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Steyr

Ausstellung, bei der jeder mitkommt

Von Hannes Fehringer   04. Mai 2018 00:04 Uhr

Ausstellung, bei der jeder mitkommt
Hausroboter "Pepper" beherrscht vorerst eher einfache Dinge.

STEYR. QR-Code ruft "Arbeit ist unsichtbar" im Museum Arbeitswelt auch in Gebärdensprache ab.

Man muss bei "Pepper" simple Worte wählen, dann kapiert es seine Spracherkennung und der Roboter wackelt vor dem Besucher: "Ich tanze gern. Willst du mit mir tanzen?" Der Maschinenmensch ist in seiner Auffassungsgabe noch beschränkt, wer mit ihm kommunizieren will, muss sich auf das Niveau eines Kleinkindes begeben. Die Besucher müssen sich im Bereich Automation, in dem "Pepper" zur Schau gestellt wird, an die "denkende" Puppe anpassen.

Genauso will sich das Museum Arbeitswelt, wo gestern Abend die neue Ausstellung "Arbeit ist unsichtbar" eröffnet wurde, den Bedürfnissen von Besuchern mit Behinderungen anpassen. Direktorin Katrin Auer hat sich den Steyrer Behindertensprecher Wolfgang Glaser und Kerstin Matausch-Mahr vom Sozialnetzwerk "Capito" als Berater geholt, um möglichst alle Barrieren zu beseitigen.

Während in vielen Museen "Berühren verboten!" gilt, haben auch die Kuratoren Robert Misik und Harald Welzer darauf Wert gelegt, dass die Besucher Gegenstände in die Hand nehmen können. Das gilt fürs Fetzenlaberl, mit dem die Arbeiterkinder gespielt hatten, oder für den Brocken Erzbergeisen, dessen Lade zudem mit Streifen, die mit Blindenschrift perforiert sind, beklebt wurde. Vor allem aber nimmt eine App für das Smartphone Menschen mit auf den Weg, die Probleme haben, einen Text sinnerfassend zu lesen.

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Wie ein "DKT", bei dem Steyr Werndl gehört: Robert Hummer (MAW) mit maßstabgenauen Fabrikshallen aus dem 3D-Drucker.

Wie ein "DKT", bei dem Steyr Werndl gehört: Robert Hummer (MAW) mit maßstabgenauen Fabrikshallen aus dem 3D-Drucker

Jede Station ist mit einem QR-Code versehen. Wer ihn ansteuert, dem eröffnet sich ein Menü aus einem Video in Gebärdensprache, einer englischen Übersetzung und einer Fassung, die alles vereinfacht auf gut Deutsch auf den Punkt bringt. "Diese Version vermeidet Fremdwörter und erklärt Dinge wie Gewerkschaft etc.", sagt Matausch-Mahr. Der Behelf, der auch intellektuell benachteiligte Menschen am Wissenserwerb teilhaben lässt, sollte Standard werden, sagte Glaser: "Jedenfalls bei der Landesausstellung in Steyr muss dieses System wieder kommen, da darf es keinen Rückschritt geben."

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Kurator Harald Welzer vor Diorama.

Kurator Harald Welzer vor Diorama.

Dass die Ausstellung, die sich nicht nur, aber auch unterbelichteten Themen der Geschichte der Arbeit, etwa dem "Blaumachen am Montag", widmet, Rollstuhlfahrern mit Liften überall zugänglich ist, sei ohnehin vorauszusetzen, sagte Glaser: "Barrierefreiheit meint ja mehr als nur ein paar Rampen und nützt allen."

Die Ausstellung selbst zeigt manch Unbekanntes: Der Patron der Stadt, Josef Werndl, war nicht nur der soziale Erbauer der Schwimmschule, sondern zögerte 1875 die Forderung nach einem Zehn-Stunden-Tag fünf Jahre mit dem Verweis auf die "Konkurrenzfähigkeit der Fabrik" hinaus.

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Wie ein "DKT", bei dem Steyr Werndl gehört: Robert Hummer (MAW) mit maßstabgenauen Fabrikshallen aus dem 3D-Drucker

Schichttafel aus den Steyr-Werken

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