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Damit das Kind einen Namen hat

STEYR. Steyrer Publizist Christian Kreil erfindet für Kunden in aller Welt Marken und Sprüche.

Damit das Kind einen Namen hat

Autor Christian Kreil erfindet für eine weltweite Textagentur Namen für Marken, Produkte und neuerdings auch für Kinder. Bild: VOLKER WEIHBOLD

In spanischsprachigen Ländern heißt der Mitsubishi Pajero unverfänglich "Montero". Auf der iberischen Halbinsel würde "Pajero" am Heck den Lenker nämlich als "Wichser" punzieren. Auf gefährliche Zweideutigkeiten nimmt auch der Steyrer Publizist und Autor Christian Kreil stets Bedacht, der im Hauptberuf für die Unternehmenskommunikation bei der Forschungseinrichtung "Profactor" zuständig ist. Bei einem Nebenjob ist Kreil seit September 2013 auch als Ghostwriter für die renommierte Textagentur "Erfolgswelle" des Schweizers Marc Hauser tätig.

Namhafte Konzerne aus allen Erdteilen vertrauen auf den Erfindergeist des Eidgenossen, wenn neue Produkte und Dienstleistungen pfiffig und griffig benannt werden sollen, dass bei der Kundschaft gleich der Groschen fällt. Einige der ins Ohr gehenden Werbesprüche stammen aus der Feder von Christian Kreil. Wer mit seinem Hirnschmalz die Kunden einbrät, darf er nicht verraten: "Einen Markennamen zu erfinden ist jedenfalls eine interessante Denkaufgabe. Der Name soll einen Inhalt prompt auf den Punkt bringen."

Mit einem Nischenprodukt hat Marc Hauser jetzt eine Lawine der Berichterstattung in den Illustrierten losgetreten. Das Unternehmen bietet für 28.000 Schweizer Franken Eltern, die es sich leisten können, einzigartige Vornamen für deren Kinder an. "Natürlich sind das keine ,Pumuckls‘ und ,Pinocchios‘", erläutert Kreil.

Die Textagentur verspricht und garantiert es auch, dass die Kreation völlig neu auf Erden ist. Den Eltern werden Muster vorgelegt, worauf sie schlussendlich aus drei Vorschlägen wählen können, die ins Detail ausgearbeitet sind. Die Namenspaten von der "Erfolgswelle" lassen über ein internationales Team die Wortschöpfung durchleuchten, ob sie in irgendeiner Sprache eine Peinlichkeit heraufbeschwören könnte. Ebenso wird einem Prüfverfahren unterzogen, ob es den Namen in der Menschheitsgeschichte schon gegeben hat. Auf die Frage, ob ein Kind schon einen von ihm gefundenen Namen trägt, schmunzelt Kreil: "Ja, mein Sohn, und der heißt ganz klassisch Johannes."

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Artikel Hannes Fehringer 12. Februar 2015 - 00:04 Uhr
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