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Westspange: Gutachter sagte als "befangen" ab

STEYR. Bundesverwaltungsgericht lässt Experten austauschen. Damit gerät erneut die Frage in den Brennpunkt, ob die Tangente eine Verkehrsentlastung Steyrs bringt.

Westspange: Gutachter sagte als "befangen" ab

In Steyr werden nach wie vor Verkehrszählungen angestellt. Für eine breite Rathausmehrheit wird sich nach Fertigstellung der Westspange die Lage entspannen. Bild: feh

In der Steyrer Hochstraße muss es eine geheime Automobilfabrik geben, scherzt die Bürgerinitiative "Grüngürtel statt Westspange". In den Verkehrsstudien zur geplanten Westtangente verlassen täglich 200 Autos mehr die Sackgasse, als der Skizze nach hineinfahren. "Nur ein Beispiel dafür, dass mit solchen Fehlern ein Verkehrsaufkommen behauptet wird, von dem die Westspange dann die Stadt befreien soll", sagt Projektgegner Jürgen Hutsteiner von der Bürgerinitiative.

Jetzt hat auch ein vom Land OÖ bestellter Verkehrsgutachter, der seine Fachmeinung in einem strittigen Umweltverträglichkeitsverfahren für die 4,1 Kilometer lange Umfahrungsstraße abgeben sollte, die Finger vor der zugrunde gelegten Verkehrsprognose gelassen. Auf die Arbeit des Grazer Verkehrsplaners Ulrich Bergmann geht ein Endbericht des Landes OÖ zurück, wonach die Westspange in der Mitte der Ennserstraße (B115) 20 Prozent und im östlichen Bereich der Sierninger Straße (B122) 24 Prozent weniger Verkehrslast aufweisen werde, als wenn man nicht bauen würde. Der Grundlagenstudie zufolge würde die Beruhigung auf der Seifentruhe elf Prozent weniger Autofahrten ausmachen, während auf der Taborkreuzung, wo das neue Einkaufszentrum "Hey Steyr!" eröffnet, die Westspange täglich nur 400 Fahrzeuge mehr einsparen würde, als wenn man die Baupläne in die Schublade wandern ließe.

Gutachter ohne Meinung

Ob diese Vorhersagen für die Westspange einen Meilenstein für die Lösung der Verkehrsprobleme in der Stadt verheißen, wovon man im Rathaus überzeugt ist, oder nur sinnlos eine Straße am Stadtrand asphaltiert wird, wie die Bürgerinitiative glaubt – dazu will Oswald Thaller lieber nichts sagen. Der Wiener Verkehrsplaner hat sich für die Befassung mit Bergmanns Grundlagenexpertise für "befangen" erklärt, und das Bundesverwaltungsgericht hat seinem Einwand stattgegeben. "Ich kenne den Verfasser der Verkehrsprognose, die ich im Rahmen der Begutachtung einer Überprüfung unterziehen hätte sollen, persönlich gut. Es verbindet mich mit ihm ein freundschaftlich-kollegiales Verhältnis", erklärte Thaller, der Gutachten für die Traffix Verkehrsplanung GmbH erstellt, sich "objektiverweise" für die Aufgabe als eine falsche Wahl. Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) verlangt als Konsequenz daraus, dass das Land OÖ einen anderen Gutachter bestellt.

Für die Bürgerinitative "Grüngürtel" lebt damit die Skepsis auf, die schon von Anfang an die Westspange begleitet habe, dass die Tangente die Verkehrslast, die die Stadt Steyr trägt, nicht wirklich lindern werde. "Nur zehn Prozent weniger Verkehr mit der Westspange an Brennpunkten wie die Seifentruhe, wirft die Frage wieder auf, ob sich die Millionen Euro dafür lohnen", sagt Hutsteiner. Er verweist auch auf Verlagerungen hin, dass bei der Anbindung der Westspange in Gleink sogar ein eminenter Anstieg der Verkehrsbelastung prognostiziert wurde.

Für Bürgermeister Gerald Hackl (SP) muss die Frage nach der grundsätzlichen Sinnhaftigkeit der Westspange auch nach dem Rückzieher eines wesentlichen Gutachters nicht zurück an den Start., Bei seiner Neujahrsansprache hatte er voller Zuversicht von einem Spatenstich im Jahr 2021 "für das für die Stadt enorm wichtigen Projektes" gesprochen.

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Artikel Hannes Fehringer 04. Februar 2019 - 04:28 Uhr
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