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Fundstellen im Salzberg schließen sich: Rettung des Weltkulturerbes unter Tage

HALLSTATT. Für 1,9 Millionen Euro werden 16 Fundstellen im Hallstätter Salzberg saniert und gesichert.

Fundstellen im Salzberg schließen sich: Rettung des Weltkulturerbes unter Tage

Die älteste gezimmerte Treppe Europas wurde 1344 v. Chr. gebaut und 2002 freigelegt. Bild: APA/BARBARA GINDL

Weltweit sind nur drei prähistorische Salzbergwerke bekannt: Hallstatt, Hallein und Cherabad im Iran. In Hallstatt gewinnen Menschen seit rund 7000 Jahren Salz. Anfangs taten sie dies noch primitiv und oberflächlich. Rund 1500 v. Chr. aber begannen Bergleute, in riesigen Abbaukammern das Salz herauszubrechen und damit halb Europa zu versorgen. Funde von Gold und anderen Schätzen rund um den Hallstättersee zeigen, wie reich das Salz die Menschen machte.

Funde aus Holz, Leder und Stoff

Ihre abgenutzten Werkzeuge und kaputten Geräte ließen die prähistorischen Bergleute einfach in den Kammern liegen. Im besonderen Klima der Salzstollen blieben sogar Gegenstände aus Holz, Leder oder Textil gut erhalten. Archäologen fanden in Hallstatt den ältesten Rucksack, die älteste Holztreppe und die ältesten Handschuhe Europas. Diese Gegenstände geben Einblick in die prähistorische Lebens- und Arbeitsweise.

Die Fundstellen sind nahe der Oberfläche des Berges. Dieser Bereich wird heute längst nicht mehr zum Abbau genutzt. Die 225.000 Tonnen Salz, die jährlich aus dem Berg gespült werden, kommen aus Horizonten, die mehrere Hundert Meter tiefer liegen.

Archäologen des Naturhistorischen Museums graben seit 1960 den prähistorischen Bergleuten hinterher. Doch ungenutzte Hohlräume im Salzberg verschließen sich innerhalb weniger Jahrzehnte. Grund dafür ist das weiche, plastische Gestein. Die Stollen, die zu den archäologischen Fundstellen führen, wachsen deshalb ohne Erhaltungsarbeiten zu. Etliche Fundstellen sind bereits jetzt nicht mehr zugänglich.

Fundstellen im Salzberg schließen sich: Rettung des Weltkulturerbes unter Tage

Schöpfgefäß aus Bronze

Deshalb werden die wichtigsten 16 Fundstellen jetzt für 1,9 Millionen Euro saniert und dauerhaft gesichert. Finanziert wird das Projekt vom Naturhistorischen Museum Wien, von der Salinen Austria AG, der Bundesregierung und dem Land Oberösterreich. "Die Erhaltungsbedingungen in Hallstatt zählen zu den besten der Welt", so Christian Köberl, Generaldirektor des Naturhistorischen Museums. Deshalb müssen wir sicherstellen, dass die Fundstellen bestehen bleiben und die Forschungen fortgesetzt werden können."

Weltkulturerbe als Triebfeder

Auch VP-Landeshauptmann Thomas Stelzer begrüßt die Investition. "Für Oberösterreich ist das Bergwerk aufgrund seiner historischen Relevanz von großer Bedeutung", sagt er. "Aber auch der Status des UNESCO-Weltkulturerbes ist eine Triebfeder für uns, die Fundstellen auch für zukünftige Generationen zu erhalten." (ebra)

 

Archäologie am Berg: Am Samstag und am Sonntag, jeweils von 10 bis 17 Uhr, gewähren die Archäologen im Hochtal von Hallstatt Einblick in ihre Arbeit. Die Veranstaltung zum Mitmachen, Ausprobieren und Entdecken wendet sich an Familien sowie an historisch und archäologisch Interessierte.

Bei "Archäologie am Berg" werden auch die 16 zu sanierenden Fundstellen vorgestellt. Der Eintritt ist kostenlos, zu bezahlen ist nur die Fahrt mit der Salzbergbahn. Nähere Informationen unter www.salzwelten.at.

 

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Artikel 16. August 2018 - 03:17 Uhr
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