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Innviertel

Innviertler soll Kind mit Machete bedroht haben

Von Thomas Streif   29. November 2016 06:31 Uhr

Innviertler soll Kind mit Machete bedroht haben: "Schlage dir Kopf ab!"
(Symbolbild)

BRAUNAU. Ein Vorfall auf einem Kinderspielplatz in Helpfau-Uttendorf am 11. Mai 2016 hatte jetzt zum zweiten Mal ein Nachspiel am Landesgericht Ried.

Bereits im August musste sich der Angeklagte, der unter anderem wegen Körperverletzung und Wiederbetätigung vorbestraft ist, wegen gefährlicher Drohung verantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll der 24-Jährige einen damals 13-jährigen Buben mit einer Machete bedroht haben.

Unerklärliche Beschuldigungen

Dass es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen ist, bestritt der Beschuldigte schon bei der ersten Verhandlung im August 2016 nicht. "Mein Bruder wurde von ihm so fest geschlagen, dass er geblutet hat. Ich habe geschrien, dass er ihn in Ruhe lassen soll, mehr aber nicht", rechtfertigte sich der Angeklagte. Warum er gleich von mehreren Zeugen – unter anderem sogar vom besten Freund seines Bruders – belastet werde, könne er sich absolut nicht erklären.

"Er hat eine Machete aus dem Kofferraum geholt, hochgehalten und gesagt, dass er ihm beim nächsten Mal den Kopf abschneiden werde", so ein Zeuge. Der Angeklagte schüttelte bei dieser Aussage nur den Kopf.

Andere Zeugen, die den Angeklagten bei der Polizei noch beschuldigt hatten, sind sich beim Prozess doch nicht mehr ganz sicher. "Ich weiß es nicht mehr!", antwortet ein 16-Jähriger immer wieder auf die Fragen von Richterin Claudia Lechner.

Der Angeklagte selbst versteht die Welt nicht mehr, er kann sich nicht erklären, warum er von den Jugendlichen belastet wird. "Vielleicht haben sie sich so gefürchtet, weil ich so laut geschrien habe. Es weiß halt jeder, dass ich vorbestraft bin, vielleicht wollen sie mir deshalb etwas anhängen. Nur weil so ein kleines ,Gfrast’ so eine Anschuldigung macht, sitze ich auf der Anklagebank. Er läuft vorm Gerichtssaal herum und grinst mir ins Gesicht, das ist doch nicht fair."

Da noch weitere Zeugen geladen werden mussten, fand nun eine zweite Verhandlungsrunde statt. Die Zeugen sind für das Gericht allerdings auch dieses Mal keine große Hilfe. Geht es um den 11. Mai, dann scheinen alle gröbere Erinnerungslücken zu haben. "Ich kann mich nicht erinnern", ist die Standardantwort.

Das letzte Wort vor dem Richterspruch hat der Angeklagte, der auch zum zweiten Prozesstag ohne Verteidiger erschien: "Ich beantrage einen Freispruch!"

Sechs Monate bedingte Haft

Diesem Wunsch kommt Richterin Claudia Lechner allerdings nicht nach. Sie verurteilt den vorbestraften Innviertler zu sechs Monaten bedingter Haft. "Die Zeugen haben übereinstimmend und sehr glaubhaft von der Bedrohung mit der Machete berichtet", sagt die Vorsitzende. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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