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Streit um Theatervertrag entzweit Linz und das Land

LINZ. Nun attackiert auch der Chef des Bruckner Orchesters Linz-Bürgermeister Klaus Luger. Die SPÖ spielt wiederum in einem offenem Brief Landeshauptmann Thomas Stelzer den Schwarzen Peter zu.

Präsentierten gestern das Vorhaben: Haimbuchner (l.), Luger, Stelzer, Haberlander, Strugl Bild:

Das kulturpolitische Hickhack zwischen der Stadt Linz und dem Land Oberösterreich entwickelt eine Dynamik, die nur noch schwer auszusteuern ist. Nachdem Bürgermeister Klaus Luger angekündigt hatte, den Theatervertrag mit dem Land aufzukündigen, hatte Landestheater-Intendant Hermann Schneider dieses Vorgehen mit „Populismus vom Zuschnitt Trumps“ verglichen. Nun legt der Chef des Bruckner Orchesters, Markus Poschner, nach. Er spricht von einer „Katastrophe, einem Skandal“. Die Stadt wende sich von ihren wichtigsten Institutionen ab.

SPÖ-Fraktionschef Stefan Giegler reagierte gestern mit einem offenen Brief und spielte den Schwarzen Peter Landeshauptmann Thomas Stelzer zu. Dieser habe es „in der kurzen Zeit seiner ausschließlichen Finanzverantwortung für die Kultur des Landes geschafft, der Theater und Orchester GmbH 5,891.499,44 Euro“ zu entziehen.

Dabei ist dieser Theatervertrag nur Teil eines großen Ganzen, das Stadt und Land und somit Luger und Stelzer zu orchestrieren haben. Von Infrastrukturlösungen über die Medizin-Fakultät bis zum geplanten LASK-Stadion – die Verflechtungen sind so komplex wie vielfältig

Der Konflikt spitzt sich zu

Das seit 40 Jahren bestehende Abkommen regelt die Kultur-Finanzströme von Stadt und Land: Die Stadt Linz überweist der TOG (Theater und Orchester GmbH) des Landes rund 14 Millionen Euro, umgekehrt schießt das Land der städtischen LIVA (Linzer Veranstaltungs-GmbH mit Brucknerhaus, Tips-Arena, Stadion, Posthof) rund sieben Millionen Euro zu.

"Ich weiß nicht, ob man sich da in Linz darüber im Klaren ist – die Auflösung des Theatervertrags hat sich in der Musikwelt wie ein Lauffeuer herumgesprochen. Der Verlust an Ansehen, der mit dieser Botschaft einhergeht, ist ein Unding. Es ist eine Katastrophe, ein Skandal. Die Stadt wendet sich von ihren erfolgreichsten Institutionen ab", sagt Poschner.

Als Bruckner Orchester Linz diene man natürlich auch der Stadt, die man im Namen trage. Die von Landestheater-Intendant Hermann Schneider in den Raum gestellte Umbenennung in Bruckner Orchester Oberösterreich ist für Poschner "absurd". Was es jetzt brauche, sei "eine Vision, eine Perspektive, wie die Zukunft der Kulturstadt Linz aussehen soll. Wir müssen das Potenzial hier zur Entfaltung bringen, sonst habe ich auch persönlich keinen Grund, hier weiter zu arbeiten, das würde ja extrem frustrieren." Noch gebe es keine Gespräche darüber, wie die weitere Zusammenarbeit mit der Stadt über den 31.12.2019 hinaus aussehen könnte. Poschner: "Es ist absurd zu denken, dass das Bruckner Orchester nicht mehr im Brucknerhaus auftreten soll, das würde international nur schallendes Gelächter hervorrufen."

Die Auflösung des Theatervertrags thematisierte SPÖ-Linz-Fraktionsvorsitzender Stefan Giegler gestern ebenfalls in einem offenen Brief an Landestheater-Intendant Schneider und das Ensemble des Landestheaters. "Seit Tagen wettern Sie in den Medien und von den Bühnen der Kultureinrichtungen des Landes gegen die Auflösung des Theatervertrages durch die Stadt Linz", schrieb Giegler. Dem Bürgermeister der Stadt Linz werde auf herabsetzende Art vorgeworfen, "mit dem Ausstieg aus diesem Vertrag das Landestheater einem finanziellen Kollaps auszusetzen". Dabei sei "der Adressat der Kritik der falsche". Immerhin sei es Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP), der als Kultur- und Finanzreferent des Landes der TOG bereits knapp sechs Millionen Euro entzogen habe.

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Artikel Julia Evers 22. November 2018 - 00:04 Uhr
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