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Die Diskussion über die Fußgängerzone ist neu entbrannt

Von Edmund Brandner, 29. November 2023, 00:04 Uhr
Die Diskussion über die Fußgängerzone ist neu entbrannt
Im Sommer sank die Besucherfrequenz im Zentrum, sagen Geschäftstreibende – und geben der FuZo Schuld.

VöCKLABRUCK. Die politische Prominenz Vöcklabrucks traf sich zu einem Festakt am oberen Stadtplatz, als am 28. Juli um 12.30 Uhr dort die Fußgängerzone in Kraft trat. Weil es zuvor jahrelang Diskussionen und ein ewiges Hin und Her in der Verkehrspolitik gegeben hatte, wurde der breite Konsens (nur die FPÖ stimmte nicht zu) als Durchbruch gefeiert.

Kern des Kompromisses war eine saisonale Fußgängerzone am oberen Stadtplatz zwischen Stadtbrunnen und Turm von April bis Ende Oktober, täglich von 12.30 bis 24 Uhr. Damit wollte die Stadtpolitik den Interessen von Geschäftstreibenden und Autofahrern ebenso gerecht werden wie dem Wunsch einer großen Mehrheit in der Bevölkerung (84 Prozent), die eine Verkehrsberuhigung im Stadtzentrum fordert.

Doch wie es aussieht, ist dieser Konsens schon nach einem halben Jahr brüchig. Vizebürgermeisterin Elisabeth Kölblinger (ÖVP) und ihr designierter Nachfolger David Soucek-Hofmann (ÖVP) fordern in einer gemeinsamen Aussendung eine Verkürzung der Sommer-Fußgängerzone mindestens um die Monate April und Oktober. Weiters verlangen sie die Wiedereinführung von 20 Minuten Gratisparken für schnelle Erledigungen sowie eine Attraktivierung des Stadtplatzes (öffentliche Sitzgelegenheiten, moderne Fahrradständer, kühlende Wasserspiele).

Laut Kölblinger und Soucek-Hofmann habe die Fußgängerzone im vergangenen Sommer zu einem starken Rückgang der Innenstadtfrequenz geführt. "Fast alle Geschäftsinhaber in der Innenstadt klagen über massive Umsatzeinbußen in den Monaten der Sommer-Fuzo", sagt Kölblinger, die auch Wirtschaftsstadträtin ist. Ein Befund, den der Innenstadt-Apotheker und Neos-Fraktionsobmann Gerald Heinke bestätigt. "Wir müssen der Realität ins Auge sehen", sagt er. "Dieser Sommer hat gezeigt, dass die Fußgängerzone nicht angenommen wird." FPÖ-Stadtrat David Binder sieht die Skepsis seiner Fraktion gegenüber der Fußgängerzone ohnehin bestätigt. "Wir unterstützen den Vorstoß der ÖVP", sagt er.

SPÖ und Grüne stehen zur Fuzo

Bürgermeister Peter Schobesberger (SPÖ) und seine Fraktion hingegen stehen zur Fußgängerzone. "Verantwortungsbewusste Politik sollte zu ihren Entscheidungen stehen", sagt er. "Die Fußgängerzone erhöht die Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum." Gleichzeitig zeigt sich Schobesberger gesprächsbereit, was eine Wiedereinführung der Gratis-Parkminuten betrifft. Was die Attraktivierung des Stadtplatzes betrifft, sei man sich im Grunde einig. "Wunder darf man sich davon aber nicht erwarten", so Schobesberger.

So wie die SPÖ stellen sich auch die Grünen hinter die Fußgängerzone. "Bei Schnellschüssen gehen wir nicht mit", sagt Mobilitätsstadträtin Sonja Pickhardt-Kröpfel (Grüne). Der heiße August habe sich schon immer negativ auf die Innenstadtfrequenz ausgewirkt. "Hier bräuchten wir Beschattung und Abkühlung", sagt Pickhardt-Kröpfel.

Die nächste Verkehrsausschusssitzung findet im Jänner statt. Dabei dürfte dann intensiv über den ÖVP-Vorstoß diskutiert werden. Sollten Kölblinger und Soucek-Hofmann ihre Forderung im Gemeinderat einbringen, ist aus heutiger Sicht nicht sicher, ob sie damit durchkommen. Zwar hätten ÖVP, FPÖ und Neos gemeinsam eine Mehrheit im Stadtparlament. Doch die Neos haben keinen Fraktionszwang, und es gibt fraktionsintern unterschiedliche Meinungen in dieser Frage. "Auch die ÖVP-Fraktion ist in der Diskussion um die Fußgängerzone gespalten", glaubt FPÖ-Stadtrat David Binder. "Ich traue mich aus heutiger Sicht nicht vorauszusagen, wie eine Abstimmung ausginge."

Damit ist der alte Vöcklabrucker Zustand wiederhergestellt: Niemand weiß, wie der Verkehr auf dem Stadtplatz künftig organisiert wird.

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Autor
Edmund Brandner
Lokalredakteur Salzkammergut
Edmund Brandner

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