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Dürr belastet Ex-ÖSV-Sportchef Gandler, BK-Chefermittler dementiert

Von nachrichten.at/apa, 22. März 2019, 17:15 Uhr
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Johannes Dürr Bild: gepa

FRANKFURT. Johannes Dürr hat laut Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) in einem Gespräch mit Anti-Doping-Ermittlern dem früheren Sportlichen Leiter im ÖSV, Markus Gandler, Mitwisserschaft vorgeworfen. Beim Bundeskriminalamt will man von den Vorwürfen nichts wissen.

Ein Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), wonach Kronzeuge Johannes Dürr in Vernehmungen den früheren Sportlichen Leiter des ÖSV, Markus Gandler, Mitwisserschaft vorgeworfen habe, ist am Freitagnachmittag von mehreren Seiten dementiert worden. Allen voran BK-Chefermittler Dieter Csefan: "Ich habe keine Ahnung, woher das kommt."

Csefan dementierte die Meldung der FAZ. "Wir haben das auch über die Medien erfahren. Ich kann Ihnen bestätigen, dass er (Dürr, Anm.) bei uns keine Angaben gemacht hat, bezüglich des Herrn Gandlers oder irgendwelche Vorwürfe, sonst würde Herr Gandler bei uns als Beschuldigter geführt werden", sagte Csefan.

Der Chefermittler des Bundeskriminalamts (BK) hat sich zusätzlich auch mit dem deutschen Oberstaatsanwalt Kai Gräber verständigt. "Auch die hatten keinen Kontakt und keine Vernehmung mit Herrn Dürr." Hansjörg Mayer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, untermauerte Csefans Aussagen: "Ich kann das nicht bestätigen, dass der Herr Dürr den Herrn Gandler in irgendeiner Form belastet hätte."

Markus Gandler zeigte sich erbost über die von der FAZ vorgetragenen Vorwürfe. "Ich habe mit der Oberstaatsanwaltschaft geredet, der war bei jeder Einvernahme des Herrn Dürr mit anwesend sowohl in Österreich als auch in Deutschland. Der Name Gandler ist dort nie gefallen", sagte Gandler, der nun auch rechtliche Schritte gegen diese "Menschenhatz" prüfen lässt.

Dürr war bei den Olympischen Spielen 2014 des Dopings überführt worden und nach seiner Sperre mit Eigenblut-Doping laut seinen Aussagen bis Dezember 2018 fortgesetzt. Er ist Kronzeuge und Beschuldigter in den Ermittlungen rund um das Netzwerk des Erfurter Arztes Mark S., seine Darstellungen in einer im Jänner ausgestrahlten ARD-Doku hatten die Ermittlungen ins Rollen gebracht.

Dürr war im vergangenen Sommer bei einer sogenannten "FuckUp"-Night, bei der Betroffene über ihr berufliches Scheitern, Fehler und den Weg zurück schildern, damit andere davon lernen können, aufgetreten. Dürr hatte am 5. Juli 2018, befragt zur Rolle des ÖSV und Doping, zwar von keiner aktiven Unterstützung, aber von einer Art stillschweigender Duldung berichtet. Der ÖSV hatte daraufhin eine Einstweilige Verfügung gegen Dürr erwirkt sowie einen Widerruf verlangt.

Diese Verfügung ist nach wie vor aufrecht und wird laut dem deutschen Rechtsanwalt von Dürr, Michael Lehner, Ende April, allerdings von einem österreichischen Anwalt, behandelt. Lehner sieht die Einstweilige Verfügung als Meinungsäußerung an, wie er am Freitag erklärte. "Ich empfinde es als Meinungsäußerung, das kann man rechtlich unterschiedlich werten. Ich denke, Johannes Dürr hat dort eine Meinung gesagt, dass die Oberen, ich formuliere es in meinen Worten, die Augen verschließen."

An jenem Abend in Wattens im Juli des Vorjahres habe sein Klient jedenfalls keine Namen genannt. Und der erfahrene Sportrechtler rät dem ÖSV sogar die Zurücknahme dieser Verfügung. "Ich empfehle dem österreichischen Verband, seine Verfügung zurückzunehmen und Johannes Dürr dankbar zu sein für das, was er bislang ausgesagt hat und was eben auch durch die Staatsanwaltschaft erfolgreich veranlasst werden konnte. Sie sollten sich vielleicht besser um ihre Trainer kümmern und sonstige Organisation", sagte Lehner am Freitag in Heidelberg. "Der Österreichische Skiverband (ÖSV) gibt zu diesem Thema keine offizielle Stellungnahme mehr ab", sagte ÖSV-Medienbetreuer Bernhard Foidl.

Lehner betreut Dürr auch weiterhin gegenüber der NADA wegen seinem neuen Dopinggeständnis. Der aktuell ins Visier der Dopingfahnder geratene Erfurter Arzt Mark S. sei ihm jedenfalls vor Jahren im Prozess gegen den damaligen Radprofi Stefan Schumacher, den er damals vertreten hat, "sehr aufgestoßen". Man hätte schon damals wegen falscher Zeugenaussagen von Ex-Gerolsteiner-Boss Hans-Michael Holczer oder Mark S. ermitteln müssen, sagte  er. "Das ist ein deutsches Großversehen, möglicherweise, wenn man damals beim Gerolsteiner-Prozess richtig nachgehakt hätte, hätte es den Mark S. nicht gegeben."

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11  Kommentare
11  Kommentare
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beisser (10.412 Kommentare)
am 23.03.2019 07:54

Und schon wieder der Dürr. 5 lange Jahre hätte der Kerl Zeit gehabt richtig reinen Tisch zu machen. Zumindest wenn es ihm mit der tätigen Reue ernst gewesen wäre. Doch dazu standen ihm wohl eigene Interessen zusehr im Wege. "Vermittlerdienste", ein Buch, Fernsehauftritte... Jetzt wo scheinbar auf diese Art nicht mehr viel zu holen ist, schlägt er plötzlich wild um sich und versucht mit unbewiesenen Anschuldigungen sich Vorteile im Verfahren zu schaffen. Vermutlich hat es ihm sein Anwalt so eingebleut. Wenn es ihm nützen würde, würde er wahrscheinlich sogar seine eigene Grossmutter verkaufen.
Interessant dass in diesem Zusammenhang wieder einmal nur der Name eines Österreichers genannt wird. Die Namen der anderen Sportarten oder des Dopings beschuldigten Sportler werden weiterhin verschwiegen. Warum ?????

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alleswisser (18.463 Kommentare)
am 22.03.2019 17:37

Ab wann betrachtet sich der Gottoberste, der Herr Schröcksnadel, eigentlich irgendwann einmal eventuell irgendwie in Nuancen rücktrittsreif?

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alleswisser (18.463 Kommentare)
am 22.03.2019 17:43

Nicht weil er persönlich schuldig wäre, aber aus politischer Verantwortung.

Zumindest über Trainer Gandler hat der ÖSV-Allmächfige derartige Worte gefunden.

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cochran (4.047 Kommentare)
am 22.03.2019 17:01

immer diese Skifahrer da sind ja die radler dagegen waisenknaben

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sachsalainen (450 Kommentare)
am 22.03.2019 15:50

Solange dieser Oberpatriach und im politischen Sinne namens
Schröcksnadel nicht zum Rücktritt gezwungen wird, ist ein
Ende dieses Schlamssels nicht in Sicht.

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MagdaTyp (132 Kommentare)
am 22.03.2019 15:48

Wer soll diesem armen Bub Dürr noch etwas glauben .....da war Gandler in den Interviews/Diskussionsrunden um einiges überzeugender! Von meinem Gefühl hat Gandler wirkli nichts gewusst, obwohl es schwer zu glauben ist. Aber alles Gute den unschuldig Verdächtigen jedenfalls!

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alpe (3.479 Kommentare)
am 22.03.2019 15:55

Gefühle helfen nicht.
Fakten zählen.

Da kann noch viel herauskommen, warum ist Gandler sofort zurückgetreten?

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MagdaTyp (132 Kommentare)
am 22.03.2019 16:08

Ich bin auch nicht der Richter😉
Im Hobbysport würd ich das aber echt gerne sein!

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steeple (85 Kommentare)
am 22.03.2019 16:31

Gandler ist nicht zurückgetreten, sondern vom Präsi aller seiner Ämter enthoben

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filibustern (610 Kommentare)
am 22.03.2019 16:54

Also, genau genommen, ist er nicht zurückgetreten sondern zurückgetreten worden!

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steeple (85 Kommentare)
am 22.03.2019 15:37

Bezüglich Glaubwürdigkeit einer Aussage von diesem Dürr empfehle ich die ARD-Doku über ihn.
Eröffnungsstatement: "Ich sage die Wahrheit"...

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