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Oberösterreich

25.000 Gäste stürmten „Winzer-Altstadt“

Von Philipp Hirsch   05. September 2011 00:04 Uhr

Wein&Kunst in Linzer Altstadt

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Bild 1/ Bildergalerie: Wein&Kunst in Linzer Altstadt

LINZ. Bei strahlendem Sonnenschein war Linz am Samstag die heimliche Hauptstadt des österreichischen Weines. Mehr als 25.000 Besucher genossen drei Tage lang in der Linzer Altstadt bei Wein&Kunst edle Tropfen der besten heimischen Winzer.

Falls im Wein tatsächlich die Wahrheit liegt, war die Linzer Altstadt vergangenes Wochenende der wahrhaftigste Ort der Welt. 80 Winzer versorgten an drei Festtagen rund 25.000 Gäste mit ihrem edlen Traubensaft. Die vielen Jünger des Genusses belohnte Dionysos – der griechische Gott des Weines und der Lust – mit Kaiserwetter.

Dicht gedrängt schoben sich die weinkundigen Massen durch die mittelalterlichen Linzer Gassen. Ein Achterl hier, ein Speckbrot dort und dazu ein netter Plausch mit der feschen Winzerin im tief dekolletiertem Dirndl. Alte Wein-Kiebitze mit leicht gerötetem Naserl streifen genauso umher wie junge Paare, die leise diskutieren, wer denn jetzt noch ein Glaserl trinken darf und wem die Bürde des nüchternen Chauffeurs zuteil wird.

An allen Ecken wird in kleinen Grüppchen mehr oder weniger kompetent gefachsimpelt. Über Jahrgänge und Säuren, Winzer und Hänge, Reben und Fässer, unerschöpflich scheint das Sammelsurium an wichtigen Fragen rund um die vergorenen Trauben.

Cola-Rot am Weinfest

Kundige Weinlaien sind klar in der Überzahl bei Wein&Kunst, nur vereinzelt trapsen Gäste, die normalerweise eindeutig Wodka-Red Bull jedem Wein vorziehen würden, zwischen den Ständen umher. Ein blondes Mädchen im lila Trägerleiberl und sehr kurzem Rock, aber dafür mit umso höheren Schuhen fischt in einem vermeintlich unbeobachteten Augenblick eine kleine Flasche Cola aus ihrer Tasche und verwandelt den Blaufränker in ihrem Glas in eine süßliche kulinarisch-verbrecherische Brühe.

Ein alter Herr mit Gamsbart am Hut, Leberkäs-Semmerl in der einen und Welschriesling in der anderen Hand verdreht die Augen, als die junge Frau das wie ein Schierlingsbecher zischende Getränk zum Mund führt.

Nicht nur die Gäste, sondern auch die Winzer zeigen sich mit Wein&Kunst zufrieden. 25.000 potenzielle Kunden in drei Tagen kennenzulernen hat vor allem für kleinere, unbekanntere Weinbauern einen großen Reiz. Für einige Weinproduzenten gab es in Linz jedoch ein böses Erwachen. Während sie entspannt mit Gästen parlierten und ihren Wein bewarben, fegte ein Hagelsturm in der Steiermark über die Weingüter. In Straden auf dem Weingut von Familie Frauwallner zerstörten faustgroße Hagelkörner große Teile der reifen Trauben an den Stöcken. Nun gilt es schnell zu ernten, um den Schaden zu minimieren.

Wein&Kunst: Fest des Weines

Die 17. Neuauflage von Wein&Kunst ging am Samstag in Linz zu Ende. Die OÖNachrichten waren als Medienpartner dabei und sponserte auf der Promenade die musikalische Unterhaltung für die Gäste. Für alle Weinfreunde heißt es jetzt, ein Jahr lang zu warten, bis im September 2012 wieder 80 der besten Winzer des Landes in der Linzer Altstadt ihre Weine und allerlei Schmankerl feilbieten.

 

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