Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Sonntag, 24. März 2019, 20:04 Uhr

Linz: 13°C Ort wählen »
 
Sonntag, 24. März 2019, 20:04 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Politik  > Außenpolitik

Kurz attestiert Trump "zum Teil sehr erfolgreiche Außenpolitik"

WIEN/WASHINGTON. Sebastian Kurz (VP) hat US-Präsident Trump "zum Teil eine sehr aktive und auch sehr erfolgreiche Außenpolitik" attestiert. Konkret spricht er damit die erreichte Aufstockung der Verteidigungsbudgets der NATO-Staaten an.

Sebastian Kurz  Bild: FOTO: APA/HARALD SCHNEIDER

"Zu Russland haben wir traditionell gute Kontakte. Die USA haben Österreich in der Vergangenheit eher wenig Aufmerksamkeit geschenkt, sind zur Zeit aber unser wichtigster Wirtschaftspartner nach Deutschland", sagte Kurz im Vorfeld seines für Mittwoch geplanten Treffens mit Trump. "Umstritten hin oder her: Der US-Präsident ist der mächtigste Mann der Welt", sagte Kurz auf die Frage, was er an Trump schätze. "Es ist auf jeden Fall eine besondere Leistung, überhaupt US-Präsident zu werden."

Kurz räumte ein, dass Österreich und die USA beim Iran-Atomabkommen unterschiedlicher Meinung seien, "auch wenn uns Raketenprogramm und die aggressive Regionalpolitik der Iraner nicht gefallen. Doch Trumps Engagement für eine friedliche Lösung auf der koreanischen Halbinsel oder auch seine klare Unterstützung für Israel sehe ich sehr positiv."

Kein außenpolitisches Vakuum

"Nicht so unterschreiben" würde Kurz auch, dass Trump mit seiner umstrittenen Abzugspolitik aus Syrien und Afghanistan ein außenpolitisches Vakuum hinterlasse. Vielmehr sei Trumps Außenpolitik zum Teil auch sehr erfolgreich. "Die USA haben jahrzehntelang vergeblich von ihren NATO-Partnern höhere Verteidigungsausgaben gefordert. Gewirkt haben erst die Drohungen Trumps. Das sehen wir als neutrales Land, das für Abrüstung eintritt, eher kritisch, aber es entspricht den selbst gesetzten Zielen der NATO".

Der "problematischste Punkt" für Österreich sei Trumps Handelspolitik. "Jede Form des Protektionismus ist brandgefährlich für uns", verwies Kurz auf die zahlreichen von der Exportwirtschaft abhängigen Jobs in Österreich. "Die Hauptmission der Reise nach Washington besteht darin, den wirtschaftlichen Austausch mit den USA zu fördern und dazu beizutragen, einen Handelskrieg abzuwenden." Eine Neuauflage des umstrittenen EU-USA-Freihandelsabkommens TTIP ist für Kurz aber kein Thema, weil dieses Abkommen "gescheitert ist".

Trump mit "anderen Zugängen"

Diplomatisch äußerte sich Kurz in der Klimapolitik. "Gerade im Kampf gegen den Klimawandel können wir nur erfolgreich sein, wenn alle Staaten dieser Welt einen Beitrag leisten", sagte er. Zugleich wies er darauf hin, dass nach dem Ausstieg Trumps aus dem Klimaabkommen viele US-Bundesstaaten "weiterhin klimapolitisch engagiert" seien. Zur Freude Trumps mit dem Brexit sagte Kurz, dass der US-Präsident "in einzelnen Fragen andere Zugänge" habe. "Aber ich glaube nicht, dass es im amerikanischen Interesse sein kann, eine schwache EU zu haben."

Verständnis äußerte Kurz für die US-Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem chinesischen Technologiekonzern Huawei, der auch in Österreich ein aussichtsreicher Bewerber für den Bau der neuen Mobilfunk-Infrastruktur ("5G") ist. "Wir werden aber nicht einzelne Anbieter per se ausschließen", sagte der Kanzler. Mittelfristig sollte es das Ziel sein, "auf europäische Firmen zurückgreifen zu können", sagte Kurz, der in dem Interview auch seine Sorge um ein Zurückbleiben Europas im Vergleich zu anderen Teilen der Welt bekräftigte. "Bei vielen Europäern hat ein Sättigungsgefühl eingesetzt. Das halte ich für gefährlich. Egal wo man unterwegs ist, in Südkorea, Israel oder anderswo: Es gibt viele Regionen in der Welt, die nicht nur aufholen, sondern uns mittlerweile im Eiltempo überholen."

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 16. Februar 2019 - 16:32 Uhr
Mehr Außenpolitik

Britische Minister wollen May stürzen

LONDON. "Das Ende ist nah": Mehrere britische Minister wollen einem Journalisten der "Sunday Times" ...

Opposition in Thailand bei Wahl laut Prognosen in Führung

BANGKOK. In Thailand hat die Opposition laut Prognosen die erste Parlamentswahl seit dem Militärputsch vor ...

Putin und Erdogan planen erneut Treffen in Moskau

MOSKAU. Die Präsidenten Russlands und der Türkei wollen sich am 8. April erneut in Moskau treffen.

Jetzt muss Donald Trump zittern

WASHINGTON. Nach fast zwei Jahren hat der US-Sonderermittler Robert Mueller seine Untersuchung der ...

Sieg über IS in Syrien verkündet

BAGHOUZ. Die letzte Bastion der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) im syrischen Baghouz ist nach ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS