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Salzkammergut

Hickhack um Regio-Tram: Argumente "bunt und unwahr"

27. Oktober 2014 00:04 Uhr

Hickhack um Gmundner Regio-Tram: Gegner-Argumente "bunt und unwahr"
Wieder einmal ein Streitthema in der Traunseestadt: Die geplante Regio-Tram spaltet Gmunden.

GMUNDEN. Laut Mobilitätsstadtrat Sageder würden "bewusst falsche ‚Fakten‘ unters Volk gestreut".

Mit den Worten "bunt, aufwändig und unwahr" kommentiert Gmundens Mobilitätsstadtrat Wolfgang Sageder (SP) nicht Grimms Märchen, sondern eine jüngst in Gmunden lancierte Aussendung der Straßenbahngegner. Er sehe zwar die freie Meinungsäußerung als eines der höchsten Grundrechte der Demokratie, doch werde diese zweifelhaft, wenn bewusst falsche "Fakten" unters Volk gestreut würden.

So werde die Straßenbahn in dem Postwurf stets als "Zug" bezeichnet, was völliger Nonsens sei, betont Sageder: "Ein Zug kann in Gmunden weder technisch noch rechtlich durch die Stadt fahren, weil er viel zu groß, zu breit und zu schwer ist. Die Straßenbahn/Stadt-Regio-Tram hingegen ist nicht größer und länger als zwei jener Überlandbusse, die schon jetzt pausenlos die Stadt queren."

Ebenso ins Reich der Märchen verweist der Stadtrat die Behauptung, dass bereits jetzt 2,3 Millionen Euro Baukostenüberschreitung vorlägen: "So viel haben wir derzeit noch nicht einmal verbaut. Im seriösen Leben geht es jetzt nicht um Sagengeschichten oder Panikmache, sondern darum, den Gmundnern im Rahmen des Bauvorhabens den bestmöglichen Nutzen zu verschaffen." Sageder zählt auf, was er damit konkret meint: "Durch ein neues, ansprechendes Ambiente, durch neue, langlebige Infrastruktur unter der Fahrbahn, durch eine neue Brücke, bevor die Straße in Gemeindebesitz übergeht und die Stadt um jeden Sanierungseuro betteln gehen muss – und durch eine neue, zukunftsweisende Mobilitätsstruktur statt des täglichen Verkehrswahnsinns." Darunter verstehe er ein Stadtzentrum, das nicht durch Lärm und Gestank Bewohner, Konsumenten und Touristen vertreibe, obwohl es sowohl von der Bausubstanz, wie auch vom Angebot her mehr zu bieten habe als die meisten vergleichbaren historischen Städte.

Gedanken über Nach-Öl-Ära

Ein Hauptaugenmerk liege laut Sageder derzeit auf der bestmöglichen Sicherung der alten Bausubstanz entlang der Strecke. Man habe sich hier der größtmöglichen Sicherheit und der bestmöglichen Kooperation mit den Anrainern verschrieben. Dass das keine unlösbare Aufgabe sei, liege auf der Hand: "Denn sonst dürfe auf der ganzen Welt in keiner alten Stadt mehr Tiefbau geschehen. Natürlich ist es nicht leicht, sich in Zeiten hemmungsloser Verbrennung von Kraftstoff Gedanken über die Mobilität der bevorstehenden Nach-Öl-Ära zu machen. Gerade das ist aber heißestes Thema der Vorsorge für künftige Generationen und der Grund dafür, dass weltweit mehr Straßenbahnen denn je neu- oder ausgebaut werden."

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