Lade Inhalte...

Oberösterreich

Falsche Juristin im Asylamt: Prozess endete mit Diversion 

26. Februar 2018 12:18 Uhr

Der Prozess fand am Landesgericht Linz statt. 
Der Prozess wurde am Landesgericht Linz abermals vertragt.

LINZ. Eine 40-Jährige ehemalige Beamtin stand am Montag in Linz vor Gericht, weil sie sich mit Hilfe eines falschen Zeugnisses eine Juristen-Stelle im Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) erschlichen haben soll. 

„Ich weiß, ich hätte sagen müssen, dass das Zeugnis nicht echt ist. Aber ich hab’s nicht getan.“ Sichtlich geknickt saß die frühere Beamtin in Oberösterreich vor Richter Clemens Hödlmoser im Landesgericht Linz.

Die 40-Jährige musste sich wegen Fälschung besonders geschützter Urkunden und Erschleichung eines Amts verantworten. Der Vorwurf: Wie berichtet soll sie sich mit Hilfe eines gefälschten Zeugnisses der Johannes Kepler Universität, das sie als Absolventin des Jus-Studiums auswies, eine Akademiker-Stelle erschlichen haben.

Die Innviertlerin arbeitete bereits seit 2009 im BFA, zunächst als Schreibkraft, dann als Referentin. Ein Jus-Studium hat sie früher tatsächlich begonnen und kam dabei sogar bis zum zweiten Abschnitt, unterbrach die Ausbildung aber dann aus persönlichen Gründen.

Mit dem gefälschten Zeugnis habe sie ihrer Mutter eine Freude machen wollen. „Wo haben Sie das Diplom gefunden?“, fragte Richter Hödlmoser. „Im Internet“, sagte die Angeklagte. „Man kann es online ausfüllen und ausdrucken.“ Ausgedruckt habe sie es im Oktober 2015 an ihrem Arbeitsplatz, wo es eine Kollegin auf ihrem Schreibtisch liegen sah. Die freute sich sehr für sie und erzählte weiteren Mitarbeitern von der vermeintlich frischgebackenen Akademikerin. Warum sie das nicht richtiggestellt habe? „Die menschliche Schwäche hat in gewissen Lebenssituationen ein großes Potenzial“, sagt Anwalt Josef Weixelbaum.

Mit dem falschen Diplom bewarb sich die Beamtin im November 2015 um eine Stelle als juristische Referentin und Teamleiterin. Als der Schwindel im Oktober 2017 aufflog, wurde sie fristlos entlassen. Seitdem ist die sie ohne Beschäftigung. Rechtliche Probleme durch von ihr ausgestellte Asylbescheide gibt es laut Innenministerium nicht, denn für das Verfassen von Asylbescheiden braucht man kein Jus-Studium. Derlei Aufgaben hatte sie auch schon als Referentin erledigt.

Als mildernd wertete der Richter das reumütige Geständnis, die Unbescholtenheit der Frau und den Umstand, dass sie das Gehaltplus im Vergleich zu ihrem früheren Job zur Gänze zurückzahlte, in Summe rund 16.000 Euro. Der Prozess endete mit einer Diversion, zusätzlich muss die Frau eine Geldbuße von 1750 Euro bezahlen.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Oberösterreich

29  Kommentare expand_more 29  Kommentare expand_less