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Zwischenbilanz: Wer lässt sich impfen, wer nicht?

Von Jasmin Bürger, 28. Dezember 2021, 19:39 Uhr
(Symbolbild) Bild: EXPA/JOHANN GRODER (APA)

WIEN. Eine Auswertung der Statistik Austria zeigt, wie sich die Impfbereitschaft in verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterscheidet, und macht deutlich: Mit Bildungsgrad und Einkommen steigt die Impfwilligkeit.

Rund 16,2 Millionen Corona-Impfdosen sind in Österreich seit Beginn der Impfkampagne vor einem Jahr gespritzt worden. 67 Prozent der heimischen Bevölkerung haben ein aufrechtes Impfzertifikat (geimpft, oder genesen und geimpft), weitere vier Prozent gelten laut Grünem Pass als genesen. Doch wer lässt sich impfen, wer nicht – Im Video sehen Sie eine Zusammenfassung der am Dienstag präsentierten Auswertung:

Die Auswertung der Statistik Austria im Auftrag von Gesundheits- und Bildungsministerium zeigt nun, wie sich die Impfbereitschaft in verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterscheidet, und macht deutlich: Mit Bildungsgrad und Einkommen steigt die Impfwilligkeit. So sind 84 Prozent der 25- bis 64-Jährigen mit Hochschulabschluss geimpft, bei Pflichtschulabgängern sind es etwas mehr als zwei Drittel (68 Prozent).

Auch zwischen Erwerbstätigen und nicht im Arbeitsleben stehenden Menschen gibt es "signifikante Unterschiede", wie der Generaldirektor der Statistik Austria, Tobias Thomas, analysierte. So sind je nach Altersgruppe zwischen 72 und 85 Prozent der 25- bis 64-jährigen Erwerbstätigen geimpft, bei den nicht aktiv Erwerbstätigen liegt die Impfquote teils unter 60 Prozent, erst ab 60 Jahren nähert sie sich 80 Prozent.

Große Unterschiede gibt es auch nach Branchen: In der Bauwirtschaft ist fast jeder Dritte (30 Prozent) weder geimpft noch genesen, 56 Prozent sind geimpft, neun Prozent genesen und geimpft. Kaum höher ist die Impfquote in der Land- und Forstwirtschaft und bei sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistern, zu denen Leiharbeiter zählen (jeweils 60 Prozent geimpft, und sieben bzw. acht Prozent genesen und geimpft).

Mit 79 Prozent Impfquote (plus sieben Prozent genesen und geimpft) Spitzenreiter ist die Informations- und Kommunikationsbranche, gefolgt von der öffentlichen Verwaltung, auch im Bildungsbereich ist die Impfquote hoch.

Impflücke bei jungen Frauen

Keine signifikanten Unterschiede zeigten sich laut Statistik-Chef Thomas zwischen Männern und Frauen – mit einer Ausnahme. Bei den nicht erwerbstätigen Frauen zwischen 25 und 35 Jahren liegt die Impfquote bei 57 Prozent oder sogar darunter, bei nicht erwerbstätigen Männern selben Alters ist die Impfquote rund zehn Prozentpunkte höher. Ob dies mit unter Impfverweigerern verbreiteten Behauptungen, dass Geimpfte nicht schwanger werden oder die Impfung ungeborenen Kindern schaden könnte, zu tun hat, habe man nicht erhoben, so Thomas. Generell ist unter 25- bis 34-Jährigen die Impfquote am niedrigsten.

Ein anderer Mythos ist für Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) durch die Studie widerlegt, nämlich, dass die Impfbereitschaft von Migranten besonders niedrig sei. Tatsächlich zeigen sich große Unterschiede nach Herkunftsland: So ist die Impfquote bei in der Türkei Geborenen mit 73 Prozent deutlich höher als unter gebürtigen Österreichern. Auch in Österreich lebende gebürtige Tschechen und Deutsche sind impffreudiger. Signifikant niedriger ist die Impfquote dagegen bei Zuwanderern aus den Balkanländern, wenngleich immer noch höher als in ihren jeweiligen Heimatländern.

Die Ergebnisse will Mückstein zum Anlass nehmen, "noch zielgruppenspezifischer" für die Impfkampagne zu werben.

Schule soll mit Präsenz losgehen

Bei Schülern lassen sich laut Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas "massive Aufholeffekte" bei der Impfquote feststellen. Ende November waren bereits 55 Prozent aller rund 605.000 Schüler ab 12 Jahren geimpft. Unter den Fünf- bis Neunjährigen ist jeder Zehnte geimpft, der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist seit Ende November ab fünf Jahren zugelassen.

Auch bei Lehrern ist die Impfquote hoch: 85 Prozent sind geimpft oder sowohl genesen als auch geimpft. Nicht zuletzt angesichts dieser Voraussetzung ist Bildungsminister Martin Polaschek (VP) zuversichtlich, dass die Schulen am 10. Jänner mit Präsenzunterricht beginnen können. Losgehen soll es wieder mit der Sicherheitsphase, also Tests und Masken.

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Autor
Jasmin Bürger

Redakteurin Innenpolitik

Jasmin Bürger
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