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Innviertel

Kapsreiter sperrt zu: „Aus für Brauerei ist herber Verlust!“

Von ho/sedi   05. September 2012 00:04 Uhr

Kapsreiter

SCHÄRDING. Schlag für die Bierregion Innviertel – mit dem Ende des Kapsreiter-Standorts Schärding verliert das Innviertel als jene Region mit der bislang größten Dichte an Brauereien Österreichs einen Traditionsstandort.

Auch für Bürgermeister Franz Angerer ist die Absiedlung nach Grieskirchen eine denkbar schlechte Nachricht, ist die Brauerei Kapsreiter doch eng mit dem Namen Schärding verbunden. Der Stadtchef weilt diese Woche allerdings auf Urlaub und war gestern nicht für die „Innviertler Nachrichten“ erreichbar.

Sein Vize Gerhard Pacher macht ebenfalls Ferien, er ging allerdings in seinem Urlaubsort in der Toskana ans Handy und fiel fast aus allen Wolken, als ihn die „Innviertler Nachrichten“ mit der bevorstehenden Brauereischließung konfrontierten. „Gerüchte gab es ja schon seit Jahren. Aber wenn ein Schärdinger Traditionsbetrieb, der über Jahrhunderte, genau genommen seit 1590, Bier gebraut hat, tatsächlich aufhört, ist das schon ein herber Verlust.“

Laut Pacher soll es in letzter Zeit („Das ist mein Wissensstand!“) Verhandlungen mit möglichen Interessenten gegeben haben. Er hoffe, dass es doch zu einer weiteren Nutzung komme: „Am liebsten freilich in Form einer Brauerei.“

SP-Vizebürgermeister Hans Högl, der momentan die Amtsgeschäfte führt: „Es tut uns sehr leid, wie alles gekommen ist, insbesondere für die 16 Beschäftigten, die ihre Arbeit verlieren.“ Dem Gerücht, dass die Stadt Interesse an Teilen des Kapsreiter-Areals habe, widerspricht Högl jedoch. „Von einem Selbsterwerb war nie die Rede.“

Gerhard Altendorfer, gemeinsam mit Herbert Bauer Geschäftsführer der Brauerei Baumgartner und Nachfolger von „Brauerei-Legende“ Rudolf Breidt, sagt, dass er nichts im Zusammenhang mit dem benachbarten Kapsreiter-Objekt auf dem Schreibtisch habe. „Ich gehe aber davon aus, dass sich am grundsätzlichen Interesse von Rudolf Kraus, dem Vorsitzenden der Gemeinnützigen Baumgartner-Spanlang-Stiftung, das er Anfang Mai im Zuge einer Pressekonferenz bekundete, nichts geändert hat.“

16 Mitarbeiter verlieren mit der Schließung des Standorts Schärding und der Produktionsverlegung nach Grieskirchen ihren Job, nur einer wird übernommen. Die Belegschaft habe zum Teil lange Kündigungsfristen – es sei zu erwarten, dass sich die Betroffenen bei Bedarf gestaffelt an das Arbeitsmarktservice Schärding wenden, so dessen Leiter Harald Slaby. Um die weiteren Aussichten beurteilen zu können, müssen erst Faktoren wie Qualifikation und Altersstruktur analysiert werden, sagt Slaby. Generell gelte: Je älter, desto schwieriger einen adäquaten Job zu finden. Das AMS werde sich aber um Qualifizierungsmaßnahmen bemühen.

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