit dem Verlust der Einlage war allerdings im Bereiche der Möglichkeit. Die frühere Möglichkeit eine Verlustabschreibung über die Einlage hinaus wurde erst nach etlichen Jahren abgestellt. Der normale Steuerzahler hat diese Verlustabschreibungen finanzieren dürfen.....!

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Gugelbua (31.882 Kommentare)
am 02.11.2017 11:41

man sollte halt prüfen wen man Geld anvertraut, Werbung allein ist kein sicherer Tipp grinsen

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Vollhorst (4.973 Kommentare)
am 02.11.2017 09:30

"Es basiert darauf, dass private Geldgeber an den Verlustbeteiligungsmodellen teilnehmen."

Na, @Fortunatus/Till/Alcea/Opa99, hast du nicht felsenfest behauptet, das würde als Privater gar nicht funktionieren. grinsen grinsen

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( Kommentare)
am 02.11.2017 11:33

Vollhorst,
Das geht nicht mit der von dir behaupteten Lohnsteuererklärung.
Dafür musst du Einkommensteuerveranlagt werden. Nur darum ist es gegangen. Du hast darauf bestanden dass dein Vater sich durch die Verlustanrechnung bei der Lohnsteuererklärung Millionen erspart hat. Das gibt es nicht, auch nach wie vor nicht.
Ob Privat, oder Firma, das habe ich nie in Abrede gestellt. Auch dein Vater kann sich Steuern erspart haben, aber nicht mit der Lohnsteuererklärung und den von dir erklärten seltsamen Konstrukten, sondern nur durch eine Einkommensteuerveranlagung.

Du solltest wenigstens eine Grundahnung vom Steuerrecht haben und dazu gehört zum Mindesten, wann eine Lohnsteuer- und wann eine Einkommensteuerveranlagung erforderlich ist.

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kleinEmil (8.275 Kommentare)
am 02.11.2017 13:03

Jetzt ruderst aber vollgas zurück, anstatt dich zu entschuldigen und zu schämen.

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kleinEmil (8.275 Kommentare)
am 02.11.2017 11:46

😬👍😎😂😂

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MitDenk (29.558 Kommentare)
am 02.11.2017 05:31

Ich hoffe, Kurz studiert mal solche Kapitalanlagemodelle. Der Staat, der durch die Steuerersparnis 50% dazugezahlt hat, hat kein verbrieftes Recht!? So funktioniert der Ausverkauf des Staates an die Reichsten um Land.

Die Experten im Verhandlungsteam sollen hier anfangen, nach Sparmodellen zu suchen. Im Budget wird nicht mehr so viel zu finden sein, nach dem jahrelangen Ausverkauf.

Gerechtigkeit bei Kurz?
Vielleicht schafft er es ja: Steuern sparen bei den Kleinen, nebst Zinsen, z.B. freie Kindergartenplätze und Vorabbezug, z.B. freie Bildung.
Der Gewinn für den Staat sind Kinder als Zukunftssicherung und gut ausgebildete Arbeitskräfte mit Niveau, also Garantien für eine gute Zukunft.

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MitDenk (29.558 Kommentare)
am 02.11.2017 05:06

Kapital, samt Vorwegbezüge und Zinsen?
Vorwegbezüge ohne Mitspracherecht für atypische Gesellschafter?
Ist das Schweigegeld?
Verein für Konsumenteninformation soll unterstützen?
Seit wann brauchen Kapitalisten das?
Zuerst wollten sie hohe Steuern sparen mit den ihnen zur Verfügung stehenden überflüssigen Mitteln und eine schöne Rendite nebst Vorwegbezüge. Geht das nicht auf, werden sie auch noch unterstützt? Sind sie selbst unfähig?
Wann endlich ist es dem Staat ein Anliegen, Geld nicht nur nach oben zu scheffeln und die zu stützen, die es wirklich brauchen.

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teja (5.843 Kommentare)
am 02.11.2017 08:21

Das geld wird ja nicht weniger,es habens nur andere.

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