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Bye bye, Silicon Valley: Perger Gründer baut nun Software-Lab in Wien auf

Von Susanna Sailer  10. Oktober 2020 00:04 Uhr

Bye bye, Silicon Valley: Perger Gründer baut nun Software-Lab in Wien auf
Florian Dorfbauer: "Ich schätze internationale Offenheit." (Ines Thompsen/Dynatrace)

Start-up-Unternehmer Florian Dorfbauer kehrt nach drei Jahren aus dem US-IT-Mekka kehrt zurück, um für die Linzer Software-Schmiede Dynatrace zu arbeiten.

In der Start-up-Szene ist Florian Dorfbauer kein Unbekannter. Der aus Perg stammende promovierte Physiker gründete mit Bruder Gregor und Partnern wie Josef Trauner mehrere IT-Unternehmen. Zuletzt baute er in den USA für das gemeinsame Start-up Usersnap den Vertrieb auf.

Im Silicon Valley rannte Dorfbauer bei den IT-Giganten offene Türen ein. Ob Google, Apple, Microsoft oder Netflix – die in Linz entwickelte Usersnap-Software, mit der Fehler direkt auf der Web-Seite markiert werden können, was effizientes Feedback ermöglicht, kam bei den Kunden an.

Doch im Vorjahr trat das in Linz gegründete IT-Unternehmen Dynatrace auf den Plan. Bernd Greifeneder, Co-Gründer des Weltmarktführers für Cloud-Software-Intelligenz, lockte Dorfbauer zurück nach Österreich. Nun baut der 43-jährige Heimkehrer für Dynatrace ein Entwicklungs-Lab in Wien auf. Im Icon Tower am Hauptbahnhof sollen bis zu 120 IT-Spezialisten an einer erweiterten Plattform für künstliche Intelligenz tüfteln. Die ersten 22 Mitarbeiter hat Dorfbauer rekrutiert.

Das Nachhausekommen fiel dem Familienvater von zwei Kindern (acht und vier Jahre alt) kein bisschen schwer. "Die Lebensqualität ist in Österreich eine andere als in den USA. Auch die hier zu findende Unternehmensqualität ist oft wesentlich spannender", meint Dorfbauer. Für Wien sprach auch, dass Ehefrau Regina, die in den USA als Architektin arbeitete und ebenfalls aus dem Mühlviertel stammt, sofort eine tolle Stelle in einem Architekturbüro fand.

Die Zeit im Silicon Valley bezeichnet Dorfbauer als "aufregend, die Augen öffnend und sehr bereichernd". Besonders imponierte ihm die internationale Offenheit. Die gefällt ihm auch bei Dynatrace mit seinen weltweit 2200 Mitarbeitern, davon arbeiten 550 In Österreich.

Auch die heimatlichen Wurzeln weiß Dorfbauer zu schätzen. Er ist Spross einer Familie, die seit 1887 in Perg unternehmerisch tätig ist. Die Eltern betreiben heute die Bettenfedern-Reinigung Leimer.

Wie schwer fällt es einem Gründer-Typen, der das Unternehmertum in den Genen hat, in einem fremden Betrieb Fuß zu fassen? "Gar nicht, was an der Kultur von Dynatrace und an flachen Hierarchien liegt. Das ist unterstützend, aber nie blockierend", sagt er.

"Geht hinaus in die Welt"

Jungen Menschen rät Dorfbauer: "Geht hinaus in die Welt – egal wohin, aber zumindest für ein Jahr. Dann kommt wieder retour." In dieser Zeit sollten junge Leute lernen zu verstehen, dass sie kein Risiko eingehen. "Das Risiko, Dinge nicht zu verwirklichen, ist wesentlich höher", meint er. Sonst mache sich am Ende mit 50 oder 70 Jahren der Frust breit, eine gute Idee nicht verfolgt zu haben.

Dorfbauer will sich jedenfalls nun zu 100 Prozent dem Standort von Dynatrace in Wien widmen. Am Start-up Usersnap ist er zwar nach wie vor beteiligt, die operative Leitung hat er jedoch an ein Management-Team übergeben.

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Susanna Sailer

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