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Oberösterreich

Beziehungsdrama: Mann tötete Verlobte und beging Selbstmord

ALBERNDORF. Vor zweieinhalb Jahren ist der Ex-Tankstellen-Stationsleiter Karl Heinz Wagner (57) aus dem gemeinsamen Haus in Spattendorf, einem Ortsteil von Alberndorf in der Riedmark (Bez. Urfahr-Umgebung) ausgezogen.

Beziehungsdrama in Alberndorf: Mann tötet Verlobte und begeht Selbstmord

In diesem Haus im Alberndorfer Ortsteil Spattendorf ereignete sich die Bluttat. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen. Bild: VOLKER WEIHBOLD

Seither lebt er im Ortsteil Zeurz. Seine Ex-Lebensgefährtin Erika besucht er noch regelmäßig. So auch am Samstag. "Wie ich aber um 10 Uhr eingetroffen bin, ist zeitgleich die Polizei Gallneukirchen hingekommen", berichtet er. Er folgte den Beamten zum Haus der Nachbarin, der 54-jährigen Regina St. Was er dort sah, wird er sein Leben lang nicht mehr vergessen.

Zwei Autos standen in der Einfahrt. Am Garagentor hing die Leiche des Lebensgefährten der Nachbarin: Der 48-jährige Frühpensionist Fritz St., ein gebürtiger Niederösterreicher, hatte Selbstmord begangen. "Die Erika hat die Beamten gleich gefragt, was mit der Regina ist", sagt Wagner. Die Polizisten gingen ins Haus und fanden den leblosen Körper der Frau im Bad. Fritz St. dürfte sie eine Stunde zuvor mit einem Gurt erdrosselt und sich dann erhängt haben.

"Vor drei Jahren haben Regina und Fritz ihre Verlobung gefeiert, da war ich auch eingeladen", sagt Wagner. Das Paar verband die Vorliebe für das Sporttauchen und für schnelle Motorräder. Fritz St. war Baggerfahrer, wurde nach einem Arbeitsunfall frühpensioniert. Noch aus seiner Zeit in Spattendorf kannte ihn Wagner als "schwierigen Nachbarn", der wegen seiner exzessiven Vogelhaltung immer wieder angezeigt worden sei. Zuletzt besaß er noch zwei Hunde, zwei Papageien und mehrere Katzen. Fritz St. und seine Verlobte sollen dem Alkohol zugesprochen haben. Ihre Beziehung hatte sich in letzter Zeit zunehmend verschlechtert, auf Facebook hatte die Frau gepostet: "Beziehungsstatus kompliziert". Laut Wagner hatte sie sich von ihrem Verlobten trennen wollen.

Beziehung von Angst geprägt

Und sie soll sich auch zunehmend vor den Wutausbrüchen des 48-Jährigen gefürchtet haben. Zuletzt soll sie sich meistens bei einer Freundin oder ihrem 33-jährigen Sohn aufgehalten haben. "Sie hat der Erika oft gesagt, dass sie sich nicht mehr allein nach Hause traut", sagt Wagner. Warum sie am Samstag dennoch allein mit ihrem Verlobten war, ist unklar.

Fest steht, dass Fritz St. vergangene Woche allein auf Urlaub in Kroatien war, wo er einen seiner beiden Hunde verlor. In der Nacht zum Samstag dürfte er zurückgekommen sein. Vermutlich ist es in den Morgenstunden dann zu einem tödlichen Streit gekommen. Das Verbrechen geschah ausgerechnet zu der Zeit, als der Ex-Ehemann von Regina St. in Salzburg neuerlich vor den Traualtar trat. Dort erfuhr auch ihr Sohn von der Tragödie.

Am Sonntag hat Karl Heinz Wagner seine Ex-Lebensgefährtin wieder besucht, um der schwer geschockten Frau Mut zuzusprechen. "Da ist mir eine Nachbarstochter begegnet, die den Hund vom Fritz äußerln geführt hat", berichtet er. Denn irgendwer müsse sich ja auch um den kümmern.

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Artikel Alfons Krieglsteiner und Thomas Fellhofer 18. Mai 2015 - 00:04 Uhr
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