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So will China die Immobilienkrise in den Griff kriegen

Von OÖN, 24. Mai 2024, 21:38 Uhr
So will China die Immobilienkrise in den Griff kriegen
Hauptquartier von Country Garden in Foshan: Der Immobilienentwickler ist wie viele in der Branche in China hoch verschuldet. Bild: APA/AFP/STR

PEKING. Regierung, Notenbank und Behörden versuchen, die Nachfrage wieder anzukurbeln.

China greift dem angeschlagenen Immobilienmarkt unter die Arme – wieder einmal. Das Land hat eine Reihe von Maßnahmen zur Stützung des Sektors auf den Weg gebracht, geht aus einer kürzlich erfolgten Mitteilung der chinesischen Notenbank hervor.

Damit versuchen Behörden, Regierung und Notenbank, gegen den extremen Preisverfall vorzugehen. Auf diese Weise soll die Nachfrage nach Wohnungen angekurbelt werden, um den wegbrechenden Markt zu stützen.

Unter anderem wurde ein landesweiter Mindesthypothekenzins abgeschafft. Außerdem wurde die Mindestanzahlung für Wohnungskäufe gesenkt. Mit der geänderten Regelung müssen die Käufer einer Erstwohnung nur noch mindestens 15 Prozent der Kaufsumme anzahlen, für die Käufer einer Zweitwohnung liegt die Quote bei 25 Prozent. Zuvor waren die Quoten für die Anzahlungen bei 20 beziehungsweise 30 Prozent gelegen.

Darüber hinaus wird die Notenbank weiteres Kapital zur Verfügung stellen. Sie will ein Refinanzierungsprogramm für den öffentlichen Wohnungsbau auflegen. Das Volumen soll 300 Milliarden Yuan umfassen, das sind umgerechnet 38,3 Milliarden Euro. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete zudem, dass die Kommunalverwaltungen des Landes aufgefordert werden, Gewerbeimmobilien zu angemessenen Preisen zu kaufen und in bezahlbaren Wohnraum umzuwandeln.

Schuldenberge in Milliardenhöhe

Der überhitzte chinesische Immobilienmarkt, der für ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts steht, ist seit Jahren in der Krise. Branchenführer wie Evergrande oder Country Garden sitzen auf hohen Schuldenbergen und müssen ihre Gläubiger regelmäßig vertrösten.

Die Behörden haben ihre Bemühungen seit 2022 verstärkt, den Sektor zu stabilisieren, der eine wichtige Triebfeder der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ist. Aber eine nennenswerte Erholung blieb bisher aus.

Die Maßnahmen zeigten aber, dass die Behörden erkannt hätten, dass die Situation auf dem Immobilienmarkt dringend angegangen werden müsse, sagte Raymond Yeung, Chefökonom für Großchina bei der Bank ANZ. "Das ist ein mutiger Schritt", fügte er hinzu: "Aber ob alle lokalen Regierungen die finanzielle Kapazität haben werden, den zentralen Auftrag zu erfüllen, ist eine offene Frage."

Goldman Sachs schätzte den Wert an absatzfähigen Wohnimmobilien Ende 2023 auf rund 1,72 Billionen Euro. Da einige Bauvorhaben noch nicht abgeschlossen sind, wären für deren Fertigstellung demnach Kapitalinvestitionen in Höhe von rund 640 Milliarden Euro erforderlich. Eine jüngste Kampagne, die die Chinesen dazu ermutigen soll, alte Wohnungen durch neue zu ersetzen, lief bisher weitgehend ins Leere. Der Besitz einer Wohnung ist im Reich der Mitte ein hohes Gut. Vor Kurzem hoben zwei Provinzhauptstädte – Hangzhou und Xian – sämtliche Beschränkungen für den Eigenheimkauf auf, um Käufer anzulocken. Investoren rechnen damit, dass weitere Megastädte diesem Beispiel folgen werden.

In einem Land, das mit demografischen Problemen zu kämpfen hat und in dem bereits 96 Prozent der Haushalte mindestens eine Wohnimmobilie besitzen, sei aber langfristig die Nachfrage nach Wohnraum mit Fragezeichen versehen, sagen Immobilienexperten.

Preise im freien Fall

Die Preise für neue Eigenheime in China sanken laut National Bureau of Statistics (NBS) den zehnten Monat in Folge. Im April gab es ein Minus von 0,6 Prozent im Monatsvergleich – der stärkste Rückgang seit November 2014. Die Immobilieninvestitionen in China sanken in den ersten vier Monaten um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Verkäufe brachen um 20,2 Prozent ein. Auch die von Chinas Bauträgern aufgenommenen Mittel gingen um 24,9 Prozent zurück.

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2  Kommentare
2  Kommentare
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ingridhannerer (36 Kommentare)
am 25.05.2024 14:31

Im letzten Abschnitt heißt es: …. In einem Land (China) in dem bereits 96% der Haushalte mindestens eine Wohnimmobilie besitzen …..
Also „96%“ - diese Zahl erscheint mir zu hoch gegriffen und daher nicht glaubhaft! Mich würde sehr interessieren, woher dieser hohe Prozentsatz stammt - vielleicht kann mich jemand aufklären!

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grannysmith (964 Kommentare)
am 25.05.2024 20:13

In diesen riesigen Plattenbauten gibt es sicher viele winzige Wohnungen, zu kleinen Preisen

Dann wäre das schon möglich

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