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Hinter dem Gosausee beginnt der Film: "Wir töten Stella!" kommt ins Kino

In Gosau verfilmt Regisseur Julian Pölsler die Novelle von Marlen Haushofer.

Hinter dem Gosausee beginnt der Film: "Wir töten Stella!" kommt ins Kino

Martina Gedeck hat für Filmdrehs viel Zeit in Gosau verbracht. Für sie "eine ganz große zauberische, mystische Landschaft, die mich tief berührt und glücklich macht". Bild: (jule)

"Luchs, geh her da! Blödes Vieh!" Ulrike Beimpold schimpft mit einem Gebirgsschweißhund. Ihr Trachtenkleid schwingt hin und her, so echauffiert sie sich.

Und obwohl sich der Hund gar nicht von ihrer Seite wegbewegt, keift sie noch einmal. "Kannst du jetzt herkommen, du blödes Vieh!" Luchs rührt deswegen keines seiner schönen rotbraunen Ohrwaschl. Er kennt das, er ist bereits zum zweiten Mal Teil eines Filmdrehs. Vor fünf Jahren hat er mit Martina Gedeck und seinem Herrl, Regisseur Julian Pölsler, hier in Gosau "Die Wand" gedreht. Heute soll in der beeindruckenden Naturkulisse am Ende des Vorderen Gosausees wieder eine Literaturverfilmung nach der oberösterreichischen Schriftstellerin Marlen Haushofer entstehen. "Wir töten Stella!" erzählt die Geschichte der neunzehnjährigen Stella, die, als sie auf Wunsch ihrer Mutter Luise Zeit bei Anna und ihrer Familie in der Großstadt verbringt, von Annas Mann Richard verführt und dann fallen gelassen wird. Nach einer erzwungenen Abtreibung begeht sie Selbstmord.

Hauptdarstellerin Martina Gedeck hat sich auf ihre Rolle der Anna intensiv vorbereitet. "Ich bin noch stärker in diese Familiengeschichte eingetaucht. "Wir töten Stella!, "Die Tapetentür", "Die Mansarde" und "Die Wand" sind ja alle miteinander verwoben", verrät sich die 55-Jährige als Kennerin von Haushofers Werken.

In der Szene, die gerade zum fünften Mal geprobt wird, steigt sie aus einem Auto aus, Luchs läuft hin und Beimpold, die die Luise spielt, schimpft. "Aus Luchs! Aus! Kannst du net folgen!", poltert sie noch einmal, während Luchs gerade sein Stück Schinken verspeist. Das hat er bekommen, weil er wieder genau zur richtigen Zeit hin und her gelaufen hat. Mit Beimpold ist Regisseur Pölsler noch nicht so zufrieden, sie soll sich bei der nächsten Aufnahme erst später umdrehen. "In zwölf Minuten ist die Sonne weg!", treibt er das Team an.

16 Menschen tummeln sich gerade hinter der Kamera, halten Mikros, Drehbücher oder Puderquasten bereit. Unmengen an Technik hat das Filmteam mitten in der Natur aufgebaut, es riecht trotzdem nach Wald.

Jedes Mal, wenn eine Klappe gefallen ist, strömen Menschen in knalliger Funktionskleidung durch die Szenerie. "Die Wanderer!", ruft Peter Sommer, Fahrer des Filmteams. "Zuerst schimpfen sie über die Autos auf der Wanderstrecke, aber dann wollen sie uns beim Drehen alle zusehen!" Gedeck steigt wieder aus dem Auto. "Es kommt darauf an, die Konzentration zu halten", sagt sie: "Mit jeder kleinen Bewegung, mit jeder Geste kann man viel ausdrücken."

Siezen als Arbeitsgrundlage

"Eine Probe noch für Luchs, dann drehen wir", sagt Pölsler: "Frau Gedeck, bitte!" Auch nach der intensiven Zusammenarbeit am Film "Die Wand", der bei der Berlinale gezeigt wurde, sind die beiden noch per Sie: "Das ist eine schöne Arbeitsgrundlage. Ich mag das sehr gerne, es ist ein Zeichen von Respekt und Achtung. Eigentlich zeigt sich unser Vertrauensverhältnis darin, dass wir uns immer noch siezen", sagt Gedeck und lacht.

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Artikel Julia Evers 05. Oktober 2016 - 00:04 Uhr
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