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Weihnacht in Uganda: Tanz statt Einkauf

IBANDA. Basaliza Ithungu Florence und Sophia Alinetu Kandabu aus Ibanda in Uganda verbringen den Advent in Oberösterreich, um von ihrer Heimat zu erzählen. Natürlich interessiert die Menschen im Mühlviertel auch, wie in Uganda Weihnachten gefeiert wird.

Weihnacht in Uganda: Tanz statt Einkauf

Franz Hehenberger im neu gegründeten Mädchenwohnheim in der ugandischen Stadt Ibanda Bild: Aktion »Sei so frei«

Die beiden Frauen aus Uganda sind auf Einladung von Franz Hehenberger aus St. Peter und Christina Lindorfer aus Lembach im Mühlviertel. Die beiden kennen die Afrikanerinnen von ihrer Arbeit für die Aktion „Sei so frei“. Dabei soll das Leben in den ärmsten Regionen der Erde etwas lebenswerter gestaltet werden.

Basaliza leitet ein Mädchenwohnheim in Ibanda, was in der von Männern dominierten Gesellschaft einer Sensation gleichkommt: „Bei uns sind Frauen dazu da, um gesehen zu werden und nicht, um gehört zu werden“, beschreibt sie ihre Situation. Das Mädchenwohnheim bietet den Bewohnerinnen Sicherheit und gewährleistet einen ungestörten Schulbesuch. „Hier haben alle ein eigenes Bett. Eine eigene Matratze ist schon fast wie Weihnachten“, sagt die Direktorin und ergänzt: „In den Lehmhütten in den Dörfern wohnen mehr als ein Dutzend Menschen auf engstem Raum.“

„Das gehört jetzt uns“

Weil Frauen offiziell in Uganda keine Güter besitzen dürfen, sprang die Aktion „Sei so frei“ ein und half bei der Gründung einer juristischen Person. Das stört die beiden Frauen ganz und gar nicht. „Wir haben den Schlüssel. Das gehört jetzt uns.“ Tatsächlich war die Schlüsselübergabe heuer ein außergewöhnlicher Akt: „Die Menschen konnten gar nicht glauben, dass das jetzt tatsächlich den Frauen gehört und nicht der Pfarre oder der Gemeinde“, erzählt Franz Hehenberger, der für Basaliza und Sophia vor allem eines übrig hat: Respekt. „Die beiden sind bereit, mit Traditionen zu brechen, um die Welt zu verbessern. Sie wissen, dass Bildung der Weg aus der Unterdrückung ist.“

Mit einer Tradition wollen die beiden Afrikanerinnen aber ganz und gar nicht brechen: Weihnachten. Auf den Punkt gebracht, könnte man sagen: Weihnachten wird gefeiert wie in Europa – nur mit viel weniger Kommerz und viel mehr Spaß. Ein ganzes Jahr bereitet man sich auf das Fest vor. Sowohl Männer als auch Frauen werden von ganz internationalen Sorgen geplagt: Ein neues Kleid muss her. „Wir wollen ein neues Kleid, das alle überrascht. Wir wollen an diesem Tag besonders schön sein“, erzählt Sophia. Auch die Kinder bekommen neue Kleider. Die Formel ist einfach: Gibt es ein gutes Kleid, gibt es auch ein gutes Festmahl.

Gefeiert wird nicht alleine – bei Familien mit 14 oder 15 Mitgliedern auch schwer möglich. Drei oder vier Familien schließen sich zusammen und feiern gemeinsam die Geburt des Erlösers. Alle bringen Essen mit oder man geht von Haus zu Haus. Es wird die heilige Messe gefeiert, getanzt und musiziert.

Freude statt Kaufrausch

„Beim Feiern ist die Armut kein Hindernis“, sagt „Sei so frei“-Projektbetreuerin Christina Lindorfer. Hier wird nicht das Fest des Kaufrausches gefeiert, sondern wahrhaftig noch die Geburt des Messias. Franz Hehenberger ist sich sicher: Dieser würde heute in einer Gegend wie Ibanda geboren. Basaliza und Sophia treten noch vor Heiligabend die Heimreise an, um für die Weihnachtsfeierlichkeiten alles zu organisieren. Dann haben auch Franz Hehenberger und Christina Lindorfer Zeit zum Entspannen.

Wer kurz vor Weihnachten noch eine gute Tat vollbringen möchte, kann für die Aktion „Sei so frei“ spenden: Bei der Hypo OÖ (BLZ: 54000) auf das Konto Nr.: 691733.

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Artikel Thomas Fellhofer 21. Dezember 2011 - 00:04 Uhr
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