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OÖN-Geldtag

Wie legen Sie Ihr Geld an?

05. Dezember 2020 00:04 Uhr

Martin Achrainer

Sparbuch, Aktien oder etwa Immobilien? Die OÖN hörten sich um, wie bekannte Oberösterreicher ihr Geld anlegen.

Martin Achrainer

Als Bariton steht der Tiroler am Landestheater Linz auf der Bühne.

Für Künstler mag die Frage nach ihrer Geldanlage derzeit eine heikle sein. "Ich bin einer der wenigen Glücklichen, die weiterarbeiten können. Wir arbeiten voll und proben die ganze Zeit", erzählt Martin Achrainer am Telefon im OÖN-Gespräch während einer Probenpause.

(Symbolbild)

Der gebürtige Tiroler ist seit 2006 fix im Opernensemble am Linzer Landestheater engagiert. "Mit meiner geringen Künstlergage versuche ich, eine Anlegerwohnung abzubezahlen. Ich habe mir schon vor mehreren Jahren eine Wohnung gekauft und stottere diesen Kredit ab. Das ist meine Zukunftsvorsorge. Ich vermiete diese Wohnung, sie finanziert sich ganz gut. Ich bin ein Freund von Dingen, die man angreifen kann", sagt der Bariton, der am 16. Jänner in der Premiere von Mozarts "Die Hochzeit des Figaro" als Graf Almaviva im Musiktheater auf der Bühne stehen sollte, sofern es die coronabedingten Umstände zulassen.

Willi Ruttensteiner

Willi Ruttensteiner 

Technischer Direktor & Teamchef der israelischen Fußball-Nationalelf

"Es war mir immer wichtig, meine Geldanlagen breit zu streuen, um das Risiko zu minimieren: Immobilien, Bausparverträge, Investmentfonds, Aktien und auch das gute, alte Sparbuch. Ich muss nicht in kurzer Zeit viel Gewinn machen, sondern plane langfristig. Mein Berater ist ein sehr guter Freund, der lange als Banker auf höchster Ebene tätig war. Mit ihm bespreche ich Investitionen, seine Tipps nehme ich an.
Für die Altersvorsorge habe ich in jungen Jahren eine Lebens- und Unfallversicherung mit Rentenwahlrecht abgeschlossen sowie für die Pension vorgesorgt. Viel investiere ich in meinen Rückzugsort in Wolfern und in die Ausbildung meiner Töchter, die Pharmazie und Rechtswissenschaften studiert haben beziehungsweise noch studieren. Ich weiß, dass ich privilegiert bin, aber Luxusautos oder andere Statussymbole haben mich nie interessiert. Familie und Lebensqualität stehen für mich an erster Stelle."

Eveline Pupeter

Eveline Pupeter

Eigentümerin Emporia, Linz

"Dass manche Menschen zu Geld eine erotische Beziehung haben, kann ich nicht nachvollziehen. Geld dient für mich grundsätzlich einem übergeordneten Zweck: dem Schaffen von nachhaltigen Werten. Mit dem Geld, das wir bei Emporia erwirtschaften, finanziere ich im Wesentlichen das Wachstum und die Europa-Expansion. Und ich habe ein schönes Wohnhaus in Linz gebaut. Beides, Firma und Haus, das sind Werte, die Generationen überdauern. Werte, die sich nicht von heute auf morgen auflösen, nur weil irgendwo eine Blase platzt. Es ist mir ein großes Anliegen, sichere und gute Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiter langfristig zu erhalten.

Zudem sehe ich es auch als Verpflichtung zu teilen. Und zwar mit Menschen, mit denen es das Schicksal nicht so gut gemeint hat. Es kann nicht sein, dass im achtreichsten Land der Welt Kinder in Armut leben müssen oder dass wir Menschen in Flüchtlingslagern im Stich lassen."

Martina Rieder-Thurn

Martina Rieder-Thurn

Style-Expertin, Image Consulting, Linz

"Neben konservativen Sparformen wie Bausparvertrag und Lebensversicherung habe ich viele Jahre alles übrige Geld in meiner Firma angelegt. Ich betreibe in Linz und Wien die Firma Image Consulting und habe mich auf Stilberatung spezialisiert. Die Investition in meine Firma war einerseits notwendig und andererseits für mich persönlich auch sehr wichtig. In den vergangenen Jahren sind der Punkt Unabhängigkeit und auch eine gewisse Lebensqualität für mich immer wichtiger geworden.

Die Anlageform Immobilien ist dadurch neu dazugekommen. Dazu habe ich über die Jahre viel recherchiert, mich informiert und versucht zu lernen.

Aus meiner Sicht wäre eine gewisse Finanzbildung in der Kindheit oder Jugend sicher sinnvoll. Das war bei mir leider kein Thema. Eine kompetente Beratung vom Experten ergibt darüber hinaus sowieso Sinn – generell und besonders in Sachen Geld und Finanzen."

Felix Großschartner

Felix Großschartner

Radprofi beim deutschen Bora-Team, zuletzt Neunter der Vuelta

"Mit dem Thema Geldanlage beschäftige ich mich schon seit Beginn meiner Radprofi-Karriere intensiv, weil mich die Materie sehr interessiert. Mit dem ersten verdienten Gehalt, Ersparnissen und einem Kredit habe ich mir eine Eigentumswohnung gekauft, die ich nun vermiete.

Geld sollte meiner Meinung nach vielseitig angelegt werden und nicht nur in einem Portfolio. Und es ist sehr wichtig, dass man sich mit den richtigen Experten abspricht, dennoch aber nicht alles in fremde Hände abgibt. Es ist wie im Sport, wo man zwar einen Trainer hat, aber trotzdem immer sein eigenes Gefühl und seine Erfahrung einbringen sollte.

Gerne tausche ich mich in Geldfragen auch mit meinem Profi-Kollegen und Nachbarn Michael Gogl aus, der sich ebenfalls intensiv mit dieser Materie beschäftigt. Wir wissen beide, dass wir nicht ewig international tätig sein können und gute Verträge haben werden. Umso wichtiger ist es, jetzt schon Vorsorge zu betreiben für später."

Franz Froschauer

Franz Froschauer

Schauspieler, Sänger und Regisseur aus Schwanenstadt

Wie ihm mag es so manchem gehen, in Zeiten nagender Ungewissheit: "Ich habe mein Sparbuch aufgelöst. Ich habe Erspartes, das jedes Jahr weniger wird durch die Inflation", sagt der Schwanenstädter Schauspieler Franz Froschauer. "Die Veranlagung ist gerade ein Thema bei mir. Aber noch habe ich keine und bin am Überlegen, welche Form mir zusagen könnte."

Eine mögliche Variante, die ihm jedoch Kopfzerbrechen bereitet, ist, in Aktien zu investieren. Doch: "Irgendwie ringt mein inneres Ich noch mit dem Kapitalmarkt, der dahintersteckt, und ob ich wirklich in Aktien investieren will, und falls doch, in welche."

Die aktuelle Situation macht seine Entscheidungsfindung nicht leichter: "Mit der Covid-Geschichte ist das jetzt auch sehr problematisch", sinniert er am Telefon. "Wir haben die OÖNachrichten abonniert. Vielleicht kann Ihr Artikel mir Aufschluss geben?", hofft Froschauer auf hilfreiche Experten-Tipps in Schwarz auf Weiß. Einige sind auf den Seiten dieser Sonderbeilage zu finden.

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