Lade Inhalte...

Mühlviertel

Sonnenstrom-Kraftwerk Helios wächst über Bezirksgrenzen hinaus

12. Juli 2013 00:04 Uhr

Sonnenstrom-Kraftwerk Helios wächst über Bezirksgrenzen hinaus
Das Sonnenkraftwerk (auf dem Bild Paneele am Dach der Firma Viking in Pregarten) wächst auf 250 PV-Anlagen. (EBF)

BEZIRK FREISTADT. Der Ausbau steht vor der Tür: Bis Mai 2014 wächst das virtuelle Kraftwerk auf 250 Photovoltaik-Anlagen

Seit seiner Gründung vor acht Jahren rührt der Energiebezirk Freistadt (EBF) unermüdlich die Werbetrommel für alternative Energien. Diese Bewusstseinsarbeit in allen Gemeinden hat sich ausgezahlt: Die Bürgerbeteiligung (siehe Infokasten) am größten Sonnenkraftwerk des Landes hat alle Erwartungen übertroffen. Errichtet hat es ab 2012 die EBF-Tochterfirma Helios Sonnenstrom GmbH. „Wir haben mit 40 Prozent Beteiligung gerechnet“, sagt Geschäftsführer Martin Fleischanderl. „Tatsächlich sind es 85 Prozent geworden.“

Helios besteht aus 97 Einzelanlagen mit 15.000 Quadratmetern Fläche und erzeugt 1,7 Megawatt peak (MWp) Sonnenstrom für rund 600 Haushalte. Jetzt folgt der nächste Ausbauschritt: Helios 2 wird 150 neue Anlagen mit 20.000 Quadratmeter Gesamtfläche und einer Leistung von 3 MWp umfassen und damit 1000 Haushalte versorgen. Wurde Helios 1 vorwiegend auf öffentlichen Gebäuden im Bezirk Freistadt errichtet, stellen nun viele Landwirte ihre Dächer zur Verfügung – auch in Perg und Urfahr-Umgebung.

Gemeinsam mit allen privaten Anlagen werden im Bezirk Freistadt dann zehn Prozent des Strombedarfs mit Sonnenenergie abgedeckt – mehr als in der Photovoltaik-Vorzeigeregion Bayern, freut sich Geschäftsführer Norbert Miesenberger.

Damit ist der EBF seinem Ziel nähergerückt, bis 2030 energieautark zu sein. „Potenzial haben wir genug“, sagt Obmann Alfred Klepatsch: eine Million Quadratmeter südlicher Dachflächen. (kw)

 

Bürgerbeteiligung und die Finanzmarkt-Aufsicht

Zu 85 Prozent wird Helios von den Bürgern finanziert, der Rest über ein Darlehen. Wie im Fall von Heini Staudingers Schuhfirma Waldviertler nahm auch hier die Finanzmarktaufsicht (FMA) diese Bankgeschäfte unter die Lupe: Nach langen Verhandlungen einigte man sich auf eine Nachrangigkeitsklausel, sprich: Die Bank kommt vor den Bürgern bei einer Insolvenz. „Bis auf wenige Ausnahmen haben fast alle Beteiligten unterschrieben. Sie sehen, wo sie ihr Geld investieren und dass es in der Region bleibt“, sagt Geschäftsführer Norbert Miesenberger. Bei Helios 2 ist dementsprechend 100 Prozent Bürgerbeteiligung angepeilt.
 

1  Kommentar 1  Kommentar