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Wels

Sehenswerte Ausstellung über Anfang und Ende der Flachsspinnerei Lambach

Von Erik Famler   22. Oktober 2018 00:04 Uhr

Sehenswerte Ausstellung über Anfang und Ende der Flachsspinnerei Lambach
Der Stadlinger Bruno Sterner erinnert in einer Ausstellung an die Geschichte der Lambacher Flachsspinnerei.

STADL-PAURA. Im Stadlinger Volksheim setzt Bruno Sterner verschwundener Industrie ein Denkmal.

Nach seiner Sprengung am 14. August 2015 zerfiel der Fabriksschlot in Tausende Teile. Mit diesem Tag endete das letzte Kapitel einer 153 Jahre langen Industriegeschichte. Die Lambacher Flachsspinnerei auf Stadlinger Boden wurde ausradiert.

Der Stadlinger Bruno Sterner, der seine Kindheit in der Spinnerei verbrachte, widmet der "Flachsi" eine bemerkenswerte Ausstellung. Der Sohn eines Spinnereiarbeiters trug zusammen, was von der einstigen Fabrik noch übrig blieb. Zwei Adler, die den Fabrikseingang markierten, erinnern an die k. u. k. Gründerväter.

Sehenswerte Ausstellung über Anfang und Ende der Flachsspinnerei Lambach
Ein letztes Bild der Garnerei. Die Fabrik zählte in Blütezeiten 1200 Mitarbeiter.

Ebenso erhalten ist das Laufwerk einer Uhr, die im Werk die Zeit anzeigte und zu jeder Viertel- und halben Stunde die Glocken schlagen ließ. Teile des alten Zaunes und jede Menge Ansichten sind zu sehen. "Ich beginne die Ausstellung bei der Fabriksgründung durch Josef Dierzer", sagt Sterner. Eine Zeittafel verbindet die Geschichte der Flachsspinnerei mit Ereignissen in der Welt. Auch das Leben der Arbeiter wird gezeigt. In einem kleinen Kino kommen Zeitzeugen in Interviews zu Wort. Unter ihnen ist mit Reinhold Süßenbacher auch einer der letzten Direktoren.

Sehenswerte Ausstellung über Anfang und Ende der Flachsspinnerei Lambach
Fabriksuhr löste Glockenschlag aus.

Vor Abriss der Fabrik dokumentierte der Stadlinger Fotograf Bernhard Huss das 8,5 Hektar große Fabriksgelände aus vielerlei Perspektiven. "Stadl-Paura hat es leider nicht verstanden, den wertvollsten Teil dieses Industriedenkmals zu erhalten", bedauert Sterner. 2015 scheiterte er mit einer Rettungsaktion. Eigentümer Richard Gartner hätte eingelenkt.

Nach diesem Rückschlag nahm sich der frühere SPÖ-Politiker vor, der Flachsspinnerei und ihren Arbeitern ein würdiges Denkmal zu setzen. Mit viel Liebe zum Detail entstand eine aufwendig gestaltete Zeitreise, die nicht nur Stadlinger interessieren sollte. Die Aufbaukosten trägt Sterner selbst. Von ihm stammt auch die gesamte Gestaltung. Gernot Meindl half bei den Tischlerarbeiten. Der Eintritt ist frei. Freiwillige Spenden sind willkommen.

Sehenswerte Ausstellung über Anfang und Ende der Flachsspinnerei Lambach
Geretteter Adler mit Fabrikskulisse

Lambacher Flachsspinnerei 1852–2005, Eröffnung am Donnerstag, 25. Oktober, 19 Uhr, Stadlinger Volksheim. Öffnungszeiten von 26. 10. bis 4. 11. täglich 9 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr.

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