Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Die Kugel rollt überall auf den Leuchtwänden

Von Hannes Fehringer, 11. Juni 2024, 19:53 Uhr
Die Feuerwehr Grünburg räumt für Public Viewing die Garage aus.
Bild: FF

STEYR, AMSTETTEN, KIRCHDORF. Von der Feuerwehr im Zeughaus bis zum Wirtschaftsverein auf dem Firmengelände wurde Public Viewing zur Fußball-EM organisiert. Das größte Fanfest steigt in Steyr

Der ADEG-Kaufmann Alessandro Bruckner und der Elektrikermeister Josef Bruckner im Amstettner Stadtteil Hausmening sind nur Namensvettern, aber es verbindet sie eine Seelenverwandtschaft. Der eine klatscht auf der Tribüne in Siezenheim für Red Bull Salzburg, der andere fährt als hundertprozentiger Fußballfan an Wochenenden zu den Heimspielen der Borussia nach Dortmund. Der Kaufmann wird zur Fußball-EM mehr Wurstsemmerln als sonst für Jausenkäufer richten und der Elektriker auf einem Lkw-Anhänger neun Großbildfernseher zu einem großen Flatscreen verschalten. Die beiden Gewerbetreibenden stellen mit 22 Zunftbrüdern in dem örtlichen Wirtschaftsverein "I kauf in Hausmening!" auf einem Firmengelände Bierbänke für ein Public Viewing der Fußball-EM auf und stehen beim übertragenden Fernsehsender "Servus TV" auf der Lizenznehmerliste. Die Bundeshymne vor dem Eröffnungsspiel der rot-weiß-roten Nationalmannschaft gegen Frankreich am Montag, 21 Uhr, bläst der Musikverein Hausmening. Der Verein der Gewerbetreibenden lässt die Ortskapelle dafür eigens aufmarschieren. "Wenn schon, dann wollen wir ein richtiges Fußballfest für unseren Ort", sagt Alessandro Bruckner.

Die kalkulierte Zuschauerzahl in der Garage, aus der die Feuerwehr Grünburg an Matchtagen ihre Blaulichtfahrzeuge ins Freie parkt, um Platz für großes Fußballkino zu schaffen, bleibt wie in Hausmening unter 300 Schlachtenbummlern. Veranstalter bewegen sich damit unter der Grenze, ab der der Red-Bull-Medienkonzern Lizenzgeld kassiert. "Viele Feuerwehrkameraden wollten sich die Spiele gemeinsam ansehen", erzählt Kommandant Bernhard Bichler, "dann haben wir uns entschlossen, dass wir es ermöglichen, dass der ganze Ort vor einer Großleinwand den Österreichern die Daumen drücken kann." Dass zwischen den zwei Halbzeiten jemand verhungern und verdursten muss, ist bei den als Veranstalter von Festen und Frühschoppen erfahrenen Florianis gemeinhin auszuschließen. Der Eintritt ist bei der Veranstaltung in kleinem Rahmen frei, das ist auch Bedingung von "Servus TV".

Für die "Kategorie 2" ausgelegt ist das Public Viewing bei Schönwetter vor einer LED-Wand am Vorplatz und bei Regen vor der Kinoleinwand im Konzertsaal des neuen Kulturhauses "Valentinum" in St. Valentin, was die Stadtgemeinde 1500 Euro Lizenzgebühr für die ganze EM kostet. Für Kulturstadträtin Birgit Seiler (SP) ein guter Tarif: "Wir haben das Valentinum bewusst als Standort gewählt, weil wir es einmal auch mit Sport und Fußball bespielen. Damit können wir auch ein weiteres Publikum ansprechen, Sport und Kultur schließen sich nicht aus." Freilich sollen an diesen Sommertagen Fußballfans Party feiern und nicht Theatergänger sich in ihren Kritiken ereifern. Anpfiff ist schon am Freitag, 21 Uhr, mit dem Eröffnungsspiel Deutschland–Schottland, die Bewirtung übernehmen Sport- und Musikvereine aus der Stadt.

Eines der besten Publing Viewings in ganz Österreich findet laut Vorschusslorbeeren in Medien und der Werbetrommel der Oberösterreich Touristik auf dem Steyrer Stadtplatz statt. Nur auf der offiziellen Liste des Red-Bull-Medienhauses im Internet stand die Stadt Steyr als Veranstalter noch nicht. Nach einem Anruf des Steyrer Magistrates wurde aus der Zentrale versichert, dass die Liste nach "bestem Wissen aktualisiert" werde, das Public Viewing in Steyr sei genehmigt worden und könne stattfinden. Man darf das als Entschuldigung für ein Versehen werten. Rund 40 Spiele werden zwischen 14. Juni und 14. Juli in der Innenstadt vor dem Leopoldibrunnen und während des Stadtfestes und Beachvolleyballturnieres auf dem Wieserfeldplatz auf einer riesigen LED-Wall übertragen. Von den 43.200 Euro, die der Stadtsenat für den Event freigab, sind die 3000 Euro Lizenzgebühr für bis zu 2500 Besucher an den Broadcaster nur ein Bruchteil. "Das Public Viewing in der Altstadt ist eine tolle Möglichkeit für alle, die Europameisterschaft am schönsten Stadtplatz Europas zu erleben", sagte Kulturstadträtin Katrin Auer (SP).

mehr aus Steyr

"Werden Parteien beim Wort nehmen"

Zum Jubiläum des Musikfestivals plant Steyr einen Rocky Horror-Weltrekordversuch

Nichts zu klagen beim Sommerfest

Vermeintlicher Absturz: Suche nach Paragleiter blieb erfolglos

Autor
Hannes Fehringer
Lokalredakteur Steyr
Hannes Fehringer
Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

0  Kommentare
0  Kommentare
Die Kommentarfunktion steht von 22 bis 6 Uhr nicht zur Verfügung.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
Aktuelle Meldungen