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Ernährungssicherheit: "Wir sind heute verantwortlich für die Semmerl von morgen"

Von Lena Gattringer, 27. Mai 2024, 14:58 Uhr
Getreideanbau braucht fruchtbaren Boden. Bild: VOLKER WEIHBOLD

LINZ. Der Flächenverbrauch in Oberösterreich hat in Zukunft Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit. Werden zu viele Böden versiegelt, bleibt nicht genug fruchtbarer Boden für den Anbau von Nahrungsmitteln übrig. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) plädiert deshalb für ein verbindliches Bodenschutzziel.

Zu sorglos werde mit den natürlichen Ressourcen umgegangen, sagt Umwelt- und Klimalandesrat Stefan Kaineder (Grüne) bei der heutigen Pressekonferenz. In Oberösterreich sind pro Person bereits knapp 400 Quadratmeter versiegelt und täglich kommen - je nach Berechnung - 0,8 bis 4,25 Hektar dazu. 

Derzeit gibt es im Bundesland rund 11.000 Hektar an Baulandreserven. Das sind jene Areale, die bereits als Bauland gewidmet, aber noch unverbaut sind und entsprechen in ihrer Größe etwa der bebauten Fläche Wiens. Trotzdem finden weiterhin Umwidmungen statt. Das gefährde auf lange Sicht die Ernährungssicherheit, weil auf versiegelten Flächen keine Lebensmittel angebaut werden können. "Wenn da einmal ein Parkplatz ist, bekommen wir den Boden nicht wieder zurück", sagt Kaineder. 

Ökologie und Ökonomie im Einklang

"Wir müssen uns heute Gedanken über die zukünftige Ernährungssicherheit machen. Wir sind heute verantwortlich für die Semmerl von morgen", sagt Vizekanzler Werner Kogler. Um diese Sicherheit zu gewährleisten, müsse man die Wirtschaft im Einklang mit der Natur organisieren. Wie das funktionieren kann, zeigt sich am Beispiel der Bäckerei Brotsüchtig mit Sitz in Steyregg. Die Inhaber und Co-Gründer Oliver Raferzeder und Stefan Faschinger produzieren seit dem Start vor acht Jahren rein biologisch und beziehen ihre Rohstoffe von regional Lieferanten. Dabei sind sie auch wirtschaftlich erfolgreich: "Den Menschen wird das Thema bewusster und sie achten vermehrt auf die Herkunft ihrer Lebensmittel", sagt Faschinger.  Personalmangel sei ebenfalls kein Thema. "Wir sind vollbesetzt und müssen sogar potentielle Mitarbeiter ablehnen", so Faschinger. 

"Bodenschutz ist Umweltschutz"

Abseits der reinen Produktionsflächen, sind die unverbauten Flächen auch für das Klima relevant. Sie speichern CO2 und nehmen Wasser auf, wodurch es seltener zu Überschwemmungen kommt. 

Der Schutz der Böden ihrer Lieferanten liegt den Brotsüchtig-Gründern deswegen auch berufsbedingt am Herzen. "Unser Radius, in dem wir unsere Ressourcen beziehen, ist sehr klein. Wenn es allerdings zum Beispiel durch Hitzeperioden zu Ausfällen kommt, müssen wir diesen Radius vergrößern und irgendwann auf Importware zurückgreifen", sagt Raferzeder. "Ohne gesunde Äcker, gibt's bald nichts mehr beim Bäcker", sagt Kogler dazu. 

EU-Renaturierungsgesetz

Ein wichtiger Schritt sei laut Kogler das "Nature Restauration Law", das Renaturierungsgesetz der Europäischen Union. Dieses sieht vor, dass künftig mehr Wälder aufgeforstet, Moore wiedervernässt und Flüsse in ihren natürlichen Zustand versetzt werden. 

Auch Kaineder sehe es als "Rückschlag", wenn das Gesetz nicht beschlossen werden würde. Es sei in diesem Zusammenhang auch eine Frage des Artenschutzes, wenn unverbaute Grün- und Ackerflächen versiegelt werden. Insekten und Bienen werden dadurch weniger und können ihrer Aufgabe im Ökosystem nicht mehr nachkommen. "Hüpft dann ein Wirtschaftsfunktionär mit einem Bestäubungsstäbchen von Ast zu Ast?", so Kogler. 

Negativbeispiele in Oberösterreich

Bei der Diskussion zum Thema Flächenverbrauch kommt unweigerlich das aktuelle Beispiel "Ohlsdorf" zur Sprache. Nachdem dort 19 Hektar Wald gerodet wurden, um ein Logistikzentrum zu bauen, ist die Vorgabe, zur Kompensation eineinhalb mal so viel Fläche aufzuforsten. Das sei aber laut Umweltlandesrat Kaineder aus ökologischer Sicht nicht optimal, weil der neue Baumbestand auf Wiesen und Feldern angepflanzt werde. 

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Autorin
Lena Gattringer
Redakteurin Leben
Lena Gattringer

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12  Kommentare
12  Kommentare
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Gugelbua (32.139 Kommentare)
am 29.05.2024 17:17

nicht so schlimm wenns kein Brot gibt essen wir Kuchen😵‍💫

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Kukilein (501 Kommentare)
am 28.05.2024 16:04

Was wirklich was bringen würde wäre Infrastrukturbündelung! Grün muss hier einen Erfolg verbuchen um Glaubwürdig zu werden. Schwarz präsentiert sich hier als Verhindererpartei. Beide Regierungsparteien verlieren Wähler, weil es hier keine Fortschritte gibt. Wann gibt es diesbezüglich endlich einen Erfolg zu vermelden?

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KlausBrandhuber (2.084 Kommentare)
am 28.05.2024 10:31

Und in Wien werden soviel Lebensmittel weggeworfen wie die Stadt Graz braucht.

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lastwagen (2.092 Kommentare)
am 28.05.2024 10:31

Diese ewige Panikmache der Grünlinge. Nur gut, dass den Kogler und den Kaineder niemand mehr ernst nimmt.

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Utopia (2.810 Kommentare)
am 28.05.2024 09:20

Auch wenn ich wieder einmal ein Tabu breche: Mehr Menschen in Österreich brauchen mehr Grund und Boden, nonanet.
Nachdem, was uns die Politiker versprechen und von uns verlangen, gewinne ich den Eindruck, dass die Politiker das nicht wissen, oder dass sie davon ausgehen, dass man uns alles versprechen kann. Wir sind eh so ungebildet, dass wir nicht merken, was gespielt wird.
Mehr Menschen brauchen nun mal mehr Nahrungsmittel, mehr Wohnungen, mehr Straßen, mehr Produktionsstätten, mehr, mehr, mehr.....
Gleichzeitig will man mehr Naturierung, mehr Aufforstung, mehr Rückbildung von Mooren und Bachläufen, mehr Äcker für den Anbau von Nahrungsmitteln, dann auch noch mehr Wölfe und Bären.
Dafür wird verdichteter Wohnbau gefordert oder gleich das Verbot von Einfamilienhäusern. Die Lebensqualität der Menschen in Österreich ist das Letzte, was unseren Politikern am Herzen liegt.

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Utopia (2.810 Kommentare)
am 28.05.2024 09:24

Wiesen für das Grünfutter der Tiere brauchen wir auch bald nicht mehr. Wir werden mit Kunstfleisch abgespeist.
Wieviel Vitamine enthält so ein Kunstfleisch? Wie sieht es mit den Proteinen aus? Bisher konnte ich noch nirgends eine Info dazu finden.

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Caesar-in (3.837 Kommentare)
am 28.05.2024 06:47

Wenn es von den Grünen kommt, dann kann diese Form der Landwirtschaft sicher nicht funktionieren, geschweige denn unsere Ernährung sichern. Das bringt uns nur eine weitere Abhängigkeit von Lieferanten aus anderen Ländern. Und der Angriff auf die "Baulandreserven" ist nur ein Versuch, die Leute vom Eigenheim in mehrstöckige "Hühnerhaltung" zu bringen. Zitat Kogler im ORF: "Schuhschachteln am Dorfrand." So eine Einstellung zu Familien und ihrem Wunsch nach einem Eigenheim ist ein "Gemurkse".

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Biobauer (6.048 Kommentare)
am 27.05.2024 18:55

Beim wiedervernässen der Moore können wir ja mal beim Flughafen München anfangen der mitten im Erdinger Moor steht.
Oder ist bei Denaturierung wieder nur die Landwirtschaft gemeint, so wie bei der Biodiversität, wo ich als Biobauer bei 7 Prozent meiner Fläche für die Ich Steuern uns Sozialversicherung zahlen muss, enteignet worden bin und nichts mehr produktives Sähen darf.

Ps.: die Stadt Berlin steht auch zum Großteil im Moorgebiet, so wie die meisten Städte in Europa die an einem ehemals vernässten Flussufer stehen.

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Ottokarr (1.744 Kommentare)
am 27.05.2024 19:49

Ist zur Zeit alles egal -du bekommst keine 20 Cent fürs Getreide! Bäcker sagen Getreidepreis ist beim Brotpreis nicht relevant! Baugrund ist die beste Fruchtfolge! Ich bewirtschafte ( vom.Naturschutz)unter anderem auch 8 ha Wiesen ihm Augebiet -dort darf ich nix Düngen und erst am 10 Juni mähen! Was ist Folge davon das ich 2 ha ( als Dienstleister ) nur mehr Mähe und in die Kompostieranlage bringe! Der Krokkus Herbstzeitlosendruck steigt von Jahr zu Jahr -unbrauchbar das Heu! Lauter Schreibtischtäter am Werk!

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Utopia (2.810 Kommentare)
am 28.05.2024 09:29

Die Politiker regen sich über den Klimawandel auf, tun so, als wollten sie ihn aufhalten, was eh nicht möglich ist, weil es Klimawandel gibt, seit es Klima gibt.
Wesentlich zielführender wäre es, sich auf den Klimawandel einzustellen. Damit sind unsere Politiker scheinbar überfordert und wir müssen es ausbaden.

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erwin1 (27 Kommentare)
am 27.05.2024 16:31

es wäre wünschenswert, wenn nicht ständig so viel fachlicher Unsinn verzapft würde.
das tut ja direkt weh beim lesen.
Renaturierung. das heißt mehr Aufforstung, Wiedervernässung von derzeit bewirtschafteten landwirtschaftlichen Böden.................
und dies bringt Ernährungssicherheit.

dann verschließt doch endlich all die Drainagen wieder, gebt der Bevölkerung Gabeln und Rechen in die Hand und tragt das Heu von all den vernässten Flächen auf tockenere wie es früher in meiner Kindheit einmal war und dann ist die Welt wieder heil

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Schlaubi01 (1.556 Kommentare)
am 27.05.2024 15:36

Semmel ist ungesund
MC Nehammer da werden die Kinder fest

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