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"Das ist meine einzige Chance, zu überleben"

Von Magdalena Lagetar, 22. Mai 2024, 18:04 Uhr
Wie 230 HTL-Schüler zu Helden im Kampf gegen Leukämie wurden
Ein einfacher Wangenabstrich genügt, um als potenzieller Stammzellenspender in die weltweite Datenbank aufgenommen zu werden.

PISCHELSDORF. Josef Kücher (58) ist an Leukämie erkrankt. Es gibt Hoffnung: Er hat einen Stammzellenspender gefunden. Sein Verein will anderen auch diese Hoffnung schenken und organisiert eine Typisierungsaktion

Josef Kücher hat eine Chance: Sein genetischer Zwilling wurde nach langer Suche doch gefunden. Mithilfe der Stammzellenspende soll es ihm bald besser gehen. Sein Verein, der FC Pischelsdorf, freut sich mit ihm und sucht auch für andere Erkrankte passende Stammzellenspender. Die Fußballer laden zur Typisierungsaktion mit dem Verein "Geben für Leben" (mehr am Ende des Artikels). Josef Kücher wünscht sich, dass möglichst viele sich als Spender registrieren lassen und damit Erkrankten das Leben retten können.

Herr Kücher, die wichtigste Frage vorab: Wie geht es Ihnen?

Es geht mir besser als vor der Chemotherapie. Das einzige Manko für mich ist, dass ich so schwach bin. Ich bin eigentlich ein sportlicher Typ, jetzt ist es so, dass ich nach dem Aufstehen schon schnaufen muss.

Apropos sportlich: Sie sind Mitglied des FC Pischelsdorf, der eine Typisierungsaktion für Stammzellenspender organisiert. Ursprünglich, um für Sie einen Spender zu finden. Das zeugt von großer Verbundenheit zum Verein.

Ja, immer noch – mittlerweile bin ich ja schon relativ alt (lacht). Ich bin also ein Urgestein, ich war eigentlich damals fast bei der Gründung dabei, war lange Funktionär, Trainer und Schiedsrichter. Ich schaue mir normalerweise jedes Spiel an.

Normalerweise, also vor der Diagnose Leukämie. Wann haben Sie diese erhalten?

Ende November voriges Jahr, da habe ich die Diagnose bekommen, zunächst MDS. Das ist eine Art Vorstufe von Leukämie. Und dann ging es rapide bergab. Im Februar bekam ich dann die Diagnose. Manche leben jahrelang gut mit MDS, ohne dass es schlechter wird, bei mir dauerte es nur ein paar Monate.

Was hatten Sie vor der Diagnose für Symptome?

Ich habe eine Blutuntersuchung gemacht und da gab es Werte, die nicht passten. Ich musste ins Spital und eine Knochenmarkentnahme machen lassen, dann haben sie MDS festgestellt. Dass die Krankheit rapide voranschreitet, habe ich selbst gespürt. Dann hieß es, ich brauche dringend einen Spender.

Die Suche war letztendlich erfolgreich, wer ist denn der Spender?

Das ist mein Cousin. Am Anfang testet man ja nur die Kinder und Geschwister, die nähere Familie. Da war kein passender Spender dabei. Deshalb hat der Verein ja auch diese Typisierungsaktion gestartet, damit wir einen finden. Und dann haben wir doch im weiteren Familienumfeld geschaut, und tatsächlich, mein Cousin passt.

Eine großartige Nachricht, die Hoffnung schenkt, oder?

Ja. Ich bin Optimist, aber auch Realist. Ja, Hoffnung habe ich jetzt schon, aber es können noch so viele andere Sachen schiefgehen, es gibt viele Risiken. Aber im Endeffekt: Es gibt für mich nur diesen Weg, es ist meine einzige Chance, diese Krankheit zu überleben.

Sie werden als sehr positiver Mensch wahrgenommen, wie schaffen Sie es denn, angesichts dieser Risiken und der schweren Zeiten, die Zuversicht nicht zu verlieren?

Ich habe von Anfang an gesagt, in ein Loch fallen werde ich nicht. Am Anfang ist es mir sehr schlecht gegangen, aber ich habe einfach geschaut, den Tag gut zu überstehen und dann am nächsten Tag wieder. Anfangs kamen die schlechten Nachrichten, da fängst du schon an, zu verzweifeln. Aber das waren bei mir nur kurze Phasen. Mit den positiven Nachrichten jetzt geht das leichter. Aber natürlich, es steht noch ein langer Weg bevor. Aber ich gehe das positiv an. Es gibt andere Patienten, die haben gar keine Chance.

Zum Beispiel viele von jenen, die noch keine Stammzellenspender gefunden haben. Haben Sie einen Appell, den Sie loswerden möchten?

Ja. Je mehr Menschen sich typisieren lassen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere ihren genetischen Zwilling finden und Hoffnung haben. Ich wünsche mir auch, dass die Medien und die Gesellschaft mehr über diese Möglichkeit sprechen. Es gibt doch so viele Menschen, auch bei uns in der Region, die einen Stammzellenspender suchen!

Typisierungsaktion des FC Pischelsdorf

Stammzellspenden sind das letzte Mittel im Kampf gegen Leukämie, seltene Blutkrankheiten und Gendefekte. Wenn Chemotherapien und Bestrahlungen nicht helfen, wird ein Spender gesucht, um das kranke Immunsystem mit gesunden Stammzellen neu aufzubauen.

In der Turnhalle Pischelsdorf wird am Dienstag, 28. Mai, von 17 bis 19 Uhr zur Typisierungsaktion für Stammzellenspender geladen. Gesammelt werden auch freiwillige Spenden für den Verein „Geben für Leben“, die Leukämiehilfe Österreich. Denn jede Typisierung kostet den Verein 40 Euro.
„Wir hoffen, dass viele diese Möglichkeit nutzen, kommen und sich typisieren lassen“, sagt Obmann Patrick Staller.

Wie läuft eine Typisierung ab? Gesunde Männer und Frauen zwischen 17 und 45 Jahren können sich typisieren lassen. Typisiert wird man mittels Wangenabstrich. Die Merkmale aller typisierten Personen werden in eine Datenbank eingespeist, die weltweit durch autorisierte Suchzentren einsehbar ist. Wer als Spender infrage kommt, wird kontaktiert. Gespendet werden kann mit Stammzellen, die aus der Blutbahn entnommen werden oder durch Knochenmarkspenden (Achtung, nicht Rückenmark!)

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Autorin
Magdalena Lagetar
Redaktion Innviertel
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