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Weniger Wucht: 300 bis 400 Neuinfektionen pro Tag

Von Alexander Zens, 28. Juli 2021, 00:04 Uhr
(Symbolfoto) Bild: VOLKER WEIHBOLD

WIEN. Coronavirus verbreitet sich in Österreich derzeit nicht so rasant Experte Popper erwartet mehrere kleine statt einer großen Welle.

367 Corona-Neuinfektionen vermeldeten Innen- und Gesundheitsministerium am Dienstag. Zum fünften Mal hintereinander lag die Zahl damit bundesweit zwischen 300 und 400. Die Lage ist also trotz Delta-Variante relativ stabil. „Das Virus hat an Wucht verloren, weil wir nach Modellrechnungen rund fünf Millionen Immunisierte haben. Allerdings gibt es noch etwa vier Millionen Nicht-Immunisierte“, sagt Niki Popper, Simulationsforscher der Technischen Universität Wien.

Insgesamt werde der Pandemieverlauf dadurch auch immer komplizierter zu prognostizieren. „Wir haben es mit einzelnen, lokalen Epidemien zu tun. Das sind Mini-Dynamiken. Bricht in einem Bundesland ein Cluster aus, erhöht das die Zahlen wie zuletzt in Salzburg oder Wien zuerst einmal stark. Dann kann es auch wieder abebben“, sagt Popper. „Infiziert sich jemand, kann er das Virus erfreulicherweise oft schon weniger leicht weitertragen, weil er vielleicht in der Familie auf Geimpfte trifft.“

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Im Schnitt der vergangenen sieben Tage gab es täglich 376 Neuinfektionen. In der Woche davor waren es 327 gewesen. Das Wachstum betrug also 15 Prozent. In den beiden Wochen davor waren die Steigerungen noch viel höher gewesen – 110 bzw. 93 Prozent.
Die Gründe dafür, dass die Zahlen derzeit eher stagnieren, könnten sein, dass es keinen starken Urlauberwechsel gebe, dass etwas weniger getestet werde, dass die Menschen nach jüngsten Anstiegen wieder vorsichtiger geworden seien, so Popper. Jedenfalls bringe die 2G- und 3G-Regel viel.

Eine große vierte Welle bei den Positiv-Testungen sei nicht unbedingt zu erwarten, sondern es könnte mehrere kleine und teils auch regional unterschiedliche Wellen geben. Mit Hygiene, Disziplin und Maßnahmen könne man die Pandemie unter Kontrolle bringen, „aber besiegen können wir das Virus nur mit der Impfung“, sagt der Wissenschafter. Darum sei das Wichtigste, die Impfquote zu steigern, wobei jedes einzelne Prozent die Ausbreitung stark reduziere.

„Die Politik muss das Impfen forcieren und sollte nicht immer wieder zumindest vermeintlich die Strategie Richtung Einschränkungen ändern“, sagt Popper: „Im Mai dachten alle, alles sei vorbei, im Juli gab es große Aufregung beim ersten Zahlenanstieg. In der Bevölkerung sagen die einen, wir müssen im Herbst wieder alles zumachen, die anderen sagen, die Pandemie ist vorbei – beides stimmt nicht.“
Die Inzidenz ist ein Vorlaufindikator, entscheidend ist die Lage in den Spitälern. Nach einem Abwärtstrend zuvor (99 Patienten am Sonntag) gab es gestern 121 Corona-Spitalspatienten. 40 waren auf der Intensivstation (29). Die Belegung ist also noch überschaubar.

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Autor
Alexander Zens

Redakteur Wirtschaft

Alexander Zens

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