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Welser Koch liefert frische Gerichte an den Arbeitsplatz

WELS. Richard Götzendorfer bespielt eine Marktlücke – höchst erfolgreich.

In der Adler-Apotheke offeriert Anne Nguyen von Montag bis Freitag frisch zubereitete Speisen und Brötchen. Bild: müf

Kundenproteste gegen das Ende der „Gesunden Pause“ im Drogeriemarkt in der Bäckergasse im Mai verhallten ungehört. Nun finden gesundheitsbewusste Genießer in der Adler-Apotheke (Stadtplatz 12) ein fast vergleichbares kulinarisches Angebot; nur die heißen Suppen fehlen.

Die aus regionalen Lebensmitteln zubereiteten Suppen werden in Gläsern angeboten. Kunden müssen sie nur noch aufwärmen. Dazu gibt es Salate, Desserts und frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte im „Genuss im Gwölb“. So nennt Hausherr Florian Fritsch sein neues Angebot.

Fuzo als Wettbewerbs-Nachteil

„Wir brauchen das, um Kunden in die Fuzo zu locken, denn wir haben gegenüber Apotheken am Stadtrand einen entscheidenden Wettbewerbs-Nachteil: Bei uns können Kunden nicht bis vor den Eingang fahren.“

Der Kulinarik-Abteilung in einer Apotheke hat auch mit gesetzlichen Hürden zu kämpfen: „Uns ist es nicht erlaubt, Suppen frisch zu kochen: Die Produkte müssen verschlossen angeliefert werden“, sagt Fritsch.

Das macht der Buchkirchner Richard Götzendorfer. Der 49-Jährige ist im Haus Steiningerweg 24 eingemietet und kocht dort mit einem Angestellten täglich frisch auf. Das Besondere bei „Richards Catering“, wie der vor eineinhalb Jahren gegründete Betrieb heißt: Die Kunden können am Vortag bis 17 Uhr im Internet aus einem Wochen-Menüplan oder aus einem À-la-carte-Angebot Speisen auswählen. „Ich besorge dann am nächsten Morgen die Produkte und koche alles frisch, ehe die warmen Speisen zwischen 11 und 13 Uhr zugestellt werden“, sagt Götzendorfer. Die Mahlzeiten können sofort gegessen werden. Zugestellt wird ab fünf Portionen.

„Es braucht Liebe zum Beruf“

Götzendorfer setzt ausschließlich auf regional und saisonal erzeugte Lebensmittel. „Ich koche alles selbst, ob Rindsuppe oder Jus. Bei mir gibt es keine Fertigprodukte“, versichert der Fachmann, der auf mehr als drei Jahrzehnte Berufserfahrung zurückblicken kann. Diese führte ihn nach der Ausbildung in den Hotels Greif und Spitz (Linz) um die Welt – von Spitzenrestaurants in Wien und München bis nach Wales, Portugal, in die Karibik und auf Kreuzfahrtschiffe.

Der Profi bleibt allerdings bescheiden: „Man muss einfach die Liebe zu dem Beruf haben: Ich mache ja nichts Neues: Ich koche einfach nur frisch und in guter Qualität – und liefere dann die Speisen einfach aus.“

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Artikel Friedrich M. Müller 08. Januar 2018 - 03:24 Uhr
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