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Handels-KV: Keine Einigung - 3. Verhandlungsrunde wurde abgebrochen

Von nachrichten.at/apa, 16. November 2023, 15:58 Uhr
Handel KV Verhandlungen
Die Gewerkschaft zeigt sich unbeeindruckt und stellt Warnstreiks im Weihnachtsgeschäft in Aussicht. Bild: colourbox.de

WIEN. Die Verhandlungen über den Handels-KV sind auch in der 3. Runde gescheitert. Nach nur 4 Stunden wurde abgebrochen. Am 28. November sollen sie wieder aufgenommen werden.

Nach nur 4 Stunden haben die Sozialpartner ihre Verhandlungen über einen neuen Gehaltsabschluss für über 430.000 Handelsangestellte abgebrochen und auf den 28. November vertagt. Arbeitgeber-Vertreter und Handelsobmann Rainer Trefelik beklagte, "dass die Gewerkschaft heute absolut nicht bereit war, ernsthaft über unser Angebot zu diskutieren". Stattdessen habe sie ihre Forderung "sogar noch erhöht", so Trefelik im Anschluss der Gesprächsrunde laut einer Aussendung.

"Stattdessen hat sie (die Gewerkschaft, Anm.) uns mit einer Gegenforderung konfrontiert, die in der wichtigsten Gehaltsgruppe einer Steigerung um bis zu 11,55 Prozent entspricht. (...) Auf dieser Basis können keine Verhandlungen in einem konstruktiven, sozialpartnerschaftlichen Stil stattfinden", sagte Trefelik am Donnerstag.

Angebot der Wirtschaftskammer

Die Wirtschaftskammer hat ihr Angebot erst in der heutigen dritten Runde vorgelegt. Sie boten unabhängig von der Gehaltsstufe ab 2024 ein Plus von 5 Prozent an und zusätzlich eine Einmalzahlung von 800 Euro. Die "Teuerungsprämie" sei abgabenfrei, wodurch die Beschäftigten mehr Nettoeinkommen bekommen würden. Die Gewerkschaft ist mit der Forderung nach einem Gehaltsplus von 11 Prozent in den Ring gestiegen und lehnte Einmalzahlungen im Vorfeld stets ab.

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Laut Berechnungen der Händler entspricht das Angebot beim Einstiegsgehalt einem Plus von 11,13 Prozent. In höheren Gehaltskategorien (2.500 bis 3.000 Euro Bruttogehalt pro Monat) würde das Plus ab nächstem Jahr 8,79 Prozent bzw. 8,16 Prozent betragen.

Lohn-Gehalt-Schere

Während die Preise im Schnitt seit 2016 um 30,7 Prozent erhöht wurden, seien die Löhne durchschnittlich nur um 24,7 Prozent gestiegen, im Handel um 22,6 Prozent, so Jakob Sturn, Ökonom am Momentum Institut. "Damit den Beschäftigten ihr verfügbares Einkommen aufgrund der gestiegenen Preise nicht wegschmilzt, empfiehlt das Momentum Institut die Löhne zumindest um die rollierende Inflation zu anzupassen. Für einen Kaufkraftzuwachs braucht es Abschlüsse über der Teuerungsrate", heißt es vom gewerkschaftsnahen Institut.

"Mehr ist nicht drinnen. (...) Wir hoffen, dass auch die Gewerkschaft die akute Gefahr für die Beschäftigung im Handel erkennt und verantwortungsvoll handelt", kommentierte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will das Angebot der Arbeitgeber. Weitere Kampfmaßnahmen hätten einen Lose-lose-Effekt, da durch weitere Beeinträchtigung der Betriebe hin zum Weihnachtsgeschäft Umsätze abnehmen würden und unweigerlich in negativen Arbeitsplatzeffekten resultierten. Viele Handelsfirmen bewegten sich kostenseitig längst an der Klippe, so Will. Der Handelsverband vertritt als privater Interessenverband rund 4.000 Mitglieder aus dem Handel, sitzt aber nicht am Verhandlungstisch.

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16  Kommentare
16  Kommentare
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Peter2012 (6.393 Kommentare)
am 16.11.2023 21:08

Ehrlich gesagt ist es schon verwunderlich wenn nicht einmal der Staat Österreich seine Teuerungsprämie von 2020 mit 3.000 € steuerfrei all die Jahre nicht Inflationsindexiert.

Dann sich noch die Nationalratsabgeordnete für das Jahr 2024 ca. 7.000 € mehr verdienen!!!

..... und dann nicht einmal die Arbeitgeber den Arbeitnehmer die 3.000 € steuerfrei für das Jahr 2024 geben.

ARBEIT SOLL SICH LOHNEN. Das sollte sich im Gehalt bzw. Einkommen niederschlagen!!!!

Die Unternehmen haben das letzte Jahr wirklich gut verdient. Jetzt wäre mal der Arbeitnehmer am Zug!!!

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HumpDump (5.050 Kommentare)
am 17.11.2023 13:54

Die Gewerkschafter lehnen Prämien sowieso ab.

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glingo (5.035 Kommentare)
am 16.11.2023 18:58

Verhandlungsrunde wurde abgebrochen

Richtig wäre wurde vom Handel abgebrochen!!

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Natscho (4.930 Kommentare)
am 16.11.2023 17:00

In der Rangliste der zahlreichen Perversionen der letzten Zeit ist eines relativ weit vorne: Das Zusammenspiel aus COVID-Förderungen, Überhitzung der Preisniveaus und Inflationsabgeltung.

Die Unternehmen haben über viele Jahre exorbitante Förderungen kassiert, die rückblickend großteils nicht notwendig gewesen wären. Trotzdem - bzw gerade deshalb (Geldmenge zu groß) - sind die Preise überall raufgeschossen. Und jetzt weigert man sich, den Angestellten jene Inflation abzugelten, die aus Förderungen resultiert, die die Allgemeinheit selber erst mit Steuergelden finanziert hat.

Das ist so dermaßen perfide, da bleibt dir selbst als gestandene Österreicher, der eh an vieles gewöhnt ist, erstmal der Mund offen.

Ich glaube weder die Politik noch die AG Vertreter haben eine Ahnung,
wie hoch der grant in diesem land schon ist.

Wenn da lohnabschlüsse mit 4, 5 ev sogar 6 % reallohnveflust gemacht werden knallt es

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HumpDump (5.050 Kommentare)
am 16.11.2023 17:50

Grant und Drohungen werden sicher nicht belohnt,
genau so wenig wie Unterstellungen und falsche Behauptungen.

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LASimon (11.924 Kommentare)
am 16.11.2023 18:01

Was die CoViD-Förderungen angeht, ist Folgendes richtig:
- Durch die Kurzarbeitsprämien wurde ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit vermieden. (Dass es Unternehmen gibt, die hier den Staat = uns Steuerzahler betrogen haben, weil sie Kurarbeitsgeld kassierten, die Mitarbeiter*innen aber voll arbeiten liessen, ist aber auch wahr.)
- Für einige Unternehmen waren die Förderungen ein Körberlgeld, bie einigen anderen wurde mit den Förderungen lediglich der "Todeskampf" verlängert, und bei einer dritten Gruppe passten die Förderungen. Die Förderungen der ersten beiden Gruppen hätte man sich = uns sparen sollen (und die zweite Gruppe den Weg in die Insolvenz antreten lassen).
- Wenn der Preisauftrieb etwas mit der zu hohen Geldmenge zu tun hat, dann ist es die Geldmenge, über die die Konsumenten verfügten.

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LASimon (11.924 Kommentare)
am 16.11.2023 18:02

Geldmenge der Konsumenten = Kaufkraft. Daher ist es in einer Zeit der Inflation widersinnig und kontraproduktiv, die Kaufkraft erhalten zu wollen.

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monte1 (258 Kommentare)
am 16.11.2023 16:57

Mit den rechnerischen Fähigkeiten des Arbeitsgebervertreters Trefelik sind durchaus verbesserungsbedürftig. Mit so einem Arbeitnehmervertreter würde ich nicht an einem Tisch sitzen.

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hasta (2.848 Kommentare)
am 16.11.2023 16:52

Einmalzahlungen bei Kollektivvertragsverhandlungen sollten grundsätzlich nicht Gegenstand bzw. Thema sein.

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HumpDump (5.050 Kommentare)
am 16.11.2023 17:52

Wieso? Gewinn-abhängige Prämien sind an und für sich nicht schlecht.
Man muss es aber nicht annehmen und kann darauf verzichten.

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Natscho (4.930 Kommentare)
am 16.11.2023 16:21

"Laut Berechnungen der Händler entspricht das Angebot beim Einstiegsgehalt einem Plus von 11,13 Prozent"
hört auf, die einmalzahlungen mit einzurechnen

nächstes Jahr ist das gehalt bei dem Angebot nämlich 5 % höher, nicht 11 %. und auf Basis dessen wird das Gehalt weiter erhöht
das ist ein ENORMER Verlust bis zur Pension.

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HumpDump (5.050 Kommentare)
am 16.11.2023 16:50

Keine Erhöhung wäre ein noch größerer Verlust,
und kein Job maximiert den Verlust.

5-6% entsprechen der Teuerung im Beobachtungszeitraum.

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Natscho (4.930 Kommentare)
am 16.11.2023 16:58

Handelsangestellte verdienen jetzt schon nicht mächtig viel.
Ein Betrieb, der keine lebenswerten Löhne zahlen kann, ist ein Zombieunternehmen.

Arbeiten muss sich wieder lohnen.

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LASimon (11.924 Kommentare)
am 16.11.2023 17:54

Für die "lebenswerten" Löhne müssen wir Konsumenten aber höhere Preise in Kauf nehmen. Sind wir dazu bereit?

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StevieRayVaughan (3.373 Kommentare)
am 16.11.2023 17:35

Dass WKO/WB/IV nicht im Stande sind, hier einen überzeugenderen "freiwilligen" Kampfposter abzustellen...

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HumpDump (5.050 Kommentare)
am 16.11.2023 17:53

Bravo, 2004 Kommentare am Thema vorbei!

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