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Chronik

750 Millionen Euro - Spendenrekord in Österreich trotz Corona

Von nachrichten.at/apa   24. November 2020 14:44 Uhr

500 Euro
Am liebsten spenden Herr und Frau Österreicher an Organisationen, die Tieren oder Kindern helfen.

WIEN. Mit einer dreiviertel Milliarde Euro wird es 2020 in Österreich einen Höchstwert an Spenden geben. Das meiste Geld geht mit je 30 Prozent an Kinder und Tiere. Insgesamt 6,5 Millionen Österreicher haben gespendet, obwohl viele Veranstaltungen coronabedingt ausfallen mussten.

"Spenden sammeln war für viele in diesem Jahr nicht einfach", sagte Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verband Austria, bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Dennoch werden heuer rund drei Prozent mehr als noch im Vorjahr gespendet. Das liege auch an einer Zunahme der Sicherheit, dass die Spenden wirklich ankommen würden. "Rund zwei Drittel der Spenden gehen an Organisationen, die jährlich von externen Prüfern geprüft werden", erklärte Lutschinger.

Heuer geben Frauen erstmals mehr Geld als Männer. Auch bei den Empfängern der Spenden gibt es neue Entwicklungen. "An erster Stelle, und das ist auch ein Novum zu allen Jahren zuvor, befinden sich die Tiere, gefolgt vom langjährigen Spitzenreiter Kinder", sagte Bernhard Hofer, Geschäftsführer von Public Opinion, der die Daten erhoben hat. Die durchschnittliche Spende beträgt 124 Euro. Am häufigsten wird per Erlagschein gespendet, obwohl Spenden über das Internet deutlich zunehmen würden.

Eine nicht repräsentative Befragung während des ersten Lockdown habe zudem gezeigt, dass viele Organisationen mit den Einschränkungen zu kämpfen hatten. "Die Coronakrise hat nach dem ersten Lockdown und auch jetzt direkt ins Herz getroffen", sagte Hofer. "Die Arbeit der Organisationen hat sich sehr verändert", fügte Lutschinger aus. Doch habe man durch Innovationen und Flexibilität praktikable Lösungen finden können.

Mehr gemeinnützige Stiftungen und Fonds

Ein in Österreich wachsender Bereich beim Thema Spenden sind gemeinnützige Stiftungen. "Seit der Gesetzesnovelle 2015 wurden rund 120 neue gemeinnützige Stiftungen und Fonds gegründet", sagte Ruth Williams, Generalsekretärin des Verbands für gemeinnütziges Stiften. In dieser Zeit habe es stets ein signifikantes Wachstum gegeben. Damit es so weitergehen kann, müssten jedoch einige Hindernisse aus dem Weg geschafft werden. "Bis heute sind etwa Ausschüttungen von Stiftungen für Bildungsprojekte im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit steuerbefreit, nicht jedoch Zuwendungen an österreichische Schulen", sagte sie.

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