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Wintereinbruch: A21 in Niederösterreich komplett gesperrt

Von nachrichten.at/apa, 02. Dezember 2023, 13:18 Uhr
Schneechaos im Bezirk Braunau
Zahlreiche Einsätze wegen hängengebliebener Fahrzeuge in Oberösterreich Bild: Daniel Scharinger

INNSBRUCK/BREGENZ/LINZ. Ergiebiger Schneefall hat am Samstag in weiten Teilen Österreichs zu umfangreichen Verkehrsbehinderungen geführt.

Tiefwinterliche Fahrverhältnisse sorgten nicht nur ganz im Westen - Vorarlberg und Tirol -, sondern auch in Ober- und Niederösterreich zu Problemen. Die Wiener Außenring Autobahn A21 in Niederösterreich wurde aufgrund mehrerer hängen gebliebener Fahrzeuge Samstagmittag in beide Richtungen gesperrt.

Wie die Asfinag informierte, wurde eine großräumige Umleitung eingerichtet. Die Dauer der Sperre der A21 war nicht absehbar. Zwischen den Knoten Steinhäusl und Vösendorf musste eine Komplettsperre verhängt werden, nachdem mehrere Fahrzeuge aufgrund des starken Schneefalls im Bereich des Wienerwaldes in den Steigungsbereichen stecken geblieben waren. Die Asfinag sei im Volleinsatz und arbeite gemeinsam mit Abschleppunternehmen daran, die Autos zu bergen, hieß es. Es wurde empfohlen, die A21 großräumig zu umfahren über die Kremser Schnellstraße S33, die Stockerauer Schnellstraße S5 und die Donauuferautobahn A22.

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Tiefwinterliche Fahrbahnverhältnisse

Der ÖAMTC berichtete vor allem an der Alpennordseite und am Alpenostrand von tiefwinterlichen Fahrbahnverhältnissen. Zahlreiche Hauptverbindungen waren am Samstagmorgen nur schwer passierbar, es kam immer wieder zu Staus und Unfällen. Auch Autobahnen waren betroffen, Fahrzeuge blieben hängen, was wiederum die Straßenräumungsarbeiten erschwerte. So war beispielsweise am Samstagvormittag die Westautobahn (A1) bei Salzburg Nord wegen Lkw-Bergungsarbeiten nicht befahrbar. Wenig besser stellte sich die Situation auf der Tauern-Autobahn (A10) dar, kurzfristig musste in Fahrtrichtung Süden der Katschbergtunnel gesperrt werden. In Tirol war die Brenner Straße (B182) bei Gries aufgrund hängen gebliebener Fahrzeuge gesperrt und auch auf der A13, der Brenner Autobahn, gab es Behinderungen durch Schneefall. Aufgrund der Schneelast wurden auch immer wieder Bäume geknickt - die Feuerwehren und Räumungsdienste arbeiteten mit Hochdruck.

91 Personen in Nachtlokal in Dornbirn eingeschlossen

In Tirol kam es außerdem zu Ausfällen im Bahnverkehr und bei der Stromversorgung. In einem Nachtlokal in der Vorarlberger Stadt Dornbirn saßen nach einem Erdrutsch für fünf Stunden 91 Personen fest. In Westösterreich war über Nacht im Gebirge vielerorts 50 Zentimeter Neuschnee oder mehr gefallen, weshalb aufgrund der Verhältnisse die zweithöchste Lawinenwarnstufe (groß, Stufe 4) ausgerufen wurde. Diese bezog sich auf Lagen oberhalb der Waldgrenze bzw. 2.000 Meter Seehöhe. Spontane Lawinenauslösungen waren jederzeit möglich und und konnten exponierte Bereiche gefährden. Als problematisch wurde von den Lawinenwarndiensten der Bundesländer die oft nur schwache Bindung zwischen Neu- und Altschnee beschrieben. Wintersportler wurden zu äußerster Vorsicht aufgerufen.

Aufgrund des starken Schneefalls ereignete sich in Dornbirn-Gütle gegen 4 Uhr ein Erdrutsch, der Teile der Ebniterstraße sowie den Parkplatz des Nachtklubs "Conrad Sohm" verlegte. Damit war ein Verlassen des Areals für die 91 Lokalgäste vorerst nicht möglich. Gegen 9.30 Uhr war die Evakuierung des Gebäudes aber schließlich möglich, informierte die Stadt Dornbirn. Weitere Hangrutschungen seien möglich, der Nachtklub muss deshalb vorerst gesperrt bleiben.

Brennerautobahn abschnittsweise gesperrt

In Tirol musste die Brennerautobahn (A22) aufgrund hängen gebliebener Fahrzeuge abschnittweise gesperrt werden, am Samstagvormittag war sie aber wieder befahrbar. Laut Asfinag waren am Brenner 21 Räumfahrzeuge im Einsatz. Wegen eines Stromausfalls infolge eines Kabelbrands war auch der Roppener Tunnel auf der Inntalautobahn (A12) vorübergehend nicht passierbar. Gegen 10.00 Uhr wurde er wieder für den Verkehr frei gegeben. Probleme mit dem Strom gab es aber nicht nur im Tunnel, sondern auch in Haushalten in 19 Gemeinden. Laut ORF Radio Tirol war auch Sölden im Ötztal betroffen. Im Zillertal war der Ortsteil Ginzling vorübergehend von der Umwelt abgeschnitten, weil ein Abschnitt der Zillertal Straße (B169) wegen Lawinengefahr gesperrt werden musste. Eine Umfahrung war nicht möglich.

Im Schienenverkehr gab es nach Angaben der ÖBB Unterbrechungen zwischen Imst und Schönwies im Bezirk Landeck sowie zwischen Innsbruck und Scharnitz. Zu Beeinträchtigungen kam es auch am Flughafen Innsbruck, wo der Flugbetrieb eingeschränkt wurde. Der Nahverkehr der Bahn in Vorarlberg funktionierte, Zugfahrten nach St. Margrethen (Schweiz) bzw. Lindau (Deutschland) waren aber nicht möglich.

ÖBB: Bis Sonntag keine Fahrten am Deutschen Eck möglich 

Weiters wiesen die ÖBB darauf hin, dass am Deutschen Eck zwischen Salzburg und Kufstein beziehungsweise München bis Sonntag keine Fahrten möglich wären. Züge zwischen Salzburg und Tirol werden teilweise über Zell am See umgeleitet, mit Verspätungen mit bis zu 2 Stunden muss gerechnet werden.

Im Bundesland Salzburg verschärfte sich durch die Neuschneemengen die Lawinensituation besonders im Bereich Hohe Tauern. Der Lawinenwarndienst des Landes Salzburg stufte die Gefahr eines Schneebretts als "groß" ein. Speziell warnte man vor hoher Störanfälligkeit im Neuschnee. Die Alpinpolizei warnte in einer Presseaussendung am Samstag vor einer "heiklen Lawinensituation" und mahnte "bewusste Zurückhaltung beim Geländefahren abseits der Pisten beziehungsweise bei Skitouren" ein.

Beim Landesfeuerwehrkommando Salzburg berichtete man von bisher 100 Einsätzen. Hauptbetroffen waren der Flachgau und der Tennengau. Das Gros der Alarmierungen lag wie in Oberösterreich bei umgeknickten Bäumen und hängen gebliebenen Fahrzeugen. Sowohl seitens der Feuerwehr als auch die Landespolizei berichteten hauptsächlich von Sachschäden. Personen seien soweit keine erheblich verletzt worden. Auch die Schäden hielten sich soweit im geringeren Ausmaß. Ausnahme war in Oberndorf, dort landete ein umgerissener Baum auf einem Haus, wie Reinhard Krallinger vom LFK berichtete. Die meisten Alarmierungen trafen übrigens zwischen 5.30 Uhr und 7 Uhr dort ein. "Wenn es hell wird und die Leute aufstehen, werden die Schäden entdeckt."

790 Einsätze in Oberösterreich

Der Wintereinbruch hat auch in Oberösterreich die Einsatzkräfte stark beschäftigt. Das Landesfeuerwehrkommando absolvierten allein von Mitternacht bis Samstagmittag (von etwa rund 900 Wehren in ganz Oberösterreich) 430 Feuerwehren über 790 Einsätzen mit ca. 6400 Einsatzkräften, teilte das Landesfeuerwehrkommando in einer ersten Bilanz mit. Die meisten Einsätze betrafen hängen gebliebene Fahrzeuge sowie massiver Schneedruck, der Stromleitungen kappte. Etwa 26.000 Haushalte waren laut Netz OÖ gegen 10 Uhr ohne Strom.

Bild: Kollinger

"Bitte bleiben Sie zuhause, vermeiden Sie unnötige Fahrten mit dem Auto", appellierte Hannes Niedermayr vom Landesfeuerwehrkommando Oberösterreich. Vom Zentralraum bis Innviertel seien die Einsatzkräfte schon "ziemlich gestresst". Durch Schneelast umgestürzte Bäume blockierten Straßen landesweit und rissen Stromleitungen ab, in allen Bezirken müssen Fahrzeuge geborgen werden. Allein durch die landesweiten Stromausfälle werden die Kräfte gebunden. Seitens des LFK gibt es nämlich die Order, die Stützpunkte "in machbarer Stärke" bei Blackouts zu besetzten, damit die Bevölkerung dort Hilfe suchen kann. Besonders im Bezirk Braunau bezeichnete der Offizier vom Dienst die Lage als "intensiv" von den Einsätzen her. "Und wir haben erst Vormittag", betonte Niedermayr.

Zwei Feuerwehrmänner in Walding verletzt

In Walding (Bezirk Urfahr-Umgebung) wurde zwei Kameraden der Schneeeinsatz am Samstag fast zum Verhängnis. Während ein 55-Jähriger und ein 23-Jähriger dabei waren, einen umgestürzten Baum von der Fahrbahn zu bekommen, brach ein weiterer Stamm unter der Last des Neuschnees und traf die beiden Männer. "Sie trugen alle Schutzausrüstung" teilte Kommandant Dominik Angerer mit. Bei dem Älteren hatte der Helm auch einiges abbekommen. Der erfahrene Kamerad blieb vorerst noch im Spital, sein jüngerer Kollege konnte das Klinikum bereits verlassen.

Lawinenwarnstufe auf "erheblich" gestiegen

Durch Neuschnee und sogenannten Triebschnee stieg die Lawinenwarnstufe auf "erheblich" (Stufe 3). Trotz der winterlichen Fahrverhältnisse erwischte die Polizei in der Nacht auf Samstag bei Schwerpunktkontrollen insgesamt 45 Alkolenker und sechs Fahrer unter Rauschgifteinfluss, wie diese in einer Presseaussendung mitteilte. Einer der durch Schneeglätte bedingten Unfälle ließ auch bei einem 32-jährigen Alkolenker in Braunau die Sicherungen durchbrennen. Ein Gleichaltriger im Auto hinter ihm kam an einer Ampel wegen Sommerreifen ins Rutschen und touchierte das Auto leicht. Der Alkoholisierte stieg aus, schnappte sich den Einheimischen und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht.

Tanklaster im Bezirk Melk umgekippt

In Niederösterreich sorgte der heftige Schneefall am Freitagabend und in der Nacht auf Samstag dafür, dass die Feuerwehren in den vergangenen 24 Stunden zu rund 170 Fahrzeugbergungen ausrücken mussten. Auf der B36 im Bezirk Melk etwa war ein Tanklaster umgekippt, teilte Feuerwehrsprecher Klaus Stebal mit. Rund 70 Einsätze wurden aufgrund umgestürzter Bäume und Stauden verzeichnet. Im Bezirk Amstetten führten die winterlichen Bedingungen zu knapp 30 Einsätzen, berichtete das Bezirksfeuerwehrkommando. Die Wehren wurden vor allem zu Fahrzeugbergungen und Sturmeinsätzen, etwa weil Bäume die Straße blockierten, gerufen.

Schnee gab es am Samstag auch in Wien, zur Erleichterung der Einsatzkräfte hielten sich aber die damit einhergehenden Behinderungen in Grenzen. Die Berufsfeuerwehr berichtete Samstagmittag von "kleineren Einsätzen", das Arbeitsaufkommen sei aber überschaubar.

Der ÖAMTC appellierte an Verkehrsteilnehmende, sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Straßen- und Wettersituation zu informieren bei Fahrten in höhere Lagen unbedingt Schneeketten mitzunehmen. Von nicht unbedingt notwendigen Fahrten derzeit abzusehen.

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