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Ein Preis für hölzerne Innovation: Mit einem Holzfahrrad zu neuen Zielen

WALDZELL, SCHILDORN, LINZ. Innviertler Erfinder hat ein ISPO-ausgezeichnetes Fahrrad mitentwickelt – Heuer gehen die Edelräder in Serienproduktion – Auch E-Bike aus Holz.

Ein Preis für hölzerne Innovation: Mit einem Holzfahrrad zu neuen Zielen

Aufwärts geht es seit dem ISPO-Erfolg mit den Holz-Bikes: Sehr zur Freude von "My Esel"-Mitbegründer Heinz Mayrhofer. Bild: Alois Litzlbauer

"Founder" steht kurz und bündig als Berufsbezeichnung auf seiner Visitenkarte. Und das zu Recht, Heinz Mayrhofer ist ein findiger Typ, wie allein ein Rundblick in seinem Büro im Gründerzentrum Schildorn beweist. Fahrräder sind es, die hier auffallen. Keine normalen freilich, und schon gar keine "Drahtesel", auch wenn sich Mayrhofers Firma "My Esel," nennt. Die Rahmen dieser Räder sind allesamt aus Holz! Bei der ISPO in München – der "Internationalen Fachmesse für Sportartikel und Sportmode" – haben die "Holzesel" 400 Mitbewerber "überrundet" und einen Award gewonnen.

"Ja, dieser Erfolg in München könnte, sollte und müsste eigentlich Initialzünder sein, dass unsere Räder international nicht nur Aufsehen erregen, sondern auch gekauft werden", hoffen neben Heinz Mayrhofer auch seine beiden "My Esel"-Mitbegründer Bernhard Lehner und Christoph Fraundorfer. Letzter hatte vor vier Jahren, nachdem ihm das Radfahren auf herkömmlichen Drahteseln nichts anderes als Schmerzen bereitet hatte, die Idee, es doch mit einem elastischeren, natürlicheren Material zu probieren. Der Schritt zur "My Esel"-Gründung war schnell getan, nachdem Fraundorfer zwei Mitstreiter gefunden hatte.

Der gebürtige Seewalchner und der Liebe zu einer Waldzellerin wegen ins Innviertel übersiedelte Heinz Mayrhofer hing nach fast zwei Jahrzehnten bei Fischer – zuletzt als Leiter der Produktentwicklung Alpinski – seine Fixanstellung an den berühmten Nagel. Mit ganzer Kraft widmet er sich seither dem Projekt "Holzfahrrad".

Hundertfach getestet

Ein mildes Lächeln kostet den überzeugten Waldzeller die Befürchtung jener Laien, dass ein Holzfahrrad in Brüche gehe, wenn man damit beispielsweise im Frühjahr in ein größeres Frostaufbruchloch gerate. "Ganz sicher nicht. Wir haben das nicht nur hundertfach getestet, sondern auch ISO-zertifizieren lassen. Da wird nichts genehmigt, was nicht hundertprozentig sicher ist." Durch die vielfache Leimung des Eschenholzes würde ein Holzfahrrad-Rahmen nicht nur geschmeidiger als jeder herkömmliche Rahmen, auch verschiedene Körperpartien wie Nacken und Kreuz würden weniger beansprucht.

Auch als E-Bike angeboten

Letzter Schrei: Drei der vier angebotenen My Esel-Radtypen werden auch als E-Bikes angeboten. Der Antrieb ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen, er befindet sich in der hinteren Radnabe. Vom Erfolg auf der ISPO erwartet sich das Esel-Trio um Mayrhofer den endgültigen Durchbruch am Markt. "Die ersten Order sind vielversprechend", strahlt der findige Vierzigjährige.

Wurden im Vorjahr 120 Produkte der Marke "My Esel" verkauft, sollen es heuer "schon gut dreihundertfünfzig sein", nennt der zweifache Familienvater Produktionsziel seines Start up-Unternehmens. Und verschweigt nicht, dass die "Ober-Esel" Fraundorfer/Lehner/Mayrhofer insgeheim schon mit ein wenig mehr rechnen.

Über Rennräder, etwa im Trial-Bereich, wird bei My Esel offiziell zwar nicht geredet. Es wird aber auch nicht abgestritten, dass bereits an wesentlich leichteren Rädern – die derzeitigen liegen bei gut zwölf Kilo – gearbeitet wird. Die Frage, wann ein erstes Holzfahrrad Marke My Esel bei der Tour de France – dem bekanntesten Radrennen der Welt – anzutreffen sein wird, quittiert Heinz Mayrhofer nicht mit dem erwarteten Lächeln, er meint nur: "Bleiben wir vorerst in Grieskirchen." Dort findet jährlich ein 24-Stunden-Rennen statt.

Lieferzeit vier bis sechs Wochen

Zu guter Letzt die Kosten. Sie belaufen sich auf 2000 bis 4000 Euro. Die Lieferzeit der auf jeden Benutzer zugeschnittenen Holzräder liegen bei vier bis sechs Wochen.

Wer also mit einem My Esel-Produkt ins Frühjahr starten will, für den wäre jetzt die ideale Bestellzeit.

 

Ziemlich coole Bikes und Made in Austria

Das bisher schönste – und wohl auch werbewirksamste – Argument für den Kauf eines My Esel-Holzfahrrades kommt seitens der ISPO. Die Award-Verleihung wird u.a. so begründet: „Weil sie digitale Transformation perfekt mit Nachhaltigkeit verbinden – und dabei ziemlich coole Bikes entstehen, sind My Esel bei ISPO Brandnew 2018 als Overall Winner ausgezeichnet worden.“

Das Konzept: Die Idee hinter My Esel ist einfach: Ein Fahrrad soll sich seinem Fahrer anpassen und nicht umgekehrt. My Esel passt sich kompromisslos an körperliche Voraussetzungen und Design-Vorstellungen an. Es verbindet Manufaktur und Serienproduktion.

Benefit: Kraft wird direkt in Beschleunigung umgewandelt. Der Holzrahmen ist sehr steif, federt aber trotzdem ideal Unebenheiten ab. Holz dämpft Vibrationen um ein Vielfaches besser als Aluminium und Carbon. Höchste Laufruhe und höchster Komfort beim Fahren. Der Rahmen ist ISO 4210-6-2014,4 geprüft. Made in Austria – fair und nachhaltig.

Vier Schritte zum eigenen My Esel:

1. Favorisiertes Rad (Bike oder E-Bike) auswählen.
2. Sitzhaltung auswählen.
3. Design auswählen.
4. Rad für Größe des Käufers berechnen lassen (Angabe Körpergröße, Schuhgröße, Unterschenkellänge).

Details: www.my-esel.com, heinz@my-esel.com, 0664 / 2180280.

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Artikel Reinhard Burgstaller 17. Februar 2018 - 15:04 Uhr
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