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Besian Idrizaj: Ex-LASK-Kicker und sein Starmoment in Liverpool

Von Raphael Watzinger, 30. November 2023, 12:12 Uhr
Besian Idrizaj
Der verstorbene Besian Idrizaj war sowohl beim LASK, als auch bei Liverpool aktiv Bild: OÖN

LINZ. Das LASK-Spiel gegen Liverpool ist für Donau-Linz-Kicker Qerim Idrizaj eine spezielle Bewältigung der persönlichen Vergangenheit nach dem Tod seines jüngeren Bruders Besian im Jahr 2010.

Wenn der LASK am heutigen Donnerstag in der Europa League beim großen FC Liverpool an der Anfield Road gastiert, kommen bei Qerim Idrizaj besondere Gefühle hoch: Sein kleiner Bruder Besian kickte einst sowohl für die Athletiker als auch später für den englischen Top-Klub. "Ich denke aber auch unabhängig von diesen Spielen täglich an meinen Bruder", sagt Qerim, der aktuell bei Landesligist Donau Linz im OÖ-Unterhaus aktiv ist.

Leider viel zu früh ist sein damals 22-jähriger Bruder vor 13 Jahren verstorben – für den Donau-Mittelfeldspieler sind die Szenen immer noch omnipräsent. Qerim hat in der Nacht vom 14. Mai 2010 noch versucht, ihm das Leben zu retten: "Ich habe gedacht, er hat einen Albtraum." Im Autopsiebericht, den Qerim noch daheim liegen hat, wurde ein Herz-Kreislauf-Stillstand als Todesursache festgestellt.

Jetzt stehen sich die Ex-Klubs der einstigen Stürmer-Hoffnung aus Linz ausgerechnet in internationalen Bewerbsspielen gegenüber – und sind auch für Qerim eine spezielle Bewältigung der persönlichen Vergangenheit: "Natürlich ist es etwas Besonderes. Beide Vereine haben ihm in seiner Entwicklung sehr geholfen." Der 37-Jährige erinnert sich noch ganz genau, wie der Rummel um seinen Bruder damals losgetreten wurde: "Bei der U17-WM 2004 in Frankreich hat Besian nach dem Spiel gegen England endgültig das Interesse vieler Klubs auf sich gezogen. Damals war es noch nicht üblich, dass ein so großer Stürmer auch mit dem Ball so gut ist." Liverpool, Inter Mailand, Borussia Dortmund waren am LASK-Youngster dran – die "Reds" bekamen letztendlich den Zuschlag.

Qerim Idrizaj
Donau-Kicker Qerim Idrizaj Bild: FOTOLUI (FOTOLUI)

Treffen mit Gerrard

Für Besian begann ein persönliches Fußballmärchen: "Genau in der Vorbereitung, nachdem Liverpool die Champions League gewonnen hatte, durfte Besian oft bei den Profis mittrainieren. Es war für ihn völlig surreal, mit Weltstars wie Milan Baros, Jamie Carragher oder Steven Gerrard auf dem Trainingsplatz zu stehen." Mit Letzterem machte Qerim bei einem seiner vielen Besuche im Nordwesten Englands ebenfalls Bekanntschaft. "Der damalige Liverpool-Stürmer Djibril Cisse war ein wilder Vogel, hat damals eine eigene Modemarke kreiert und deshalb die erste und zweite Mannschaft in einen Club eingeladen. Auf einmal ist Steven Gerrard von seiner Lounge auf uns zugekommen, hat den Besian begrüßt und sich bei mir als Steven vorgestellt. Ich dachte mir nur: Du brauchst dich nicht vorstellen, jeder Mensch auf der Welt kennt dich." Es war eine Begegnung, die für Qerim ganz Liverpool beschreibt: "Alle sind sehr bodenständig und höflich. Der FC Liverpool und die Beatles sind der ganze Stolz."

Drei Tore für die Ewigkeit

Einen echten Star-Moment hatte auch sein Bruder während seiner Zeit in Liverpool: In einem Testspiel mit den Profis erzielte er im Sommer 2007 gegen den damaligen walisischen Viertligisten Wrexham einen Hattrick binnen 26 Minuten. "Das war sein Star-Moment, da hat er richtig auf sich aufmerksam gemacht." Auch beim damaligen Trainer Rafa Benitez hatte er sich einen Namen gemacht. "Idrizaj ist ein Spieler mit großem Talent, das wissen wir. Er könnte ein Stammspieler der Zukunft sein, es liegt an ihm", sagte der Spanier.

Besian Idrizaj
Der Fußball begleitete ihn bis zum viel zu frühen Tod. Bild: gepa

Für den Offensivspieler wollte es am Ende aber nicht sein: Ein halbes Jahr vor der Heim-Euro wechselte er zurück nach Österreich zu Wacker Innsbruck, um sich für die Endrunde noch einmal ins Rampenlicht zu spielen. Es kam anders: Bei seinem ersten Spiel für Tirol kollabierte er, ähnliches passierte ihm auch 2009, als er sich beim LASK fit hielt. "Es wurde alles getestet, aber nichts gefunden. Die Ärzte meinten, ein Virus hätte das ausgelöst. Er wollte doch einfach nur Fußball spielen", sagt sein älterer Bruder, der sich immer noch sicher ist: "Wenn er mit 22 Jahren nicht von uns gehen hätte müssen, hätte er es über Umwege noch zu einer Weltkarriere geschafft."

So bleibt er für immer als ein hoffnungsvoller Fußballer, an dessen Star-Moment beim großen FC Liverpool sich nicht nur sein Bruder Qerim ewig erinnern wird.

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Autor
Raphael Watzinger
Redakteur Sport
Raphael Watzinger

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