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Bei der SV Ried nach 10 Spielen gefeuert - in Brügge als Held gefeiert

Von OÖN-Sport/APA, 28. März 2024, 10:27 Uhr
FBL-BEL-PROLEAGUE-CERCLE BRUGGE-CLUB BRUGGE
Miron Muslic Bild: APA/Bruno Fahy

BRÜGGE. Miron Muslic wurde bei den Innviertlern nicht glücklich. Bei Cercles Brügge brilliert er mit "Vollgas-Fußball".

Der 25. März 2021 war für Miron Muslic kein Freudentag: Die SV Ried hatte auch das zehnte Spiel unter dem Jung-Coach nicht für sich entschieden, nach nur drei Zählern zog der damals 38-Jährige die Reißleine und trat zurück. 

Drei Jahre später kann Muslic den damaligen Schritt als wichtigen in seinem Werdegang einstufen. 

Mit Cercle Brügge hat der Tiroler in Belgiens Fußball-Liga die Großen nicht nur geärgert, sondern spielt mit dem Außenseiter um einen Europacup-Startplatz. Brügge. "Wir haben etwas Historisches erreicht, aber der Wahnsinn geht weiter", berichtete Muslic.

In der Pro League wird wie in Österreich ein Champions-Play-off ausgespielt, Cercle schaffte im 16er-Feld den Sprung in die Top 6 - neben Union Saint-Gilloise, Anderlecht, Antwerpen, Genk und dem Club Brügge. Gegen den Stadtrivalen geht es im Derby am Ostermontag, die bisherigen zwei Saisonduelle endeten mit Unentschieden.

Mit "Vollgas-Fußball"

Für Cercle, das seinen letzten von drei Meistertitel (1911, 1927, 1930) vor bald 100 Jahre gefeiert hat, ist es ein Riesenerfolg. Von der belgischen Presse gab es für Muslic und seinen "Vollgas-Fußball" (Het Laatste Nieuws) Extralob. Der Gelobte sieht für sein Team nun die Chance auf mehr: "Wir haben viel investiert, jetzt wollen wir weiter mutig auftreten. Wir wollen diese Spiele genießen, aber auch wieder angreifen. Wir wollen einfach Cercle sein."

Cercle sein, das bedeutet unangenehm für die Gegner sein. Der kleinere Club aus der malerischen Hauptstadt der Provinz Westflandern besticht in Belgien durch sein auf Pressing ausgerichtetes Spiel. Muslic spricht von "hochintensivem Powerfußball", Cercle sei die jüngste Mannschaft der Liga, berichtet er stolz. 

Und das, obwohl im vergangenen Sommer die besten Spieler der Grün-Schwarzen um fast 20 Millionen Euro verkauft wurden. Geholt wurden ausschließlich Akteure aus der U21-Kategorie.

Die Underdogs

"Eigentlich wurden wir komplett abgeschrieben", meinte Muslic. Dank eines klaren Plans im Verein habe man die Abgänge auffangen können. Das Beuteschema sind junge, entwicklungsfähige Akteure mit physischen Stärken, um das kräfteraubende Spiel auch 90 Minuten durchzuhalten. Cercle darf auf Unterstützung aus dem Fürstentum bauen. 

Die AS Monaco ist Partnerclub, von den Monegassen kamen wie im Vorjahr drei Leihspieler. Vom Ligue-1-Verein um Trainer Adi Hütter agiere man aber autonom, so Muslic. Bei seinem Wechsel nach Belgien spielte dennoch ein Mann eine Rolle, der nun für Monaco arbeitet.

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Als sich bei Muslic im Herbst 2021 im heimatlichen Altmünster ein gewisser Carlos Avina Ibarrola am Handy meldete, ergab sich für den vormals in Ried gescheiterten Coach eine Möglichkeit. Franz Schiemer hatte vermittelt, Muslic stand bei Cercles mexikanischem Sportchef auf dem Prüfstand. 

Der in Tirol (SV Wörgl, Reichenau, SV Hall) und für Ried in der Bundesliga (vier Spiele 2007) stürmende Ex-Profi analysierte Spiele der Belgier und wurde kurz darauf als Co-Trainer von Yves Vanderhaeghe verpflichtet.

Assistent unter Thalhammer

Auch unter dessen Nachfolger Dominik Thalhammer blieb Muslic Assistenzcoach, gemeinsam holte das Duo Cercle aus der Abstiegszone und schloss die Saison auf Platz zehn ab. Ein schwacher Start in die folgende Saison kostete Thalhammer den Job, Muslic wurde im September 2022 befördert - ein logischer Schritt, wie er im Rückblick erklärte.

"Es war von Anfang an klar, dass ich meine Chance bekommen werde", berichtete der 41-Jährige. Er selbst habe nicht daran gezweifelt, der Aufgabe gewachsen zu sein. "Sicher, ich bin in Ried gescheitert. Aber das gehört dazu. In dieser Branche scheitert jeder Trainer einmal. Aber ich wollte den Weg weitergehen, habe gewusst, dass es noch eine Chance für mich geben wird." 

Er hat sie offensichtlich genutzt. Cercle arbeitete sich erneut aus der Abstiegszone hoch, die noch in einem anderen Format ausgespielte Saison 2022/23 wurde als Sechster beendet.

Interesse geweckt

Auch Muslic rückte dadurch wieder ins Blickfeld. Dass der italienische Transfer-Experte Fabrizio Romano vor einigen Monaten über Interesse am Österreicher aus Deutschland und Italien berichtete, wurde in Brügge notiert. Beim "Entwicklungsverein" Cercle sieht sich Muslic vorerst aber noch gut aufgehoben.

"Ich gehe hier voll auf, der Club gibt mir auch die Möglichkeit, mich selbst weiterzuentwickeln. Es gibt noch sehr viele Dinge, die ich an mir verbessern muss", sagte er. Es gelte, nichts zu überstürzen. Den Vertrag bei Cercle hat Muslic bis Sommer 2025 verlängert.

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Nur eines nagt am Gemüt: Die fünfköpfige Familie Muslic bleibt weiter getrennt. Ehefrau Ensada arbeitet in Gmunden als Krankenschwester, die Kinder Benjamin, Lejla und Hamza besuchen die Schule. 

"Dagegen habe ich leider noch kein Rezept gefunden", berichtete Muslic, der 1992 als Kind einer Flüchtlingsfamilie aus Westbosnien nach Innsbruck übersiedelt war, über das Heimweh. Die Qualifikation für das Champions-Play-off widmete er nach dem entscheidenden 4:0 gegen Molenbeek deshalb seiner Familie, "die jeden Tag ihren Vater und Ehemann vermissen".

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5  Kommentare
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abe1912 (1.609 Kommentare)
am 28.03.2024 18:09

Pressing ist derzeit das Zauberwort, unser "Mini-Rangnick" setzt ja auch voll darauf. Mal sehen, ob das die Lösung für die SVR sein kann. Der Stil, den die Leobener zur Zeit spielen, würde vielleicht besser zur SVR passen.

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jack_candy (7.809 Kommentare)
am 28.03.2024 14:19

In Ried wollte Muslic auch Vollgas-Fußball spielen, bloß hatte er nicht die Spieler dafür.
Nach ihm kam Heraf, der hat mit dem Gegenteil von Vollgas-Fußball den Klassenerhalt geschafft.

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linz2050 (6.550 Kommentare)
am 28.03.2024 13:00

Wahrscheinlich hat er den Rieder "Profis" gesagt das sie mehr laufen sollen und nicht warten bis sie Angeschlossen werden.

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betterthantherest (33.875 Kommentare)
am 28.03.2024 10:31

Man hat seit Jahren das Gefühl, in Ried würden die Spieler regelrecht kastriert und jeden Tag ein Stückchen schlechter gemacht.

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eko (236 Kommentare)
am 28.03.2024 11:34

Dann wären ja Sageder und Vujanovic ein Perfect Match für die Wikinger;-)

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