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Verstaubte Pläne: Alle Wege führten einst nach Steyr

Von Hannes Fehringer, 25. August 2015, 00:04 Uhr
Verstaubte Pläne: Alle Wege führten einst nach Steyr
1981 demonstrierten Trassengegner gegen die „Verschwendung von Steuermillionen“ mit der geplanten „Steyrer Schnellstraße S37“. Bild: OÖN/Aigner

STEYR. Widerstand gegen die Westspange ist nichts Neues: Die Stadt hätte schon Knoten einer Autobahn und Schnellstraße werden sollen - Eine Analyse von Hannes Fehringer.

Die Schnellstraße „S37“ verläuft heute in Kärnten von St.Veit-Nord nach Klagenfurt-Nord. Ursprünglich stand diese Straßenbezeichnung auf den Plänen für eine vierspurige Verbindung von Enns nach Steyr. 200 Gegner zogen am 17. März 1981 mit Transparenten vor das Linzer Landhaus, um gegen die Vergeudung landwirtschaftlich hochwertigen Bodens mit einer Straße zu demonstrieren, die kein Mensch brauche.

Landeshauptmann Josef Ratzenböck (VP), der zuvor noch betont hatte, dass eine leistungsfähige Straßenanbindung die Voraussetzung dafür war, dass sich BMW mit seinem Motorenwerk in Steyr ansiedelt, versprach, sich beim Bautenminister für eine neuerliche Überprüfung einzusetzen, ob die S37 notwendig sei. Zum Schluss wurden die Pläne unter Bautenminister Karl Sekanina (SP) verworfen. Erst drei Jahrzehnte später schließt die zweispurige Neutrasse der B309 Steyr an die Westautobahn an.

Verstaubte Pläne: Alle Wege führten einst nach Steyr
Bautenminister Karl Sekanina (SP). Bild: ÖGB

Bautenminister Karl Sekanina (SP).

Die „Voralpenautobahn“

Die Frage der Verkehrsanbindung von Steyr könnte Bücher füllen. Legendär war der Vorstoß des im Jahr 2000 verstorbenen Fotolöwen Franz Josef Hartlauer, der eine Schleife der Westbahn über Steyr gefordert hatte. Auf Schiene kam sein Ansinnen nicht. Viel konkreter dachte man hingegen über eine Anknüpfung der Eisenstadt an das Autobahnnetz nach. Wie das Seeungeheuer von Loch Ness tauchte Mitte der Siebzigerjahre immer wieder das Projekt einer „Voralpenautobahn“ auf, die bei Amstetten in einem Ast von der Westautobahn abzweigen und über Steyr nach Sattledt zurückführen sollte. Wie die OÖNachrichten damals berichteten, war der Gedankengang damals keineswegs ein Hirngespinst, Politiker hingen ihm ernsthaft nach. Das Land Niederösterreich etwa gab im Jahr 1975 sogar die Erstellung eines generellen Planungsprojektes in Auftrag.

Damit wollte man den Gemeinden die Möglichkeit geben, die von Amstetten über Steyr nach Sattledt führende Trasse von Verbauungen freizuhalten.

In Wolfern haben diese Vorkehrungen Aufregung unter den Siedlern und Häuslbauern heraufbeschworen. Laut der damals vorliegenden Projektstudie wären 39 Bauparzellen durchschnitten worden. Der Gemeinde hatte das Land auch bereits in den zurückgesandten neuen Flächenwidmungsplan den Verlauf der neuen Autobahn eingezeichnet. Die Häuslbauer saßen in einer Zwickmühle: Wenn sie gebaut hätten, hätte in späterer Zukunft ihr neues Eigenheim gleich wieder weggerissen werden müssen. Warteten sie mit der Baustelle zu, wäre der Wert ihrer Grundstücke verfallen. Die Begeisterung über die „Voralpenautobahn“, deren Kosten auf drei Milliarden Schilling (kaufkraftbereinigt 930.000 Euro) geschätzt wurden, war in Wolfern damals gering. Zwischen der Bundesregierung in Wien und Linz in der Provinz entspann sich dann ein Geplänkel über die Realisierungschancen. Bautenminister Josef Moser (SP), übrigens eines von vier ehemaligen NSDAP-Mitgliedern im ersten Kabinett Bruno Kreiskys, nannte die Voralpenautobahn ein „Wunschdenken, das in Wien unbekannt ist.“ Worauf Landeshauptmann Erwin Wenzl (VP) konterte, dass es sich um eine „Raumordnungs-Zielvorstellung“ handle: „Wir werden uns aber bemühen, die Voralpenautobahn bei der nächsten Novellierung ins Gesetz zu bringen.“ Tatsächlich verschwand das Projekt Jahre später für immer von der Bildfläche.

Zurückgenommenes Projekt

Die Geschichte lehrt, dass die Steyrer Verkehrsfragen vor dem Hintergrund der Anbindung an die großen Durchzugsrouten des Landes gesehen wurden. Auch bei der nun von den Anrainern bekämpften Westspange verwies die Wirtschaftskammer in einem Positionspapier auf die überregionale Anbindung an eine Nord-Süd-Achse. Für die Projektbefürworter – das Land und bis auf die Grünen und Neos alle Steyrer Parteien – ist auch die soeben erfolgte Trassenverordnung noch kein planierter Weg. Das Bundesgesetzblatt der Republik Österreich vom 22. August 1978 verlautbarte die Verordnung „betreffend des Straßenverlaufes der S37 Steyrer Schnellstraße“. Die Straße wurde nie gebaut.

 

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19  Kommentare
19  Kommentare
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Qwertz1 (1.350 Kommentare)
am 26.08.2015 00:03

Ich bin der letzte der für die Nordspange ist, heute werden zuindest auch ein wenig Anrainer und Besitzer eingebunden.
Früher gab es das alles nicht, da wurde gebaut ohne langes Fragen, wer dagegen war wurde enteignet, das sind aber genau die Straßen die es heute gibt und die heute noch genau so Bullshit sind, weil kaum jemand beim Straßenbau nur logisch denken kann.
Hauptsache der LKW kann rollen, einfach nur blind der Wirtschaftkammer folgen, dass geht so ins Auge.
Und natürlich das Totschlagargument Arbeitsplätze. Klar wenn wir alle früher sterben, gibt es für Totengräber und Bestatter mehr arbeit!

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alleswisser (18.463 Kommentare)
am 25.08.2015 14:15

"drei Milliarden Schilling (kaufkraftbereinigt 930.000 Euro)"

Bitte auch den Kopfrechner ressetten und bereinigen.

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Helgari (495 Kommentare)
am 25.08.2015 11:34

Meiner Logik nach werden die PKWs und LKWs, deren Ziel nicht Steyr ist, dann nicht mehr über den Tabor und die Seifentruhe fahren. Die Umfahrungsstraße wird also dieses Gebiet entlasten.

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DenkenHilft2015 (70 Kommentare)
am 25.08.2015 12:00

Genau das wollen einen die Steyrer Politiker (dahingehend ist LH-Stellvertreter Hiesl ja offener) glauben machen, wer sich die prognostizierten Zahlen genau ansieht, weiß aber, was Steyr wirklich blüht.
Abgesehen davon gäbe es ja bereits ein "LKW-Durchfahrverbot" (Ziel- und Quellverkehr), warum wird für dessen Einhaltung wohl nicht mehr getan?
Warum fahren trotz B309 LKW aus aller Herren Länder mittlerweile kreuz und quer durch angrenzende Gemeinden?

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gerry_steyr (12 Kommentare)
am 25.08.2015 12:21

zuerst beschließen die roten ein neues Einkaufszentrum am Tabor, und belasten damit die Anrainer mit zusätzlichen 7.000 Zu- und Abfahrten, um anschließend eine wesentlich geringere Entlastung durch die Westspange zu fordern. diese Fakten dürften ja auch gerade Ihnen bekannt sein, helgari!

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Helgari (495 Kommentare)
am 25.08.2015 14:37

Na und? Ob die Leute ins Stadtzentrum einkaufen fahren, wie von den Konservativen gewünscht oder auf den Tabor, wo Braunsberger soeben ohne Kritik an der Ennser Straße neue Geschäfte baut oder die roten Bürgermeister die Kaserne entfernen ließen, um den Tabor nicht zum Flüchtlingszentrum werden zu lassen, macht ja nicht allzu viel Unterschied. Oder?

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gerry_steyr (12 Kommentare)
am 25.08.2015 15:01

wollen Sie damit sagen, dass die roten Bürgermeister ein Einkaufszentrum bauen lassen um damit ein Flüchtlingszentrum zu verhindern? Tiefe Abgründe tun sich da bei Ihnen auf ...

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Helgari (495 Kommentare)
am 26.08.2015 15:39

Das Kasernengelände wurde nach Aussage des damaligen Bürgermeisters Forstenlechner verkauft, um ein Flüchtlingszentrum auf dem Tabor zu verhindern, das die Innenministerin (ÖVP) errichten wollte. Abgrund tut sich keiner auf, denn das wäre eine Katatrophe für Steyr geworden.

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gerry_steyr (12 Kommentare)
am 26.08.2015 17:47

Ich verstehe jetzt ihre Argumentation: einkaufszentrum statt flüchtlingszentrum. Spö + FPÖ dürfte schon ziemlich fix sein in steyr zwinkern

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Helgari (495 Kommentare)
am 27.08.2015 05:34

Was ist Ihre Alternative? Flüchtlingszentrum statt Einkaufszentrum?

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DenkenHilft2015 (70 Kommentare)
am 25.08.2015 10:51

Steyr ist ja jetzt an die Autobahn angebunden (übrigens: die BMW kamen auch ohne eine solche Straße!). Alle SteyrerInnen, die schnell zur Autobahn wollen oder müssen, können dies - so nicht ein LKW vor ihnen fährt. Eine Westspange kann nur noch dazu dienen, durch Steyr durchzufahren.... also LKW nach Steyr zu bringen, die hier billiger nach Süden kommen als auf der Autobahn (Maut!), natürlich fordert dies die WKO:
http://wko.tv/play.aspx?c=2754.
Eine Frage ist, warum diese Verbindung DURCH Steyr führen soll. (Abgesehen von grundsätzlichen Überlegungen.)

Eine ganz logische Folge ist, dass immer mehr Verkehr durch Steyr fließen würde. Auch der geforderte/ von Steyrer Stadtpolitikern öffentlich herbeigewunschene Ausbau der Ennserstraße würde hier (und in Folge am Tabor(knoten) und in der Seifentruhe) nicht zu weniger, sondern zu mehr Verkehr führen. All die Versprechen einer Entlastung sind offenkundig unrealistisch.

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gerry_steyr (12 Kommentare)
am 25.08.2015 11:00

unrealistisch? ich würde eher sagen, dass der Entlastungsschmäh für die Seifentruhe und Tabor(knoten) bewusst irreführend und falsch ist!

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sirnicha (131 Kommentare)
am 25.08.2015 09:27

haben nicht die steyrer fuhrwerkunternehmen anno dazumals die anbindung an die westbahn verhindert?

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( Kommentare)
am 25.08.2015 10:23

das kann leicht sein. In St.Florian war der Gemeinderat gegen die Florianer Bahn mit der Begründung, daß die Florianer keine Linzer am Sonntag in ihren Wirtshäusern sehen wollen...

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( Kommentare)
am 25.08.2015 09:26

Der LR Hiesl hat mehr als genug Schaden angerichtet.

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mitreden (28.669 Kommentare)
am 25.08.2015 09:35

das war nicht hiesl, sondern die roten minister jahre vorher, allen voran der unsägliche prolet sekanina...

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gerry_steyr (12 Kommentare)
am 25.08.2015 10:06

... gott sei dank gab es damals die roten minister. Hiesl hätte die Autobahn nicht nur geplant, sondern auch gebaut. Wahrscheinlich so wie die Westspange - mitten durch die ROTE Stadt Steyr.

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DenkenHilft2015 (70 Kommentare)
am 25.08.2015 10:32

Folgendes Zitat zeigt doch alles!

Zitat des Landeshauptmann-Stellvertreters Franz Hiesl: "Die Grundstücke, die wir brauchen, bekommen wir auf jeden Fall."
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/Nach-57-Jahren-Provisorium-bekommt-Haid-eine-Umfahrung;art66,1948731

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( Kommentare)
am 25.08.2015 08:53

Noch mehr Strassen braucht das Land, jedem Landwirt seine eigene Autobahnaus-und Zufahrt.
Es kann nie genug Strassen uns Autobahnen geben, es lebe die Beton und Asphaltindustrie ! Hurra ! Hurra !

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