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Oberösterreich

Zimmer frei: Ein Daheim für Flüchtlinge

Von Sabrina Payrhuber   19. Februar 2015 04:48 Uhr

Sarah Wolf
Sarah Wolf

Sarah Wolf setzt sich dafür ein, dass die Integration von Asylsuchenden gelingt.

Einem Flüchtling ein neues Zuhause schenken, das ist das erklärte Ziel der Initiatoren des Projekts „Flüchtlinge Willkommen“. Nach deutschem Vorbild sollen Asylsuchende die Möglichkeit bekommen, in einer Wohngemeinschaft oder in einer anderen privaten Wohnsituation unterzukommen. Dass das auch in Oberösterreich gelingt, dafür setzt sich Sarah Wolf aus Windischgarsten ein: „Geflüchtete Menschen sollen nicht durch Massenunterkünfte ausgegrenzt werden. Wir wollen ihnen einen warmen Empfang bieten.“ Und langfristig soll den Flüchtlingen durch das Zusammenleben mit Menschen aus Österreich die Integration erleichtert werden: gemeinsam kochen, essen, miteinander reden.

Verpflichtungen entstehen dabei jedoch keine. „Für die Miete kommen die Flüchtlinge selbst auf, oder wir versuchen Mikrospenden aufzutreiben“, sagt die 22-Jährige. Wichtig sei nur, dass im Fall der Fälle Beistand geleistet wird. Wer kein Zimmer zur Verfügung stellen kann, kann sich über die Website www.fluechtlinge-willkommen.at als Pate melden oder auch einfach Geld spenden.

Sarah Wolf kann die Situation der Flüchtlinge aus eigener Erfahrung gut nachvollziehen. Bei Praktika in Ghana und Uganda machte sie selbst die Erfahrung, fremd in einem anderen Land zu sein. Auch dort waren Menschen wichtig, die sie mit offenen Armen aufgenommen haben. Und sie hat gelernt, dass es nicht viel braucht, um gut leben zu können. Sie selbst ist bei „Flüchtlinge Willkommen“ die Schnittstelle zwischen Wohnungssuchendem und Wohnungsbieter. Sie kontaktiert NGOs und klärt ab, welche Asylwerber für diese Unterbringungsform geeignet sind.

Noch steckt die Flüchtlings-Initiative in den Kinderschuhen – aber das soll sich schnell ändern. Bisher haben sich vier Wohngemeinschafen gemeldet, die ein Zimmer zur Verfügung stellen wollen.„Ich würde mir wünschen, dass sich noch mehr Menschen melden und Flüchtlinge in ihrem Daheim begrüßen“, sagt Sarah Wolf.

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