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Region verordnet sich Bewusstsein für mehr Baukultur

12. Februar 2024, 04:45 Uhr
Eine "Spurgruppe" definierte die Themenfelder für die Baukultur in der Region. Nun sollen vor allem die Bürger in derLeader-Region Donau-Böhmerwald eingebunden werden. (Leader)

Das Bauen der Zukunft: Neue Wohnformen und kluge Flächennutzung statt großer Einfamilienhäuser als Möglichkeit entdecken

DONAU-BÖHMERWALD. Noch immer gilt das Einfamilienhaus als Lebensziel vieler Mühlviertler. Doch ist diese Form des Wohnens noch zeitgemäß? Ist sie noch leistbar? Will man sich ein Lebtag lang an eine Immobilie binden, nur um zu hoffen, dass sie die Kinder oder Enkel dereinst übernehmen?

Rund um das Thema Bauen gibt es viele spannende Ansätze. Im Grunde spricht auch nichts gegen ein eigenes Haus. Allerdings will man in der Leaderregion Donau-Böhmerwald einen Schritt weiter gehen. Anfang Februar fand also der Auftakt zum Projekt "Sensibilisierung Baukultur" statt. Dabei will sich die Region ein sensibilisiertes Bewusstsein für die Baukultur verordnen. Dabei geht es keinesfalls um Verbote oder Regelungen, wie in Zukunft gebaut oder gewohnt werden soll.

"Baukultur beschreibt neben der gestalterischen Qualität und der kulturellen Bedeutung des Bauwerks auch seine ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte. Baukultur bietet daher ein breites Spektrum an möglichen Handlungsfeldern, die zur Aktivierung der regionalen Wirtschaftskreisläufe beitragen können", erklärt Elisabeth Leitner, Obfrau des Vereins LandLuft. "Baukultur beinhaltet also alle Themen rund ums Bauen, Baukultur geht uns alle an, und Baukultur machen Menschen wie du und ich", ergänzt sie.

Mit dem Verein LandLuft konnten absolute Profis gewonnen werden, deren Mission die Förderung von Baukultur in ländlichen Regionen ist und die die Komplexität des Themas "watscheneinfach" durch die Vorbildwirkung erfolgreicher Gemeinden, ihrer Projekte und der engagierten Menschen kommunizieren. Josef Mathis, ehemaliger Bürgermeister von Zwischenwasser in Vorarlberg, formuliert es so: "Wir unterstützen Kommunen und Entscheider durch Sensibilisierung, Bildung und Vernetzung dabei, ihre Orte lebenswert zu gestalten."

Was sind die Ziele des Projektes?

Der Projektprozess beinhaltet Veranstaltungen für die Bevölkerung, Gemeindevertreter und alle Interessierten, ebenso die Besichtigung ausgewählter Vorbildbeispiele. Im Baukultur-Rat sollen regionale Leitlinien erarbeitet werden. An eigenen Impulstagen werden individuelle Rahmenbedingungen in den Gemeinden definiert und eine gemeindespezifische Ausrichtung erarbeitet. "Die Bevölkerungsentwicklung, die Preise im Bau und Leerstände in Ortszentren erfordern nicht nur neue Denkansätze, sie bieten viele Chancen, das Thema Leben und Wohnen am Land neu zu gestalten", ist Alfred Mayr, Bürgermeister von St. Stefan-Afiesl und einer der Initiatoren des Projektes, überzeugt und freut sich auf viele neue Ideen und Werkzeuge für die tägliche Arbeit. "Wir können aus einem Nachteil einen Vorteil machen. Man muss sich nur trauen, darüber nachzudenken", sagt der umtriebige Bürgermeister.

Auch sein Kleinzeller Amtskollege Klaus Falkinger ist mit im Boot: "Wir haben in Kleinzell einen enormen Zuzug erlebt, und das ist auch positiv. Allerdings haben wir auch erlebt, wie schwierig es ist, Leerstände im Ortszentrum zu beleben", sagt er. Mit verschiedenen Projekten sei das mitunter gut gelungen. Man denke nur an den Nahversorger, der anstelle des alten Feuerwehrhauses realisiert wurde.

Die Menschen mitnehmen

Beide Bürgermeister wissen, dass es ohne Einbindung der Bürger nicht geht: "Wir haben mit Beteiligungsprozessen viele gute Erfahrungen gemacht", sagt Falkinger. Gerade deshalb sollen auch beim aktuellen Projekt die Bürger zu Wort kommen. Gelingen könne das durch niederschwelligen Zugang zu Informationen: "Vorstellbar ist zum Beispiel, dass es für angehende Bauherren einen Gutschein für eine Beratung bei ausgewählten Architekten gibt." Damit könne man Impulse setzen und Menschen auf Ideen bringen. Ziel sei es, den Bürgern Werkzeuge an die Hand zu geben, um optimal planen und dabei auch Denkbarrieren durchbrechen zu können.

Genau das ist auch das Ansinnen der Leaderregion: Diese steht per Definition für die Steigerung der Lebensqualität in der Region und unterstützt nicht nur Projektträger in der Umsetzung, sondern initiiert auch Projekte, von denen die gesamte Region profitiert.

So können relevante Themen insgesamt transportiert werden und Synergien in der Organisation und Kommunikation genutzt werden. "Eine Metapher dazu könnte das Fußballspiel sein: Leader unterstützt bei der Gestaltung des Spielfeldes, übernimmt die Organisation der Rahmenbedingungen und die Auswahl der Trainer – ,gespielt‘ wird in den Gemeinden", erklärt Leader-Geschäftsführerin Barbara Kneidinger.

In der 2023 angelaufenen neuen Förderperiode sind neben dem Baukultur-Thema zahlreiche Regionsprojekte geplant: Die Erarbeitung eines bezirksweiten Energie-Konzeptes 2040 beginnt im Frühjahr, ebenso wie die ersten regionalen Zukunftstage, deren Premiere am 21. Juni sein wird.

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2  Kommentare
2  Kommentare
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Utopia (2.312 Kommentare)
am 12.02.2024 09:03

"Will man sich ein Lebtag lang an eine Immobilie binden, nur um zu hoffen, dass sie die Kinder oder Enkel dereinst übernehmen?"

Wie kann man so einen Unsinn s

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Zonne1 (3.579 Kommentare)
am 12.02.2024 10:34

Naja, ich kenne einige EFH, wo nur Witwe/Witwer ganz allein drin wohnen, und die mit der Heizrechnung für den 150m2 Bunker schwer zu kämpfen haben.

Die Kinder wollten alle die großen Altbauten nicht.

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