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Ein Leben auf der Donau

Von Bert Brandstetter   15. April 2019 00:04 Uhr

Ein Leben auf der Donau
Donaukapitän Andreas Bacher

Jahrzehntelang war sein Arbeitsplatz auf der Donau. Als er um die 60 in den Ruhestand trat, konnte oder wollte er den Fluss nicht mehr sehen.

"Vielleicht, weil er gar so gern Kapitän war, wollte er den vorbeiziehenden Schiffen nicht mehr zuschauen," vermutet seine Witwe Helga. Andreas Bacher war Kärntner aus Zweinitz im Gurktal. Aufgewachsen ist er in bescheidenen Verhältnissen und mit 16 Geschwistern. "Viel mehr als eine Ziege haben sie nicht gehabt", weiß Gattin Helga aus der Jugend ihres Mannes, der eigentlich Tischler werden wollte.

Kaum ausgelernt, bot sich ihm aber kein Arbeitsplatz, sodass er auf ein Inserat der damaligen DDSG reagierte. Tatsächlich wurde er mit 24 von der DDSG in Wien als Schiffsjunge in den Dienst gestellt. Das Wasser wurde zu seinem Lebenselement und die Donau zu seinem Arbeitsplatz. Als er ein Jahr später mit der "Franz Schubert" in Linz ankerte, lernte er zufällig seine spätere Frau kennen, mit der er fünf Kinder bekommen sollte. "63 Jahre waren wir beisammen, aber natürlich war er kaum einmal zu Hause."

Nur einmal konnte Helga Bacher samt Kindern ihren Mann, der sich inzwischen zum Kapitän hochgearbeitet hatte, auf dem Schiff begleiten, als die Reise nach Regensburg ging. Ansonsten schaukelte sie den Haushalt weitgehend allein. Dramatische Situationen erlebte Andreas Bacher am Schwarzen Meer in der damaligen Sowjetunion. 1978 verlor er bei einem Entladevorgang vier Finger der rechten Hand. "Mein Mann konnte dank der späteren guten Versorgung im Linzer UKH wieder als Kapitän auf der Donau arbeiten," sagt Helga.

Dass Bacher ein sehr beliebter Kollege war, bestätigt auch Otto Steindl, ein weitum bekannter ehemaliger Donaukapitän. Gemeinsam mit anderen Berufskollegen war Bacher gern gesehener Gast bei den monatlichen Kapitänstreffen in Linz.

Nur in den letzten Jahren konnte Bacher aufgrund diverser Erkrankungen nicht mehr daran teilnehmen. Auch seine Gasthausbesuche mit dem Stammtisch in Kleinmünchen musste er nach und nach bleiben lassen. "Urlaub hat er nie gekannt," sagt Witwe Helga, die ihn in den letzten 15 Jahren aufopfernd pflegte. "Er war zufrieden mit dem Stock- und Asphaltschießen oder mit dem Kartenspielen und einem guten Krügerl Bier."

Mit ihr und den fünf Kindern trauern fünf Enkerl und drei Urenkerl um Andreas Bacher. Er wurde am Mittwoch, 10. April, um 13 Uhr im Urnenhain in Urfahr verabschiedet.

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